Bottrop InnovationCity: klimafreundliche Stadt der Zukunft wird sichtbar
In Bottrop wird ein komplettes Stadtquartier mit 70.000 Einwohnern klimafreundlich saniert. (Bild: NRW.BANK)
Siegel: Energieeffizienz lohnt sich

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//InnovationCity: Stadt der Zukunft wird sichtbar

Nach der Euphorie durch den prestigeträchtigen Titel „InnovationCity“ werden in Bottrop nun die Ärmel hochgekrempelt. Schließlich soll in der Ruhrgebietsstadt innerhalb von zehn Jahren der CO2-Ausstoß um 50 Prozent verringert werden. Dafür wird weltweit erstmals ein komplettes Stadtquartier mit 70.000 Einwohnern klimafreundlich saniert.

Der „Macher" der Neuen Mitte Oberhausen und Geschäftsführer der InnovationCity Management GmbH Burkhard Drescher. (Bild: NRW.BANK) Der „Macher" der Neuen Mitte Oberhausen und Geschäftsführer der InnovationCity Management GmbH Burkhard Drescher. (Bild: NRW.BANK)

„Ich bin sicher, wir können das von uns gesteckte Ziel erreichen“, so Burkhard Drescher, seit September 2011 Geschäftsführer der InnovationCity Management GmbH. „Vorausgesetzt, uns gelingt es, die Menschen zu bewegen.“ Und genau das traut man ihm zu. In den 1990er Jahren war Burkhard Drescher zuerst als Stadtdirektor, dann als Oberbürgermeister der Stadt Oberhausen maßgeblich an der Entwicklung der Neuen Mitte Oberhausen beteiligt. Damit gelang es ihm, eine Stadt, die nach dem Ende des Bergbaus unter dem Strukturwandel zu leiden hatte, in ein ernst zunehmendes Touristenziel zu verwandeln. „Gerade die Ruhrgebietsstädte brauchen ein Alleinstellungsmerkmal, um auch nach der Ära der Montanindustrie bestehen zu können“, ist er überzeugt.

Überzeugungsarbeit ist gefragt

Und Burkhard Drescher ist einer, der anpackt: Aus 77 Projekten, mit denen sich Bottrop beim Initiativkreis Ruhr beworben hatte, wurden unter seiner Ägide stolze 100 Projekte. Herzstück ist der Bereich Wohnen. „Dabei geht es nicht nur um Neubauten, bei denen sich eine energetische Bauweise vergleichsweise leicht umsetzen lässt“, so Burkhard Drescher. „In erster Linie wollen wir auch Hausbesitzer überzeugen, in energetische Sanierungen zu investieren.“ Denn schließlich gebe es attraktive Fördermöglichkeiten, zudem schone man die Umwelt und steigere nicht zuletzt den Wert der Immobilie. Dennoch herrscht in Sachen Informationspolitik noch Nachholbedarf: Nach der ersten Euphorie, die in der Stadt zu spüren war, sind in Bottrop im Jahr Eins nach dem Zuschlag nun weitere Taten gefragt. „Gerade im Ruhrgebiet brauchen die Leute etwas, was sie sehen und anfassen können, um sich zu begeistern“, ist Burkhard Drescher überzeugt. „In diesem Jahr beginnen die ersten Baustellen, dann sehen die Menschen, dass sich etwas tut.“

Zukunftshäuser

Aus demselben Grund hat InnovationCity einen Modellhaus-Wettbewerb „Zukunftshäuser" ausgeschrieben, den die NRW.BANK unterstützt. „Wir suchen ein Geschäftshaus, ein Reihenhaus unter Denkmalschutz und ein Einfamilienhaus“, erläutert Burkhard Drescher. Besitzer solcher Häuser können sich bewerben und InnovationCity Management GmbH übernimmt die kompletten Material- und Technikkosten einer energetischen Sanierung. „Nur den Handwerker muss man dann noch selbst bezahlen.“ Des Weiteren setzt er auf eine Informationsoffensive: Mit 30 geschulten Studenten wurde im Winter eine Haus-zu-Haus-Beratung durchgeführt.

Um die Elektromobilität in Bottrop und in der Region weiter zu fördern, hat die Emscher Lippe Energie GmbH (ELE) 2011 drei weitere Ladesäulen für Elektroautos ans Netz gebracht. (Bild: NRW.BANK) Um die Elektromobilität in Bottrop und in der Region weiter zu fördern, hat die Emscher Lippe Energie GmbH (ELE) 2011 drei weitere Ladesäulen für Elektroautos ans Netz gebracht. (Bild: NRW.BANK)

Ein weiteres Projekt zur aufsuchenden Beratung hat die NRW.BANK ins Rollen gebracht: „Wir haben NRW.URBAN beauftragt, Hausbesitzer über die Nachhaltigkeit ihrer Immobilie zu befragen“, erklärt Werner Kindsmüller von der NRW.BANK. Neben energetischen Aspekten soll es dabei auch um Themen wie Barrierefreiheit und das Zusammenlegen von Wohnraum gehen. „Die Leute nehmen erst Geld in die Hand, wenn ganzheitliche Konzepte für die Zukunft ihres Hauses vorliegen“, ist Werner Kindsmüller überzeugt.

Eine kostenfreie, ausführliche Energieberatung gibt es zudem seit letztem Herbst im Zentrum für Information und Beratung (ZIB). Dieses Angebot wurde von Anfang an gut angenommen: Die Gesprächstermine der zwei Energieberater sind stets drei Wochen im Voraus ausgebucht.

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