Miriam Bieganski und Andreas Blümel erläutern, wie die NRW.BANK Kommunen unterstützt, kommunale Herausforderungen zu bewältigen.
Miriam Bieganski und Andreas Blümel, Projektbetreuer im Referat „Projekte Öffentliche Hand“ (Foto: NRW.BANK)

Kommunen

//Kommunale Entwicklungspfade

Quo vadis? In Richtung Zukunft. Die NRW.BANK unterstützt Kommunen im Kernberatungsfeld „Kommunale Entwicklungspfade“ dabei, kommunale Herausforderungen zu bewältigen. Dazu gehören die Unterstützung bei der Suche nach Optimierungspotenzialen – beispielsweise in Bezug auf neue oder bestehende Prozesse – aber auch die Entwicklung effizienter Steuerungsstrategien, um sich noch zielgerichteter und zukunftsfähiger aufzustellen. Die Themenfelder sind dabei breit gefächert. Miriam Bieganski und Andreas Blümel, beide Projektbetreuer im Referat „Projekte Öffentliche Hand“, erläutern die Vorgehensweise.

Frau Bieganski, Herr Blümel, wenn Ihr Themenfeld „Kommunale Entwicklungspfade“ ist, sind Sie dann für Städte, Gemeinden und Kreise die Pfadfinder?

Miriam Bieganski: So etwas in der Art, wobei die Kommunen ihre Ziele natürlich selbst definieren. Wir unterstützen sie mit unserem Know-how dabei, den geplanten Weg zu beschreiten, begleiten Prozesse vor Ort im Einzelgespräch oder in Workshops und bieten Plattformen für den Austausch an. Dabei geben wir keine Empfehlungen ab, sondern stehen den Kommunen als Sparringspartner etwa bei Stärken- und Schwächen-Analysen beratend zur Seite. Es ist eine Hilfe zur Selbsthilfe, um bestehende Prozesse zu optimieren, aber auch neue Dinge anzustoßen. Wichtig ist dabei, dass der Kommune immer ein Mehrwert entsteht, der ihr ermöglicht, ihre Aufgaben und Herausforderungen noch besser zu bewältigen.

 

Welche Themen kommen zur Sprache?

Andreas Blümel: Wir kümmern uns um die Themen, für welche den Verwaltungen oft die Zeit und die Ressourcen fehlen, sich selbst einzuarbeiten. Das sind zum Beispiel Risikomanagement, inter- und intrakommunale Zusammenarbeit und Creditor Relations. Genau diese Themen gewinnen aber für Kommunen im Hinblick auf ihre Zukunftsausrichtung oder auch Finanzstruktur an Bedeutung. Auch können enorme Vorteile entstehen – deshalb haben diese Themen bei Bürgermeistern und Kämmerern auch eine hohe Priorität.

 

Wie beraten Sie im Hinblick auf die inter- und intrakommunale Zusammenarbeit?

Blümel: Egal, ob es um Feuerwehrleitstellen oder Forderungsmanagement geht: Es gibt viele Ideen, wie kommunale Aufgaben und Dienstleistungen zusammengelegt werden können. Dadurch können Effizienzen gehoben und die Qualität der Leistungen sichergestellt werden. Wir bieten sowohl Möglichkeiten zum Austausch in diesen Themen als auch konkrete Projektbegleitungen. Dabei können wir unterstützen, die Fragestellungen zu strukturieren und eine Konzeption zu entwickeln. Zudem moderieren wir bei Bedarf Gespräche und beraten Politik und Verwaltung dazu, welche Möglichkeiten sich auch in Bezug auf den Haushalt ergeben. Übrigens gilt das auch für städtische Tochtergesellschaften.

 

Ein sensibles Thema ist das Risikomanagement.

Bieganski: In der Tat – hier haben viele Kommunen Handlungsbedarf identifiziert. Denn innerhalb eines zentralen Risikomanagements meldet jeder Bereich, welche Risiken er hat. Das ist in privaten Unternehmen gang und gäbe, aber noch nicht in jeder Kommune verbreitet. Viele haben da die Befürchtung, dass unnötig zusätzliche Arbeit entsteht oder ihnen jemand über die Schulter schaut und vielleicht sogar reinreden könnte. Deshalb vermitteln wir nicht nur das Handwerkszeug zum zentralen Risikomanagement, sondern zeigen auch die Chancen, die sich dadurch ergeben, und die Gefahren, die ein ausbleibendes Risikomanagement birgt.

 

Gibt es weitere Themen, die bei ihrer Beratung eine Rolle spielen?

Bieganski: Ja! Die Zusammenarbeit der Kommunen mit den Banken und weiteren Investoren hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt. Der Markt für Kommunalkredite ist weiterhin gut, da ausreichend Anbieter und auch Liquidität vorhanden sind. Dennoch ist die Gewinnung neuer und die Pflege bisheriger Kapitalgeber ein wichtiges Thema. Kommunen schaffen sich so eine breitere Finanzierungsbasis und können auf eventuelle Veränderungen der Marktbedingungen besser reagieren. Die Kommunen müssen in eine aktivere Kommunikation mit den Banken und Investoren gehen. Ein gutes Creditor Relations Management kann diese Kommunikation zielgerichtet unterstützen und hilft dabei, sich professioneller aufzustellen. Als Förderbank verfügen wir über die notwendige Expertise, unsere Kommunen auch bei diesem Thema zu beraten.

 

Stand: 19. Juni 2017

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