Sprachtraining bei Learnship per Webcam im Internet-Klassenzimmer
Träumte immer vom eigenen Unternehmen: Sushel Bijganath, Gründer und Geschäftsführer von Learnship. (Bild: Learnship)

Innovation

//Innovation: Learnship verlegt Präsenzunterricht ins Online-Klassenzimmer

Wer eine Fremdsprache lernen will, muss sie sprechen. Genau da liegt die Krux bei vielen E-Learning-Angeboten: Es fehlt ein Lehrer, der mit den Schülern das Kommunizieren übt oder Fragen beantwortet. An diesem Punkt setzt das Konzept von Learnship an, indem es die Vorteile des Präsenzunterrichts mit denen des Online-Lernens verbindet. Seit 2012 unterstützt die NRW.BANK als Venture Capital-Geber das Unternehmen auf seinem Wachstumskurs.

Learnship überträgt das Lernkonzept einer qualitativ hochwertigen Sprachschule vor Ort ins Internet. Die Schüler sind nicht an einen regelmäßigen Vor-Ort-Termin gebunden – der virtuelle Klassenraum ist vielmehr von überall her mittels Computer oder Telefon erreichbar. Tanja Rosendahl, bei der NRW.BANK zuständig für Venture Capital-Finanzierungen, berichtet: „Das Angebot von Learnship richtet sich speziell an Unternehmen, die diese Flexibilität sehr zu schätzen wissen. Gleichzeitig kann Learnship garantieren, dass der Unterricht immer durch qualifizierte Sprachlehrer erfolgt. So nutzt Learnship seine Infrastruktur, um weltweit auf erfahrene Muttersprachler zurückzugreifen und diese im Online-Unterricht einzusetzen.“ Diese Punkte waren, neben der Tatsache, dass Learnship seit der Gründung kontinuierlich gewachsen ist, ausschlaggebend dafür, dass die NRW.BANK seit 2012 mit ihrem Venture Capital Fonds zum Investorenkreis des Kölner Fremdsprachenspezialisten gehört.

Online-Klassenzimmer: Über Webcam und Konferenzschaltung tauschen sich die Kursteilnehmer untereinander und mit den Lehrern aus. (Bild: NRW.BANK) Online-Klassenzimmer: Über Webcam und Konferenzschaltung tauschen sich die Kursteilnehmer untereinander und mit den Lehrern aus. (Bild: NRW.BANK)

Traum verwirklicht

„Mit dem Kapital aus der Finanzierungsrunde 2012 haben wir unseren Vertrieb ausgebaut. Seit Anfang 2011 ist unser Produkt in Frankreich und seit Ende 2012 auch in der Schweiz auf dem Markt“, erklärt der Gründer und Geschäftsführer von Learnship, Sushel Bijganath. Mittlerweile nutzt auch ein Drittel der DAX-30-Unternehmen neben vielen Mittelständlern das Sprachtraining.

„Ich hatte schon immer den Traum, irgendwann mein eigenes Unternehmen aufzubauen“, erzählt der studierte Entwicklungspolitologe Sushel Bijganath. Doch nach ersten Erfahrungen in der Selbstständigkeit – als 18-Jähriger entwickelte er zusammen mit Freunden Datenbanklösungen für kleine und mittlere Unternehmen – kam zunächst alles ganz anders. Nach dem Abschluss seines Studiums in London war er als Berater für die Boston Consulting Group in England, Indien und China tätig. Anschließend bekleidete er sieben Jahre unterschiedliche Positionen bei der Bertelsmann AG. Zuletzt war er als Geschäftsführer von RTL Online für eines der größten deutschen Internet-Portfolios verantwortlich.

Offline und online verknüpfen

„Der Reiz des Unternehmerdaseins mit allen Freiheiten und Risiken hat mich nie losgelassen. Deswegen bin ich 2008 aus dem Angestelltendasein ausgestiegen und habe angefangen, an meiner Unternehmensidee zu arbeiten“, berichtet Sushel Bijganath. „Technik an sich hat mich immer fasziniert. Noch als die Bewegtbildtechnik in den Anfängen steckte, haben mich schon die Chancen gereizt, die die Echtzeitkommunikation per Video für viele Bereiche bietet.“
Was damit möglich sein kann, zeigt die Eigenentwicklung von Learnship, die sogenannte Live-Teaching Methode. Sushel Bijganath: „Wir haben viel Zeit, Herz und Verstand in das Produkt gesteckt. So ist es uns gelungen, für bewährte pädagogische Mittel aus dem klassischen Präsenzunterricht, zum Beispiel Spiele, Alternativen zu finden, um diese auf die Gegebenheiten des Online-Learnings zu übertragen.“

Ein Erfolgsmodell

Allein 2013 haben 1.000 Unternehmen das Learnship-Konzept für die Schulung ihrer Mitarbeiter genutzt. Per Webcam und Konferenzschaltung tauschen sie sich mit ihren Lehrern aus, ob im Eins-zu-eins Unterricht oder in Kleingruppen. Das Training wird nicht nur auf die individuellen Kenntnisse jedes Teilnehmers abgestimmt, sondern kann um job-, branchen- und unternehmensspezifische Inhalte erweitert werden. Da der virtuelle Klassenraum komplett browserbasiert läuft, muss keine zusätzliche Software installiert werden. Die Lerninhalte selbst werden auf einer Art virtuellen Tafel als Audios oder Videos, in Bildern, Texten und Präsentationen dargestellt. Mittels spezieller Kommunikationstools können die Schüler beispielsweise ihre Lösungen aufschreiben. Mittlerweile sind über 300 Lehrer weltweit für Learnship im Einsatz. Neun Fremdsprachen hat das Unternehmen derzeit im Angebot.

In naher Zukunft möchte Sushel Bijganath mit Learnship in weiteren Ländern wie den USA präsent sein. Und dann? „Ideen, wie wir das Potenzial unseres Produktes weiter ausschöpfen können, gibt es schon – aber da arbeiten wir noch dran, deshalb möchte ich noch nichts verraten.“

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