Emissionsarm zum anderen Rheinufer
Volle Kraft voraus für die Rheinfähre: mit neuen Maschinen, die leiser, schadstoffärmer und verbrauchsoptimiert arbeiten. (Bild: NRW.BANK)
Siegel: Energieeffizienz lohnt sich

Innovation

//Innovation: Emissionsarm zum anderen Rheinufer

„Wo du arbeitest, würde ich gern mal Urlaub machen“ – das hört Hajo Schäfer oft, wenn er Besuch an seinem Arbeitsplatz bekommt. Blickt der Kapitän der Rheinfähre zwischen Düsseldorf-Kaiserswerth und Meerbusch durch die großen Scheiben des Steuerhauses, ist er umgeben von der malerischen Niederrheinlandschaft. Trotzdem ist die Arbeit als Fährschiffer wegen langer Arbeitsschichten weit entfernt von jeglicher Rheinromantik. Um auf umweltfreundlichem Kurs zu steuern, investiert der Fährbetrieb in leisere, schadstoffärmere Motoren. Finanzielle Unterstützung bekommt das Unternehmen dabei durch den NRW.BANK.Effizienzkredit.

Schon vor über 800 Jahren gab es zwischen dem heute zu Düsseldorf gehörenden Kaiserswerth und dem gegenüberliegenden Meerbusch eine Fährverbindung. Diese lange Tradition hält die Rheinfährbetrieb Schäfer GmbH heute noch aufrecht und muss dabei den mittlerweile zahlreichen Düsseldorfer Rheinbrücken trotzen – beileibe kein leichtes Unterfangen. Doch Hajo Schäfer, stellvertretender Geschäftsführer, ist wie sein Vater Hans ein Fährkapitän mit Leib und Seele: „Ich bin auf dem Rhein großgeworden und kenne jeden Stein am Ufer. Mit zehn Jahren habe ich angefangen, im Betrieb mitzuarbeiten und bin eigentlich ganz selbstverständlich in die Fußstapfen meines Vaters getreten und Kapitän geworden – und das bin ich nun schon mehr als 25 Jahre.“

Ein bisschen ist Hajo Schäfer auch der Grund, warum sein Vater Hans auf dem Rhein Fährkapitän wurde. Hans Schäfer ist gelernter Binnenschiffer, war schon mit 22 Jahren Kapitän und damals ständig zwischen Antwerpen und Wiesbaden unterwegs. Nach der Heirat und als nach Tochter Michaela noch Sohn Hajo geboren wurde, wuchs der Wunsch, mit der Familie sesshaft zu werden. Mitte der 1960er-Jahre ergab sich die Gelegenheit auf der Düsseldorfer Rheinfähre zu arbeiten. Zuerst als Angestellter, ab 1968 schließlich als Eigentümer. Auch heute führt Kapitän Schäfer senior abwechselnd mit seinem Sohn das Ruder der „Michaela II“, die nach der Tochter benannt ist. Diese arbeitet ebenfalls im Familienunternehmen neben einem Festangestellten sowie Schülern und Studenten, die das Fahrtentgelt kassieren.

Kapitän Hajo Schäfer steuert die Rheinfähre „Michaela II“ zwischen Düsseldorf-Kaiserswerth und Meerbusch (Bild: NRW.BANK) Kapitän Hajo Schäfer steuert die Rheinfähre „Michaela II“ zwischen Düsseldorf-Kaiserswerth und Meerbusch. (Bild: NRW.BANK)

Ein besonderer Beruf

Am Steuer der Fähre, die Frachter auf dem Rhein und potenzielle Kunden an den Anlegestellen stets aufmerksam im Blick, erzählt Hajo Schäfer: „Es ist ein harter Beruf, den man lieben muss. Denn erst kommt immer die Fähre, dann das Privatleben.“ Konkret heißt das: eine Sieben-Tage-Woche und lange Schichten. Außerdem betreibt Familie Schäfer noch das Partyschiff „Maria-Franziska“, auf dem Privatpersonen und Unternehmen Feiern, Empfänge und Konferenzen ausrichten können – sogar geheiratet werden kann an Bord. Zudem ist die „Michaela II“ im Sommer als Kirmesfähre 20 Stunden am Tag unterwegs und bringt die Besucher der größten Kirmes am Rhein von der Düsseldorfer Altstadt zur Festwiese und zurück. Kleinere Reparaturen oder Wartungsarbeiten müssen nach der letzten Fahrt erledigt werden.

„Schließlich verlassen sich unsere Kunden darauf, dass die Fähre sie zu den ausgehängten Fahrzeiten ans andere Ufer bringt. Ausfallzeiten können und wollen wir uns nicht leisten“, bekräftigt Kapitän Schäfer. Obwohl die meisten Fahrgäste Touristen und Ausflügler sind und Hochbetrieb vorwiegend am Wochenende herrscht, hat die „Michaela II“ immer noch ihren kleinen Kreis an Stammkunden – trotz der Konkurrenz durch die Rheinbrücken. Täglich überqueren ungefähr 70 bis 80 Pendler und an die 100 Schulkinder den Rhein per Schiff. „Und der Umgang mit den ganzen unterschiedlichen Menschen und die interessanten Gespräche mit ihnen, zusammen mit der Unabhängigkeit, die ich mit dem Familienunternehmen habe, das möchte ich nicht missen“, resümiert Hajo Schäfer.

Ein besonderes Schiff

Gebaut wurde die „Michaela II“ 1993 in Holland. Ausgelegt ist das 44 Meter lange Schiff auf die Beförderung von 26 Pkw oder maximal 250 Personen – das entspricht einem Ladegewicht von 72 Tonnen. Um den Fährbetrieb noch umweltfreundlicher zu gestalten, wurden im Januar 2013 die beiden Hauptmaschinen und der Ersatzmotor – beide von 1993 – gegen neue ausgetauscht. Diese produzieren nicht nur weniger Lärm, sondern auch weniger Emissionen. Insgesamt soll damit der Schadstoffausstoß um rund 42 Prozent reduziert werden. Für die rund 250.000 Euro schwere Investition bekommt das Unternehmen Unterstützung durch den NRW.BANK.Effizienzkredit, weil es damit voll und ganz einem der Förderzwecke entspricht: der deutlichen Reduzierung von Lärm- und Schadstoffemissionen.

Hajo Schäfer: „Wir hoffen, dass die neuen Motoren auch durch geringeren Verbrauch ihren Beitrag dazu leisten, dass wir auf lange Sicht konkurrenzfähig bleiben. Bisher verbrauchte die Fähre bis zu 85.000 Liter Dieselkraftstoff pro Jahr. Wir rechnen damit, in Zukunft mit circa 70.000 Litern auszukommen. Und mit besserer Luft und weniger Lärm können unsere Gäste die Niederrheinlandschaft noch besser genießen – außerdem profitieren wir ja letztlich alle von mehr Klimaschutz.“

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