Agnes Weber hat eine ehemalige Tanzschule zum Niedrigenergiehaus umgebaut.
Dieser Flachdachbau beherbergte vor dem Umbau eine Tanzschule (Bild: NRW.BANK)
Siegel: Energieeffizienz lohnt sich

Mittelstand

//Mittelstand: Tanzschule wird Büro im Passivhausstandard

Dem energieeffizienten Bauen hat sich die Architektin Agnes Weber schon seit gut 20 Jahren verschrieben – mit wachsendem Erfolg. Weil das alte Büro aus allen Nähten platzte, zog sie im November 2012 mit ihrem Team in ein neues Domizil. Dafür hat sie mit Unterstützung der NRW.BANK eine ehemalige Tanzschule in Ahlen in ein modernes Bürogebäude im Passivhausstandard verwandelt.

„Ein Haus soll gut aussehen und möglichst wenig Folgekosten verursachen“, bringt Agnes Weber die Wünsche ihrer Kunden auf den Punkt. Immobilien, die nicht nur durch eine ansprechende Optik, sondern auch durch energieeffiziente Technik überzeugen, werden mehr und mehr nachgefragt. Das war nicht immer so. Doch für Agnes Weber, die 1991 mit einem Architekturbüro den Sprung in die Selbstständigkeit wagte, stand umweltverträgliches Bauen im Mittelpunkt. Sie berichtet: „Damals war ich für viele ein Öko-Spinner.“ Weil der Energiebedarf eines Hauses für dessen Umweltverträglichkeit eine große Rolle spielt, setzte sie von Anfang an auf Energieeffizienz bei der Planung.

Solarsiedlung in Ahlen

1993 realisierte Agnes Weber mit ihrem Architekturbüro mithilfe der Niedrigenergiehausförderung des Programms „Rationelle Energienutzung“ (REN) in Nordrhein-Westfalen das erste Niedrigenergiehaus. Seither hat die Architektin den Weg in Richtung energieeffizientes Bauen konsequent weiterverfolgt. Sie resümiert: „Anfang der 1990er-Jahre war die Skepsis zwar noch groß, aber zum Glück gab es schon genug Bauherren, denen Energieeffizienz am Herzen lag.“ Für das Projekt „Mit der Sonne bauen – 50 Solarsiedlungen in Nordrhein-Westfalen“ der EnergieAgentur.NRW ging Agnes Weber mit der Planung für eine Solarsiedlung in Ahlen an den Start. 

Architektin Agnes Weber (Bild: NRW.BANK) Agnes Weber hat mit ihrem Architekturbüro seit 1991 zahlreiche Niedrigenergiehausprojekte realisiert (Bild: NRW.BANK)
Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung (Bild: NRW.BANK) Die Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung nutzt die Abwärme von Geräten und die Körperwärme der Bewohner (Bild: NRW.BANK)
Nur der strapazierbare Parkettboden erinnert heute noch an die Tanzschule (Bild: NRW.BANK) Nur der strapazierbare Parkettboden erinnert daran, dass in den Räumen eine Tanzschule war (Bild: NRW.BANK)

Schlüsselfertige Energieeffizienz

Für die Entwürfe zur Solarsiedlung gab es viel Lob. Doch dann stellte sich die nächste Herausforderung: Jemanden zu finden, der das nötige Wissen für die komplette Ausführung eines solchen Projekts besaß. Das war die Geburtsstunde für die EMU Baubüro Weber GmbH 1999. „Zum einen mussten wir sowieso allen Baubeteiligten das nötige Know-how vermitteln, zum anderen waren wir von Anfang bis Ende für alles verantwortlich. Warum also nicht direkt die Bauausführung in Eigenregie anbieten?“ erzählt die Architektin. Die Buchstaben „EMU“ stehen für „Energie“, „Mensch“ und „Umwelt“. Denn wichtig ist für Agnes Weber nicht nur, dass von ihr geplante und gebaute Häuser energieeffizient sind, und sich durch den Einsatz von umwelt- und gesundheitsverträglichen Baustoffen auszeichnen, sondern auch ein fairer, menschlicher Umgang mit den Baufamilien und den Handwerkern, indem auf Fragen eingegangen und Probleme angesprochen werden. So realisiert die EMU Baubüro GmbH für ihre Kunden schlüsselfertige, energieeffiziente Häuser. Auf Wunsch vermittelt sie sogar das Grundstück.

Eine gelungene Verwandlung

Mit der Gründung der Bauträgergesellschaft wurde das alte Büro zu klein. Im Jahr 2011 fand sich ein langgestreckter Flachdachbau mit Umbaupotenzial, der vorher eine Tanzschule beherbergte. Im Februar 2012 begann die Bauphase. Das ehemals schmuck- und fensterlose, einstöckige Gebäude hat Agnes Weber in ein Passivhaus verwandelt, dessen Holzverschalung aus deutscher Lärche mit grünen Schmuckelementen schon von Weitem auffällt und die 28 Zentimeter dicke Dämmung versteckt. Ein zweistöckiger neuer Anbau mit puristischer Glasfassade steht dazu in spannendem Kontrast.

Finanzspritze für Gebäudesanierung

Ob Wohngebäude oder Büro – im Passivhaus soll möglichst der komplette Wärmebedarf aus sogenannten passiven Energien gedeckt werden, also aus der Abwärme von Geräten wie Kühlschrank oder PC und der Körperwärme der Bewohner. Agnes Weber erklärt: „Ein Büro stellt andere Anforderungen als ein Wohnhaus, weil hier zu anderen Zeiten andere Mengen an Wärme anfallen. Das mussten wir bei der Planung der Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung entsprechend berücksichtigen.“

Den Kauf von Grundstück und Altgebäude finanzierte sie mit 80.000 Euro aus dem NRW.BANK.Mittelstandskredit. Für den Umbau kamen noch mal 380.000 Euro aus dem von der NRW.BANK vermittelten KfW-Energieeffizienzprogramm 244 zum Einsatz. „Wir stellen ja für andere Bauherren entsprechende Anträge, deshalb sind wir mit der Förderlandschaft vertraut und haben dann ein für uns passendes Programm für Gewerbeimmobilien recherchiert.“ Voraussetzung für die Bewilligung war, dass das Gebäude unter dem energetischen Grenzwert für einen Neubau bleibt. Kein Problem für Agnes Weber: Ihr Büro im Passivhaus unterschreitet diesen um ein Vielfaches.

Energisch in die Zukunft

Im November 2012 ist sie mit ihrem siebenköpfigen Team umgezogen. „Jetzt arbeiten wir an den letzten Details. Auf dem Dach wollen wir 2013 noch ein Photovoltaikanlage installieren und vor dem Haus eine Tankstelle für Elektroautos einrichten“, berichtet die Architektin begeistert. „Außerdem entsteht im Keller eine Ausstellung, in der wir unseren Kunden verschiedene Materialien für umweltfreundliches Bauen vorstellen können.“
Und natürlich geht Agnes Weber in der neuen Wirkungsstätte wieder energiegeladen für noch mehr gebauten Klimaschutz in NRW ans Werk: „In Oelde-Stromberg entsteht derzeit unser zweites Plus-Energiehaus. Außerdem wurden wir für den Wettbewerb ‚100 EnergiePlus Häuser für Dortmund’ ausgelost. Damit sucht die Stadt die besten Ideen für Häuser, die ein Energieplus von 1.000 Kilowattstunden pro Jahr erzeugen. Darüber freue ich mich sehr“, erzählt sie und man sieht den Tatendrang in ihren Augen blitzen.

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