Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima gibt Aufschluss über die bevorstehende wirtschaftliche Entwicklung
Martin Helfrich, Research der NRW.BANK (Bild: NRW.BANK)

Mittelstand

//NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima: Wirtschaft startet hoffnungsvoll in das Jahr 2013

7.000 deutsche Unternehmen, davon rund 1.000 aus Nordrhein-Westfalen, stehen Monat für Monat dem ifo Institut aus München Rede und Antwort. Aus den gesammelten Informationen wird das ifo-Geschäftsklima und für das Land Nordrhein-Westfalen das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima errechnet – ein wichtiger, regional spezialisierter Indikator, der Aufschluss über die bevorstehende wirtschaftliche Entwicklung in Nordrhein-Westfalen gibt. Was die Zahlen aussagen und wie Unternehmer diese nutzen können, erklärt Martin Helfrich, Leiter Research der NRW.BANK, im Gespräch.

Herr Helfrich, wie es aussieht, bessert sich die Stimmung in den Unternehmen Nordrhein-Westfalens.

Martin Helfrich: Das stimmt. Man kann sagen, dass die Wirtschaft hoffnungsvoll ins neue Jahr gestartet ist. Das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima war zwischenzeitlich gut sechs Monate rückläufig, nun hat es wieder einen Aufwärtstrend eingeschlagen.

Was ist der Grund für diese Entwicklung?

Martin Helfrich: Diese positive Entwicklung stützt sich vor allem auf drei Faktoren: Erstens sind die globalen Frühindikatoren angestiegen, zum Beispiel hat die chinesische Wirtschaft wieder Fahrt aufgenommen. Das lässt die Unternehmen auf bessere Auslandsgeschäfte hoffen. Zweitens hat der private Konsum aufgrund der gestiegenen Tariflöhne und der sinkenden Arbeitslosenzahlen deutlich zugelegt. Das wiederum stützt die Binnenkonjunktur. Und drittens scheint sich die Verunsicherung infolge der Euro-Krise langsam etwas zu legen. In diesem Zuge haben sich die Geschäftserwartungen der Unternehmen um 4,1 auf -3,3 Saldenpunkte verbessert. Das ist der beste Wert seit dem Frühjahr 2012.

Aktuell liegt der Saldo des NRW.BANK.ifo-Geschäftsklimas bei -0,7. Wie gut oder wie schlecht ist das genau?

Martin Helfrich: Wenn wir vom langjährigen Mittelwert ausgehen, ist das schon ein guter Wert. Aktuell liegen wir zwar noch knapp unter der Nulllinie, zugleich aber erkennbar über dem langjährigen Mittel von -7. Aber es ist noch aus einem anderen Grund ein guter Wert: Dazu lohnt es sich, auf den längeren Zeitablauf zu schauen. Dort sieht man, dass sich eine signifikante Verlangsamung des Wirtschaftswachstums immer dann ankündigt, wenn das ifo-Geschäftsklima drei Monate in Folge sinkt. Steigt es hingegen drei Mal hintereinander, kündigt das eine konjunkturelle Erholung an. Und jetzt ist es mit der aktuellen Januarmeldung  das Dritte mal in Folge gestiegen.

Wie zuverlässig sind diese Aussagen?

Martin Helfrich: Ziemlich zuverlässig. Man muss natürlich berücksichtigen, dass die Angaben nicht dazu dienen, ein konkretes Wachstum vorauszusagen. Aber: Das ifo-Geschäftsklima hat in den zurückliegenden Jahren konjunkturelle Wendepunkte immer recht genau vorhergesagt – und das mit einem Vorlauf von rund vier Monaten.

Welche Schlüsse kann ein Leser aus den aktuellen Zahlen ziehen?

Martin Helfrich: Ein Unternehmer kann anhand der Zahlen zum Beispiel einschätzen, ob seine eigene Erwartung oder Planung durch das ifo-Geschäftsklima gedeckt wird. Natürlich kann er – auch aufgrund des Vorlaufs von vier Monaten – Maßnahmen ergreifen, um das Unternehmen für bevorstehende konjunkturelle Schwankungen zu wappnen. Wenn er sich frühzeitig auf Veränderungen einstellt, kann er schneller und umfassender von einem Aufschwung profitieren oder das Unternehmen bei einem sich abzeichnenden konjunkturellen Abschwung vor Schaden bewahren. Auch für uns als Förderbank sind diese Aussagen interessant, weil wir so frühzeitig wirtschaftspolitisch notwendigen Handlungsbedarf identifizieren können.

Die NRW.BANK liefert mit dem NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima eine landesspezifische Auswertung der bundesweiten ifo-Zahlen. Warum ist eine solche Auswertung wichtig?

Martin Helfrich: Dadurch berücksichtigen wir die spezielle wirtschaftliche Struktur in Nordrhein-Westfalen. Als Flächen- und Industrieland gibt es da immer wieder Abweichungen vom Bundestrend. Hinzu kommen einige spezialisierte Aussagen zur Kapazitätsauslastung und Nachfrageentwicklung, zum Auftragsbestand, zur Preisentwicklung, über Produktionsbehinderungen oder die Beschäftigungsentwicklung. Das sind wertvolle Informationen für die Konjunkturanalyse und -prognose

Liefern Sie denn mit der Auswertung auch branchenspezifische Erkenntnisse?


Martin Helfrich: Die Daten liegen auch für die wichtigsten Branchen des verarbeitenden Gewerbes vor, sodass das NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima auch frühzeitig detaillierte Einblicke in die wirtschaftliche Entwicklung einzelner Branchen der gewerblichen Wirtschaft gibt.

Wie komme ich an die Daten?

Martin Helfrich: Auf unserer Internetseite stehen alle Informationen bereit. Natürlich kostenfrei. Und die monatliche Schnellmeldung kann jeder sogar abonnieren.

NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima

Für die Berechnung des NRW.BANK.ifo-Geschäftsklimas errechnet das ifo Institut im Auftrag der NRW.BANK eine spezielle Auswertung für Nordrhein-Westfalen. Basis für diese regionalen Zahlen sind die rund 1.000 befragten Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen. Alle Informationen und Auswertungen finden Sie auf unserer Internetseite im Bereich NRW.BANK.ifo-Geschäftsklima. Dort können Sie die monatlichen Schnellmeldungen genauso abrufen wie die ausführlichen Berichte, Detailauswertungen für einzelne Wirtschaftszweige und das zugrunde liegende Datenmaterial.
Sie können zudem die monatlich aktuelle Schnellmeldung per Mail abonnieren. Wenn Sie den  kostenlosen Newsletter-Service nutzen wollen, bitten wir um eine E-Mail an folgende E-Mail-Adresse: research@nrwbank.de
 

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