Viktoria.Quartier in der Bochumer City greift Entwicklungen auf, fördert Netzwerke und macht Unternehmen sowie Kreative bekannter
Thomas Sichelt, persönlicher Referent des Beigeordneten für Kultur, Bildung und Wissenschaft der Stadt Bochum, und Marion Behn, Projektleiterin Kreativwirtschaft bei der Wirtschaftsförderung Bochum GmbH (Bild: NRW.BANK)

Kommunen

//Kreativquartiere: Möglichkeitsräume in der Bochumer City

Mit einem „integrierten Handlungskonzept“ entwickelt die Stadt Bochum das Viktoria.Quartier in der City zu einem Schmelztiegel der Kreativwirtschaft. Größte Herausforderung ist, den Kreativen Räume zur Verfügung zu stellen. Zu diesen „Möglichkeitsräumen“ wird auch das Musikzentrum zählen, für das Bürger, Stadt und Land an einem Strang ziehen.

„Das Kreativquartier ist ja keine Erfindung von uns“, erklärt Thomas Sichelt, persönlicher Referent des Beigeordneten für Kultur, Bildung und Wissenschaft der Stadt Bochum, der sich um die Entwicklung des Viktoria.Quartiers kümmert. „Hier sind seit vielen Jahren Agenturen ansässig, die klassisch zur Kreativwirtschaft gehören. Mit der Idee zum Viktoria.Quartier geht es uns darum, Entwicklungen aufzugreifen, Netzwerke zu fördern und die Unternehmen und Kreativen bekannter zu machen.“ Davon profitieren unter dem Strich alle: „Wir kombinieren Bestehendes mit neuen Entwicklungen. So locken wir neue Kreative an und veranlassen die Menschen, bei uns zu bleiben.“

Das Veranstaltungszentrum "Rotunde" im ehemaligen Katholikentagsbahnhof im „Bermuda3Eck“ in Bochum (Foto: Lutz Leitmann / Stadt Bochum, Presseamt) Das Veranstaltungszentrum "Rotunde" im ehemaligen Katholikentagsbahnhof im „Bermuda3Eck“ in Bochum (Foto: Lutz Leitmann / Stadt Bochum, Presseamt)
Das SAE Institute am Springerplatz in Bochum (Foto: Lutz Leitmann / Stadt Bochum, Presseamt) Das SAE Institute am Springerplatz in Bochum (Foto: Lutz Leitmann / Stadt Bochum, Presseamt)
Das „Bermuda3Eck“ ist ein belebtes und beliebtes Szeneviertel (Foto: Lutz Leitmann / Stadt Bochum, Presseamt) Das „Bermuda3Eck“ ist ein belebtes und beliebtes Szeneviertel (Foto: Lutz Leitmann / Stadt Bochum, Presseamt)

Kreativ im Bestand

Zum Bochumer Kreativquartier gehören neben dem legendären Kneipenviertel „Bermuda3Eck“ auch die angrenzenden Wohnviertel. „Wichtig für die Entwicklung ist, dass genügend leere Räume vorhanden sind, die neu genutzt werden können. Solche Möglichkeitsräume finden sich ja nicht nur in Industriebauten“, erklärt Marion Behn, Projektleiterin Kreativwirtschaft bei der Wirtschaftsförderung Bochum GmbH. „Hier in Bochum haben die Kreativen gerade die 1950er- und 1960er-Jahre-Bauten für sich entdeckt.“

Zu diesen Möglichkeitsräumen zählt zum Beispiel die „Rotunde“, die 1949 als Bahnhof errichtet wurde und heute „Brutstätte“ für völlig neue Veranstaltungsformate, Projekte und Festivals ist. Nur wenige Schritte weiter ist das „Viertel vor Ehrenfeld“ zu finden, ein klassisches Wohnviertel, in dem bereits seit rund zehn Jahren Kreative neue Geschäftsideen ausprobieren, Designläden, Galerien oder Cafés eröffnen. „Das ist ein spannendes Gründerquartier. Heute ist hier schon die zweite Generation aktiv“, so Marion Behn. Kreatives Kleinod ist das „Rottstr. 5 Theater“, das in einem Brückengewölbe unter einer Bahntrasse seine Spielstätte gefunden hat. Ein paar Minuten zu Fuß entfernt liegt der Springerplatz. Hier hat das SAE-Institut, das weltweit Ausbildung in allen Bereichen der audio-visuellen Medien anbietet, einen ehemaligen Bunker bezogen.

Neue Möglichkeitsräume

Und es entstehen neue Räume: Kurz vor der Eröffnung steht die Zukunftsakademie NRW, die Möglichkeitsräume für temporäre Projekte bieten wird. Größtes Einzelprojekt im Viktoria.Quartier ist das im Bau befindliche Musikzentrum, in dem die Bochumer Symphoniker und die Bochumer Musikschule unterkommen werden. „Das wird ein Nukleus, eine zentrale Adresse im Viktoria.Quartier“, ist Thomas Sichelt überzeugt.

Möglich wurde es durch einen großen Kraftakt: 33 Millionen Euro wird der Bau kosten, rund 14 Millionen Euro kamen über Spenden der Bochumer Bürger zusammen. Aus dem NRW-EU-Ziel 2-Programm und der Städtebauförderung des Landes NRW kommen 16 Millionen Euro hinzu, das Kulturministerium beteiligt sich mit einer halben Million Euro. Insgesamt wurden so gleich drei Ministerien aktiv: das Wirtschaftsministerium für die EU-Mittel, das Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr und das Kulturministerium des Landes NRW. Zusätzliche Unterstützung kommt von der NRW.BANK. Bochum selbst ist mit 2,4 Millionen Euro beteiligt. Die Fäden laufen schließlich bei der Bezirksregierung Arnsberg zusammen, bei der alle Anträge auf Städtebauförderung eingereicht und geprüft werden.

„Zentraler Punkt der Städtebauförderung ist, dass Projekte, die gefördert werden sollen, Bestandteil eines integrierten Handlungskonzepts für ein ganzes Quartier sind“, erklärt Hartmut Schindler, der sich bei der Bezirksregierung um das Bochumer Projekt kümmert. „Das ist beim Bochumer Viktoria.Quartier der Fall.“ Und nicht nur das: „Neben der Spendenbereitschaft der Bochumer überzeugte die Idee, Symphoniker und Musikschule, aber auch die freie Szenekultur unter einem Dach zu vereinen. Das ist für NRW ein völlig neuer Weg“, so Hartmut Schindler. Noch ein weiterer Aspekt spielte eine wichtige Rolle: In den Neubau wird ein ehemaliges Kirchenschiff einbezogen. Dieser Raum wird nicht nur Foyer des Musikzentrums sein: „Hier treffen Hochkultur, elementare musikalische Ausbildung und freie Kulturszene aufeinander“, wie Thomas Sichelt erklärt. „Das wird auch ein neuer, spannender Möglichkeitsraum.“

Im Viktoria.Quartier mitten in der Bochumer City schafft die Stadt mit einem „integrierten Handlungskonzept“ neue Möglichkeitsräume für Kreative. Von Kulturszene bis Hochkultur – dieses Kreativquartier verbindet

Fördermöglichkeiten für Ihr Vorhaben finden

Ich suche Fördermöglichkeiten für
im Förderthema

Eine vollständige Übersicht der Auswahlkriterien bietet Ihnen die  Produktsuche

Kommunen

Christian Plümpe, einer der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Prisma GmbH & Co. KG (Bild: NRW.BANK)

Kreativquartiere: Neuer Anziehungspunkt für Dorsten

„Jede mittelgroße Stadt verträgt ein Kreativquartier“, ist Christian Plümpe überzeugt. „Kreative Menschen sind ja kein Phänomen, das sich auf Köln oder Berlin beschränkt.“ Christian Plümpe ist einer der Macher des Creativquartiers Fürst Leopold in Dorsten, das sich in kurzer Zeit zu einem beliebten Treffpunkt in der Stadt gemausert hat.

Weiterlesen

Kommunen

Für Dr. Christian Schmidt helfen Kreativquartiere, die Zukunft Hagens zu gestalten (Bild: NRW.BANK)

Kreativquartier Hagen ist europäisch vernetzt

Kreativquartiere tragen immer eine lokale Handschrift und leben von den Ideen der Menschen vor Ort. Das trifft auch auf die Elbershallen in Hagen zu. Mit der Teilnahme am europäischen CURE-Projekt wagten die Macher des Quartiers zudem den Blick über die Landesgrenzen hinaus.

Weiterlesen

Kommunen

Alte Zechengebäude werden Wirkstätten für Kreative (Bild: NRW.BANK)

Kreativquartiere: Dinslaken setzt auf „Bilbao-Effekt“ im Kleinen

2005 war endgültig „Schicht im Schacht“: So wie viele andere Bergwerke im Ruhrgebiet zuvor schloss auch die Zeche Lohberg in Dinslaken ihre Pforten – aber nur, um diese im Jahr 2010 als Kreativ.Quartier Lohberg wieder zu öffnen. Als Teil des europäischen Projektes „CURE – Creative Urban Renewal in Europe“ gibt das Quartier neue Impulse für die Kreativwirtschaft.

Weiterlesen

Ihre Anfrage

* Pflichtfelder Ihre E-Mail-Adresse und die E-Mail-Adresse des Empfängers/der Empfänger werden ausschließlich zu Übertragungszwecken verwendet und anschließend gelöscht.

Feedback

Ihre Bewertung der Seite

Haben Sie ein Anliegen und möchten lieber persönlich in Kontakt mit der NRW.BANK treten? Dann nutzen Sie bitte unsere Kontaktmöglichkeiten.