Für Sicherheit in Baustellen sorgen Unternehmen wie die AVS Verkehrssicherungs GmbH aus Kürten
Geschäftsführer Dieter Berghaus (Bild: NRW.BANK / Lord Otto)

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//Nachfolge via Beteiligungsgesellschaft sichert Zukunft von AVS

Für Sicherheit in Baustellen sorgen Unternehmen wie die AVS Verkehrssicherungs GmbH aus Kürten. Um frühzeitig eine klare Nachfolgeregelung sicherzustellen, verkaufte der Geschäftsführer und Gesellschafter Dieter Berghaus Ende 2013 Anteile an der AVS mit Unterstützung der NRW.BANK an eine Beteiligungsgesellschaft. Noch ist er selbst im Unternehmen aktiv. „Aber ich wollte frühzeitig eine klare Regelung für eine Nachfolge, bei der das Unternehmen irgendwann auch ohne mich auskommt.“

Gegründet wurde AVS bereits 1961 von Peter Berghaus, der das Unternehmen später an seinen Sohn Dieter weitergab. Das Unternehmen fertigt Signalanlagen und Beschilderungen, in der Produktion mobiler Schutzwände ist AVS sogar Marktführer. Auf großen Baustellen, wie zum Beispiel auf Autobahnen, ersetzen solche mobilen Schutzwände die Mittelleitplanken. Die Signalanlagen verkauft das Unternehmen weltweit: „Unsere Anlagen können Sie sogar in Japan oder Israel im Einsatz sehen. Und unsere tonnenschweren Schutzwände haben wir schon bis nach Schweden verkauft.“

Zusätzlich übernimmt das Unternehmen den kompletten Auf- und Abbau solcher Sicherungen auf Straßenbaustellen im Auftrag von Baufirmen. Das beginnt mit dem Aufstellen von „Verkehrszeichen Nr. 123“ – „Achtung, Baustelle!“ und hört nach Abschluss aller Bauarbeiten mit dem Entfernen der gelben Fahrbahnmarkierungen auf. Allein 20.000 der rot-weißen Absperrbaken gehören zum Materialbestand von AVS.

Dieter Berghaus ist Herr über Tausende Verkehrsschilder (Bild: NRW.BANK / Lord Otto). Dieter Berghaus ist Herr über Tausende Verkehrsschilder (Bild: NRW.BANK / Lord Otto).

Ausgeklügelte Logistik für sichere Baustellen

Oft sind die Baustellen, die AVS sichert, mehrere Kilometer lang. Solche Aufträge erfordern eine eingespielte Mannschaft, große Materiallager und eine ausgeklügelte Logistik. „Bei langen Baustellen, etwa auf Autobahnen, schafft man es, rund 1.500 Meter Absperrung an einem Tag aufzubauen. Das entspricht zehn mit Material vollbeladenen Lkws, die oft parallel zum fließenden Verkehr abgeladen werden müssen. Wenn da eine Baustelle weiter als 250 Kilometer vom eigenen Standort entfernt ist, rentiert sich das nicht mehr“, so Dieter Berghaus. Deshalb hat AVS das eigene Standortnetz kontinuierlich auf inzwischen elf Niederlassungen in ganz Deutschland ausgebaut. 2014 kam ein neuer Standort mit 40 Mitarbeitern hinzu, 360 Mitarbeiter hat das Unternehmen nun insgesamt.

Möglich wurde das, weil Dieter Berghaus Anteile des Unternehmens Ende 2013 an die Private Capital-Gesellschaft Steadfast Capital verkaufte. „Der Grund für diese Entscheidung war, dass meine Kinder noch nicht groß genug sind, um Klarheit über eine Nachfolgeregelung in der Familie zu haben“, erklärt Dieter Berghaus. „Meine Überlegung war, die Zukunft des Unternehmens lieber jetzt zu sichern, wenn das Unternehmen gesund und wachstumsstark ist.“ Dieter Berghaus hatte das Unternehmen in den letzten Jahren auf Expansionsskurs gebracht – rund zehn Prozent wuchs das Unternehmen jährlich – und das Netz der Standorte kontinuierlich ausgeweitet. „Deshalb ging es mir auch darum, einen Partner ins Boot zu holen, der die wirtschaftliche Kraft für weiteres Wachstum mitbringt.“

Mit den rot-weißen Absperrbaken und mobilen Stellwänden werden Straßenbaumaßnahmen abgesichert (Bild: NRW.BANK / Lord Otto). Mit den rot-weißen Absperrbaken und mobilen Stellwänden werden Straßenbaumaßnahmen abgesichert (Bild: NRW.BANK / Lord Otto).

Klare Nachfolgeregelung durch Beteiligungsgesellschaft

Für die Übernahme durch den Investor wurde eine neue Holding gegründet, an der sich Dieter Berghaus wiederum selbst beteiligte. So ist er nach wie vor als geschäftsführender Gesellschafter im Unternehmen tätig. „Gleichzeitig haben wir das Unternehmen so aufgestellt, dass die einzelnen Geschäftsbereiche selbstständig agieren können. Ich bin überzeugt, dass in einem gut funktionierenden Unternehmen der oberste Kopf austauschbar sein muss, um zukunftssicher aufgestellt zu sein.“ Finanziert wurde dies über einen Konsortialkredit. Auch die NRW.BANK hat einen Teil der Gesamtkreditsumme bereitgestellt. „Diese Form der Nachfolgeregelung ist für Mittelständler durchaus üblich“, erklärt Heike Wilts, Finanzierungsspezialistin der NRW.BANK. „Und der neue Investor hat Liquidität für weiteres Wachstum mitgebracht.“ Der Blick von Dieter Berghaus geht entsprechend nach vorn: „Wir wollen flächendeckend in Deutschland Baustellensicherungen anbieten.“

Stand: 9. September 2015

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