Finanziert über Förderprogramme der KfW-Bankengruppe und der NRW.BANK saniert die Stadt Kevelaer ihr Rathaus
Ralf Püplichuisen, Kämmerer der Stadt Kevelaer (Bild: NRW.BANK / Lokomotiv)
Siegel: Energieeffizienz lohnt sich

Kommunen

//Rathaus Kevelaer: Vom Sanierungsfall zum KfW-70-Haus

„Bei stürmischem Wetter pfiff der Wind hier so stark durch die Fenster, dass man nicht mehr telefonieren konnte“, erinnert sich Ralf Püplichuisen. Als Kämmerer der Stadt Kevelaer begleitet er die energetische Sanierung des dortigen Rathauses. Das Ziel: Die CO2-Emmissionen um 55 Prozent senken und den Standard eines KfW-70-Hauses erreichen. Finanziert wird die Sanierung über Förderprogramme der KfW-Bankengruppe und der NRW.BANK.

Undichte Fenster waren nur eins von vielen Problemen: Eine Wärmedämmung gab es so gut wie gar nicht, immer wieder wurde das Dach undicht. Der dringende Sanierungsbedarf ergab sich zudem noch aus anderen Gründen: In den alten Baumaterialien fanden sich PCB und Asbest, künstliche Mineralfasern stellten ein weiteres Gesundheitsrisiko dar. Nicht zuletzt war die Haustechnik auf einem völlig veralteten Stand und die aktuellen Brandschutzvorschriften erfüllte das Gebäude mehr schlecht als recht.

In die Jahre gekommen: das Rathaus in Kevelaer vor der Sanierung (Bild: Stadt Kevelaer) In die Jahre gekommen: das Rathaus in Kevelaer vor der Sanierung (Bild: Stadt Kevelaer)
Frisch renoviert erscheint das Gebäude rundum im neuen Glanz (Bild: NRW.BANK / Lokomotiv) Frisch renoviert erscheint das Gebäude rundum im neuen Glanz (Bild: NRW.BANK / Lokomotiv)

Energetische Sanierung spart Kommune 30.000 Euro pro Jahr

„Wir haben über viele Jahre hinweg im Rathaus nur die notwendigen Reparaturen durchgeführt und hier zugunsten der Schulen und Kindergärten gespart“, berichtet Ralf Püplichuisen. Doch schließlich führte kein Weg mehr an einer Sanierung vorbei. Im Herbst 2013 fiel der Startschuss. Seither wurden alle Kabel neu verlegt, die Heizungsleitungen ausgetauscht und isoliert, die Fassade und das Dach gedämmt, die Fenster ausgetauscht, ein neues Beleuchtungssystem eingebaut und die alte Heizungsanlage durch ein effizientes Blockheizkraftwerk (BHKW) ersetzt. Hinzu kam eine Photovoltaikanlage auf dem Dach mit einer Leistung von 15 kW/peak.

Das energetische Ergebnis kann sich sehen lassen: „Wir können den Gesamtwärmebedarf so auf 120.000 kW/h pro Jahr senken. Das entspricht einer Reduktion um 70 Prozent gegenüber dem nicht sanierten Zustand“, erläutert Ralf Püplichuisen. Der Stromverbrauch wird zusätzlich um rund 13 Prozent sinken. „Nach unserer Planung werden sich die Energiekosten in unserem Rathaus um 30.000 Euro pro Jahr reduzieren“, ist Ralf Püplichuisen zufrieden.

Zentraler Anlaufpunkt für Bürger, Touristen und Pilger

Das Rathaus ist zentraler Anlaufpunkt für Bürger genauso wie für Touristen und Pilger, die Kevelaer besuchen: Im Erdgeschoss befindet sich das Bürgercenter einschließlich der Touristen-Information, die sonntags geöffnet sein wird. „Neben den rund 800.000 Besuchern der Wahllfahrtskirchen hier in Kevelaer haben wir auch eine große Zahl von Radtouristen, die unsere Stadt besuchen.“ Sie werden nun nicht mehr von der unansehnlichen Betonfassade aus den späten 1970er-Jahren empfangen, sondern von einer Keramikfassade, die in der Formensprache den Backsteinstil des Niederrheins aufnimmt und farblich einen frischen Akzent setzt. Die Fassade gehört ebenfalls zur Dämmung der Außenhülle: Durch das spezielle Material wurde für das Rathaus der KfW-70-Standard erreicht.

„Insgesamt haben wir für die Sanierung mit Kosten von 7,58 Millionen Euro geplant. Nach dem derzeitigen Stand der Arbeiten werden wir dieses Budget genau einhalten“, so Ralf Püplichuisen. Bei der Finanzierung stand ihm Nicola Trendelkamp, Förderberaterin Öffentliche Kunden bei der NRW.BANK, zur Seite: „Wir haben bei der Auswahl der Finanzierungsprogramme ein besonderes Augenmerk auf die energetischen Aspekte der Sanierung gelegt. Bei solchen Projekten ist es sehr gut, wenn man das Wissen des Kämmerers vor Ort mit dem Fachwissen über die Förderprogramme bei der NRW.BANK kombiniert.“ Schließlich kamen Mittel der KfW Bankengruppe zur energetischen Sanierung genauso zum Einsatz wie Fördermittel aus dem Programm NRW.BANK.Kommunal Invest und ein langfristiger klassischer Kommunalkredit. „Wir kommen so im derzeitigen Umfeld auf einen Zins von deutlich unter einem Prozent“, fasst Ralf Püplichuisen zusammen – ein weiterer positiver Aspekt der Sanierung neben Termintreue, Budgeteinhaltung und deutlich sinkenden Energie- sowie Instandhaltungskosten.

Stand: 28. September 2015

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