InnovationCity Ruhr Bottrop veranstaltet Wettbewerb für Sanierung von Bestandsbauten
Beim Projekt „InnovationCity Ruhr“ Bottrop wird ein komplettes Stadtquartier energetisch und klimafreundlich saniert (Bild: Behrendt und Rausch Fotografie)
Siegel: Energieeffizienz lohnt sich

Kommunen

//Kommunen: Bottrop macht Altbauten fit für Energiewende

Ein neues Haus so zu bauen, dass es Energie spart, ist ein wichtiger Beitrag zur Energiewende. Doch eine mindestens ebenso große Herausforderung stellt die energetische Sanierung der Bestandsbauten dar. In Bottrop wird nun vorgeführt, was technisch möglich ist: Im Rahmen eines unter anderem von der NRW.BANK finanzierten Wettbewerbs werden drei betagte Gebäude zu Plus-Energie-Häusern umgebaut. Die „Zukunftshäuser“ sollen mehr Energie produzieren als sie benötigen.

Beim Zukunftshaus-Wettbewerb der InnovationCity Ruhr – Modellstadt Bottrop wählte eine Jury Häuser aus drei Kategorien aus. Gesucht wurden ein Einfamilien-, ein Mehrfamilien- und ein Geschäftshaus. „Wir wollen an den ganz unterschiedlichen Gebäuden zeigen, welche zukunftsfähigen Techniken und Verfahren es gibt, um alte Gebäude energetisch zu sanieren und in Plus-Energie-Häuser umzuwandeln. Gleichzeitig können alle Beteiligten viele Erfahrungen für die weitere Sanierung von Altbauten sammeln“, sagt Rüdiger Schumann von der InnovationCity Management GmbH.

In Bottrop werden Gebäude mit Unterstützung durch Unternehmen, Land und Stadt saniert (Bild: Lars Behrendt) In Bottrop werden Gebäude mit Unterstützung durch Unternehmen, Land und Stadt saniert (Bild: Lars Behrendt)

Modellstadt setzt auf regenerative Energien

Das Motiv der InnovationCity Ruhr für den Wettbewerb liegt auf der Hand. „Als Modellstadt für Klimaschutz möchte man langfristig die ganze Stadt nur mit regenerativen Energien versorgen“, sagt Rüdiger Schumann. Dazu will man in den kommenden Jahren auch bei der Altbausanierung eine Schüppe drauflegen. Gerade die energetische Verbesserung alter Gebäude bietet nämlich viel Sparpotenzial: Rund 75 Prozent der Wohnhäuser in Deutschland sind älter als 30 Jahre und ein Großteil davon ist noch weit von den Möglichkeiten bezüglich Dämmung oder Energieverbrauch entfernt. In Bottrop ist diese Quote nicht wesentlich anders.

Altbausanierung mit Partnern aus der Wirtschaft

Um das Projekt stemmen zu können, sind beim Wettbewerb in der Ruhrgebietsstadt Partner aus der Wirtschaft mit im Boot. So wird etwa das Geschäftshaus in der Innenstadt unter Federführung von Bayer MaterialScience, einem führenden Hersteller für Dämm- und andere Polymermaterialien, zusammen mit dem EcoCommercial Building Programm umgebaut. Dahinter verbirgt sich ein weltweites Netz von Experten aus dem Bauproduktebereich. Beim Mehrfamilienhaus übernimmt das Wohnungsunternehmen Vivawest die Sanierung seiner Immobilie auf eigene Kosten und beim Einfamilienhaus (RWE Zukunftshaus) engagiert sich vor allem die RWE Effizienz GmbH. „Unsere Partner wollen die ganz unterschiedlichen Möglichkeiten nachhaltigen Bauens intelligent zusammenführen. Das hat es so bisher in dem Ausmaß nicht gegeben“, sagt Rüdiger Schumann.

Gefördert werden Maßnahmen zur energetischen Sanierung von Gebäuden, zum Beispiel bei veralteten Dachkonstruktionen (Bild: Rockwool) Gefördert werden Maßnahmen zur energetischen Sanierung von Gebäuden, zum Beispiel bei veralteten Dachkonstruktionen (Bild: Rockwool)

Veraltete Dachkonstruktion lässt Bewohner kalt

Alle drei Häuser sind aus den 1960er-Jahren und seitdem nur in Teilen energetisch saniert worden. Auf dem RWE Zukunftshaus etwa sind die Dachpfannen von 1964 zwar noch intakt, doch fehlt darunter eine Dämmung. Und am Sitzplatz im Esszimmer, direkt an einem der nicht mehr dichten, ebenfalls fast 50 Jahre alten Fenster, bekommen die Bewohner einen kalten Nacken, weil es zieht.

Mit Blockheizkraftwerk zum Plus-Energie-Haus

Solchen und anderen Mängeln soll mit der Sanierung abgeholfen werden. Dazu finanzieren die Partner die Sachkosten, die Hausbesitzer bezahlen die Arbeitszeit der Handwerker. Und zu den energetisch notwendigen gibt es noch einige sinnvolle Ergänzungen: So bekommt das Einfamilienhaus zum Beispiel eine Ladesäule für ein Elektroauto und eine intelligente Haustechnik zur Überwachung von Heizung, Fenstern und Rauchmeldern sowie zur Steuerung des Energieverbrauchs. Und das Mehrfamilienhaus wird von einem Blockheizkraftwerk dezentral mit Wärme und Strom versorgt. Alles, was die Anlage an überschüssiger Energie erzeugt, speist das Plus-Energie-Haus dann ins Netz ein.

Ausrichtung des Wettbewerbs passt gut zu Zielen der NRW.BANK

Die NRW.BANK beteiligte sich am Zukunftshaus-Wettbewerb. Die Motivation dazu beschreibt Ali Vareller, Marketingleiter der Förderbank: „Die inhaltliche Ausrichtung passt gut zu unserer Förderzielsetzung, energieeffiziente Maßnahmen an Altbauten zu finanzieren.“ Mit der Sanierung eines Einfamilien-, eines Mehrfamilien- und eines Geschäftshauses deckt der Wettbewerb zudem die wichtigsten Zielgruppen für die Förderung ab. „Da lag es nahe, dass wir uns dabei engagieren“, sagt Ali Vareller. Konkret beteiligt sich die Förderbank an den Kosten für Management und Organisation des Projekts.

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