Bei den Flüchtlingsunterkünften in Münster-Gievenbeck hat die Stadt auf Holzbauten als nachhaltige Alternative gesetzt
Holzbauten für Flüchtlinge als nachhaltige und flexible Alternative (Bild: NRW.BANK / Lokomotiv)
Siegel: Energieeffizienz lohnt sich

Wohnen

//Holzbauten für Flüchtlinge

Ein modernes Gebäude mit heller Fassade und dazwischen frisches Grün – die Flüchtlingsunterkunft in Münster-Gievenbeck wirkt auf den ersten Blick freundlich und einladend. Die Stadt hat beim Bau auf einen neuen Trend gesetzt: Holzbauten für Flüchtlinge, die später zum Beispiel auch in studentischen Wohnraum umgewandelt werden können. Unterstützung bekam die Kommune dabei von der NRW.BANK sowie vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW.

Um den vielen Flüchtlingen eine Bleibe für die erste Zeit zu bieten, hat sich die Stadt Münster im Stadtteil Gievenbeck für eine nachhaltige und flexible Alternative entschieden. „An der Gronowskistraße haben wir ein zweigeschossiges Gebäude in Holzbauweise errichtet, in dem 100 Personen leben können“, erklärt Stadtkämmerer Alfons Reinkemeier. „Alle Wohneinheiten haben eine eigene Küchenzeile und ein eigenes Badezimmer.“ Zudem wurde bei der Standortwahl großer Wert auf eine gute soziale Infrastruktur gelegt, um den Schutzsuchenden beste Integrationsvoraussetzungen zu bieten.

Stadtkämmerer Alfons Reinkemeier setzt bei der Flüchtlingsunterkunft in Münster-Gievenbeck auf eine nachhaltige Bauweise (Bild: NRW.BANK / Lokomotiv) Stadtkämmerer Alfons Reinkemeier setzt bei der Flüchtlingsunterkunft in Münster-Gievenbeck auf eine nachhaltige Bausweise (Bild: NRW.BANK / Lokomotiv)

Wirtschaftliche Lösung

In Münster wie in weiteren Kommunen in Nordrhein-Westfalen haben sich die Investoren aus vielfältigen Gründen für die Holzbauweise entschieden. Alfons Reinkemeier berichtet: „Zum einen mussten wir im letzten Sommer sehr schnell Wohnraum für Flüchtlinge schaffen und zum anderen waren die Preise für Container damals stark angestiegen. Mit der Holzrahmenbauweise haben wir eine nachhaltigere und wirtschaftliche Lösung gefunden.“ So können die Holzbauten, weil sie vorgefertigt sind, nach einer Bauzeit von nur drei Monaten schlüsselfertig übergeben werden. Zudem erfüllen sie hohe Standards bei der Gebäudehülle und Energietechnik, sodass sie geringe Betriebskosten haben.

Bauen mit Holz

„Ganzheitliche Lösungen des modernen Holzbaus können einen Beitrag dazu leisten, innerhalb kurzer Zeit nachhaltigen und flexiblen Wohnraum, der gegebenenfalls an anderer Stelle wieder aufgebaut werden kann, in den Kommunen zu schaffen“, so Martin Schwarz vom Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen. Neben der Bewirtschaftung des Staatswaldes gehört auch die Förderung der Holzwirtschaft zu den Aufgaben des Landesbetriebs. Mit der Plattform „Holzbauten für Flüchtlinge“ unterstützt Wald und Holz NRW seit Herbst 2015 öffentliche Bauentscheider sowie private Investoren bei der Umsetzung entsprechender Holzbauprojekte. Diese können neben der Telefonhotline über das gleichnamige Webportal die Fachberatung Holzbau nutzen. Dafür, wie auch für eine Vor-Ort-Beratung in den Kommunen, stehen zwei erfahrene und spezialisierte Ingenieure zur Verfügung.

Passende Förderung

Um die Kosten für den Bau der Unterkunft in Gievenbeck zu stemmen, nutzte die Stadt Münster das Darlehen NRW.BANK.Flüchtlingsunterkünfte der Förderbank für Nordrhein-Westfalen. Alfons Reinkemeier erläutert: „Nicht nur die guten Konditionen haben uns überzeugt. Auch das Antragsverfahren lief sehr schlank und problemlos. Insbesondere weil die Mitarbeiter der NRW.BANK jederzeit ansprechbar waren und uns gut unterstützt haben.“

„Zweites Leben“ als Studentenwohnheim

Ralph Ishorst, Förderberater Öffentliche Kunden der NRW.BANK, erklärt zudem: „Positiv hervorzuheben bei Projekten dieser Art ist für uns immer, wenn ein ‚zweites Leben’ mitgedacht wurde. In der Studentenstadt Münster könnten die Flüchtlingsunterkünfte etwa in studentischen Wohnraum umgewandelt werden.“ So können Städte und Gemeinden des Landes mit Flüchtlingsunterkünften in Holzbauweise aktuelle Herausforderungen des Wohnungsmarktes innovativ und mit Zukunftsperspektive bewältigen.

Stand: 21. Juni 2016

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