Neuway Pharma entwickelt Wirkstoff-Transport-Technologie für die Behandlung von Erkrankungen des zentralen Nervensystems
Dr. Heiko Manninga (Bild: NRW.BANK)

Innovation

//Life Sciences: Private Equity finanziert medizinischen Fortschritt

Mit ihren Innovationen hilft die Life Sciences-Branche unter anderem unheilbare Krankheiten oder Epidemien zu besiegen. Doch ohne den Einsatz von Wagniskapital könnten viele Unternehmen dieser Branche ihre Ideen nicht zur Marktreife entwickeln. Ein Beispiel dafür ist die aus dem Life Science Inkubator hervorgegangene Neuway Pharma GmbH, die mit Venture Capital ihre Wirkstoff-Transport-Technologie für die Behandlung von Erkrankungen des zentralen Nervensystems weiterentwickelt.

Die Hürde, die die Neuway-Technologie überwindet, erfüllt eigentlich eine wichtige Schutzfunktion im menschlichen Körper: Die sogenannte Blut-Hirn-Schranke verhindert, dass schädliche Stoffe wie Krankheitserreger vom Blut ins Gehirn gelangen. Bei der Behandlung von Krankheiten des zentralen Nervensystems, etwa Gehirntumore, ist es allerdings gewünscht, dass Medikamente die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Bisher müssen sie durch komplizierte, mitunter gefährliche Eingriffe operativ ins Gehirn eingebracht werden. Neuway-Gründer Dr. Heiko Manninga arbeitet seit 2009 an einer „Medikamenten-Fähre“ als Alternative. Er erläutert: „Inspiriert hat uns die Natur. Wir haben uns für den Bauplan der Fähre an einem Virus orientiert, der darauf spezialisiert ist, ins Gehirn zu gelangen. Das von uns biotechnologisch hergestellte Protein ist der Virushülle nachempfunden. So kann es mit dem Medikament beladen ins Gehirn eindringen, dahin wo die Wirkung gewünscht ist.“ Nach dem Absetzen der heilenden Fracht kann die Wirkstoff-Fähre ohne schädliche Nebenwirkungen im Körper abgebaut werden.

Dr. Heiko Manninga arbeitet an Proteinen, die Medikamente ins Gehirn transportieren können. (Bild: NRW.BANK/Lokomotiv) Dr. Heiko Manninga arbeitet an Proteinen, die Medikamente ins Gehirn transportieren können.
Die Technologie der Neuway Pharma GmbH könnte die Behandlung von Erkrankungen des zentralen Nervensystems erleichtern  (Bild: NRW.BANK/Lokomotiv) Die Technologie der Neuway Pharma GmbH könnte die Behandlung von Erkrankungen des zentralen Nervensystems erleichtern (Bilder: NRW.BANK/Lokomotiv)

Ein Brutkasten für Lebenswissenschaften

Unterstützung bei der Grundlagenforschung in Form von Zeit, Raum und Finanzmitteln erhielt Neuway vom Life Science Inkubator (LSI) in Bonn, an dem auch die NRW.BANK mit Kapital aus dem Pre-Seed-Fonds beteiligt ist. Vorher muss jedes geförderte Projekt ein ausführliches Evaluierungsverfahren bestehen. Stefan Büchter, Leiter Fonds- und Business Management des Bereichs Unternehmensfinanzierung der NRW.BANK, erklärt, warum Dr. Heiko Manningas Idee 2009 für den LSI so überzeugend war: „Das Thema des gezielten und nebenwirkungsfreien Wirkstofftransports in der Biotechnologie war und ist von enormer Bedeutung. Der Ansatz, sich dafür des Bauplans eigentlich ‚übler Gesellen’ wie Viren zu bedienen, war beeindruckend und vielversprechend zugleich.“ Unter dem Projektnamen „Virus Like Particles“, kurz VLP, konnten Dr. Manninga und sein Team in den Räumen des LSI nicht nur forschen. Neben der materiellen Ausstattung vermittelt der LSI auch unternehmerisches Know-how. Dr. Heiko Manninga: „Der LSI setzt auf ganzheitliche Förderung, bei der es nicht nur um die Technologie geht. Die Coachings und Führungskräftetrainings waren ein wichtiger Baustein für mich auf dem Weg zum eigenen Unternehmen.“ Er schätzt zudem sehr, dass das Managementteam des LSI fortlaufend im Blick hat, ob für die Forschungsergebnisse überhaupt eine Marktchance besteht.

Unterstützung bei der Ausgründung

Im Frühjahr 2014 ging das Projekt VLP schließlich unter dem Namen Neuway Pharma den Schritt der Ausgründung. Auch in der Start-up-Phase unterstützte der LSI weiter, stellte Kontakte her und half bei der Suche nach Venture Capital-Gebern. Neben Privatinvestoren konnte Neuway ein renommiertes Private Equity-Unternehmen als Leadinvestor gewinnen, das auch wertvolle Hilfe hinsichtlich der strategischen Ausrichtung leistete. Dr. Heiko Manninga blickt in jedem Fall optimistisch in die Zukunft: „Ich glaube, dass unsere Technologie der Medikamenten-Fähre eines der wichtigsten Probleme bei der Behandlung von Erkrankungen des zentralen Nervensystems lösen kann. Darüber hinaus ist die Technologie nicht auf eine Wirkstoffgruppe oder einen Wirkstoff limitiert, sodass sie noch großes Potenzial birgt.“

Stand: 8. Mai 2015

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