Data Reality ist ein Trend in der Digitalisierung wie das Beispiel der Kommisionierung mit der Datenbrille „Picavi“ von Logcom zeigt
Dirk Franke, Geschäftsführer der Logcom GmbH (Bild: NRW.BANK / Lord Otto)

Innovation

//Datenbrille optimiert Kommissionierung

Leichte Datenbrillen statt klobiger Handhelds – das Start-up Logcom revolutioniert mit „Picavi“ die Arbeit im Lager. Ein weiteres Indiz dafür, dass in der Digitalisierung die Data Reality zu den großen Trends gehört.

Ob im Warenverkehr oder beim Gütertransport innerhalb der Lager – die Digitalisierung optimiert Wege und beschleunigt Prozesse. Davon können etwa auch Logistikunternehmen massiv profitieren. Um das digitale Potenzial noch besser auszuschöpfen, hat das Start-up Logcom mit „Picavi“ eine Datenbrille nebst Software entwickelt, die die Abläufe bei der Warenkommissionierung erleichtert. Im Einsatz ist „Picavi“ im Logistikzentrum des Kosmetikherstellers Dr. Babor GmbH & Co. KG in Aachen.

Im Logistikzentrum des Kosmetikherstellers Dr. Babor GmbH & Co. KG lagern rund 6.100 Artikel (Bild: Logcom GmbH) Im Logistikzentrum des Kosmetikherstellers Dr. Babor GmbH & Co. KG lagern rund 6.100 Artikel.
Babor hat die Kommissionierung von tragbaren Bildschirmen auf innovative Datenbrillen umgestellt (Bild: Logcom GmbH) Babor hat die Kommissionierung von tragbaren Bildschirmen auf innovative Datenbrillen umgestellt (Bilder: Logcom GmbH).

Überzeugende Testphase

Größer als zwei Fußballfelder ist die Lagerhalle nahe der A44, in der rund 6.100 Artikel ihren Platz haben. Ob Packmittel und Werbeartikel für die interne Konfektionierung oder fertige Produkte für den Kunden – alles muss karton- oder palettenweise für die Auslieferung an die Kunden kommissioniert werden. Mit vier induktionsgesteuerten Schmalgangstaplern fahren die Mitarbeiter von Regalplatz zu Regalplatz und arbeiten ihre Auftragseingänge ab. Seit Sommer 2015 geht nun alles noch schneller: Bei der Kommissionierung hat Babor von tragbaren Bildschirmen auf innovative Datenbrillen umgestellt. Zusätzlich sorgt eine Software dafür, dass die Wege der Mitarbeiter durch das Lager optimiert werden. Das Ergebnis dieser Maßnahmen kann sich sehen lassen: „Schon in der Testphase konnte eine belastbare Zeitersparnis von 18 Prozent erreicht werden. Die ersten Wochen des Echtbetriebs deuten auf noch bessere Quoten hin“, sagt Babor-Geschäftsführer Horst Robertz.

Pick-by-Vision nennen Fachleute diese Variante der Kommissionierung. „Um die weltweit erste marktreife Lösung fertigzustellen, war einiges an Entwicklungsarbeit nötig“, sagt Dirk Franke, Geschäftsführer der Logcom GmbH. Sein Unternehmen hat nicht nur die Datenbrillen für Babor geliefert, sondern auch die notwendige Software programmiert. Fast anderthalb Jahre dauerte es, bis die Kombination aus Hardware und Anwendung unter dem Namen „Picavi“ einsetzbar war. Zeit, die sich das Aachener Start-up dank seiner Investoren, der DSA Invest GmbH und dem Seed Fonds II Aachen, an dem auch die NRW.BANK beteiligt ist, nehmen konnte.

Prozessschritte übernimmt ein Server

So funktioniert Pick-by-Vision: Die Berechnung aller anstehenden Prozessschritte für die Kommissionierung übernimmt ein Server. Wo früher ein klobiger Handheld dem Mitarbeiter die benötigten Informationen anzeigte, kommt heute die 43 Gramm leichte Datenbrille ins Spiel. Per WLAN werden nur die notwendigsten Daten auf ihr kleines Display im rechten oberen Blickfeld übertragen: die Art und die Menge der Ware, die als Nächstes aus den Regalen geholt werden muss. Ein integrierter Barcodescanner erkennt den richtigen Stellplatz. Ist der anvisierte Artikel korrekt, wird für seinen Transport automatisch ein Etikett in der Fahrerkabine des Staplers ausgedruckt und die Datenbrille zeigt die Ablagestelle an, an der die eingesammelten Produkte für den anschließenden Versand bereitgestellt werden. Erst wenn dieser Arbeitsschritt abgeschlossen ist, wird der nächste Auftrag angezeigt. Damit das Hightech-Gerät auch eine ganze Arbeitsschicht durchhält, verbindet ein Kabel die Datenbrille mit einem speziellen Akku. „Die Akzeptanz des neuen Systems ist wegen seiner Einfachheit bei den Kollegen extrem hoch“, sagt Horst Robertz. Hinzu kommt: „Mit der Datenbrille haben sie beide Hände während des Vorgangs frei.“

Beides Pluspunkte, die überzeugen: Nach nur wenigen Monaten sind bereits mehrere „Picavi“-Systeme implementiert, zahlreiche weitere namhafte Unternehmen interessieren sich für den Einsatz. Der Erfolg aus der Startphase beflügelt das knapp 20-köpfige Logcom-Team: „Wir werden sehr schnell auch international tätig sein“, so Franke.

Stand: 15. Juli 2016

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Mittelstand

Geschäftsführer Dieter Berghaus (Bild: NRW.BANK / Lord Otto)

Nachfolge via Beteiligungsgesellschaft sichert Zukunft von AVS

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