Exitenzgründung Freizeitbranche
Ralf-Richard Kenter, Direktor vom Phantasialand (Bild: NRW.BANK)

Infrastruktur

//Boomende Freizeitindustrie

Die Freizeitbranche macht den Unternehmern Spaß. Von einem Boom sprechen verschiedenste Firmen, die in der Branche aktiv sind. Freizeitparks beispielsweise verzeichneten enorme Zuwachsraten, oft im zweistelligen Bereich. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Zum einen zahlen sich jetzt die hohen Investitionen in die Infrastruktur aus. Zum anderen sorgte der Abschwung für den Aufschwung. Ein Widerspruch? Mitnichten! „Aufgrund der Wirtschaftskrise haben viele auf ihre Auslandsurlaube verzichtet und stattdessen die Freizeitangebote in Deutschland genutzt“, weiß Dr. Ulrich Müller-Oltay, Geschäftsführer des Verbands Deutscher Freizeitparks und Freizeitunternehmen e. V. Damit wurde auch die Infrastruktur vor der eigenen Haustür wiederentdeckt. Das bestätigt auch Martin Helfrich vom Research der NRW.BANK, und ergänzt: „Es gibt derzeit einen eindeutigen Trend zu einer nachhaltigen und sinnstiftenden Gestaltung der Freizeit. Und das am besten in der Nähe. Die zahlreichen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung in Nordrhein-Westfalen bieten sich hierfür sehr gut an.“ Diese Entwicklung konnten ganz verschiedene Unternehmen der Freizeitindustrie positiv für sich nutzen.

Karusselspaß im Phantasialand (Bild: NRW.BANK) Karusselspaß im Phantasialand. (Bild: NRW.BANK)

Akuelle Trend heißt „Mitmachen“

Zu den ältesten Freizeitparks gehört das Phantasialand in Brühl, eingeweiht 1967. Direktor Ralf-Richard Kenter macht deutlich: „Man muss in etwa alle zwei Jahre etwas Neues bieten. Sonst gibt es keinen Anreiz mehr für Wiederholungsbesucher – und das sind bei uns immerhin 90 Prozent.“ Der aktuelle Trend heißt „Mitmachen“. „Die Gäste möchten nicht mehr nur passiv eine Fahrt erleben, sondern wollen auch selbst aktiv werden.“ Den Betreibern des Phantasialandes war es immer wichtig, authentische Erlebniswelten zu schaffen. Also nicht nur das Fahrgeschäft „einfach so hinzustellen“, sondern Geschichten zu erzählen, sie in eigene Themenwelten einzubetten und so eine ganze Dramaturgie zu erfinden.

Damit trifft der Park einmal mehr den Nerv der Zeit, wie Jens Ofiera, Leiter Marktentwicklung des Tourismus NRW e. V., bestätigt: „Für den Erfolg wird es immer wichtiger, dem Gast mit der Destination verknüpfte, nicht austauschbare Erlebnisse zu bieten. Freizeitangebote, die Erlebniswelten offerieren, begeistern den Gast und lassen Geschichten und Bilder in den Köpfen entstehen.“ Authentizität macht sich also bezahlt.

„Gemessen an den Besucherzahlen sind wir die Nummer zwei in Deutschland, direkt nach dem Europa-Park“, erklärt Ralf-Richard Kenter. Auch die Nähe zu den Niederlanden macht sich in Brühl positiv bemerkbar. Ähnliches bestätigen auch andere Unternehmen aus der Branche. Die meisten deutschen Freizeitparks konnten in den vergangenen Jahren steigende Besucherzahlen verzeichnen – oft sogar im zweistelligen Bereich. So beispielsweise auch der Movie Park Germany bei Bottrop und der Europa-Park bei Rust. Für Roland Mack, Geschäftsführer des Europa-Parks, keine erstaunliche Erkenntnis. Für ihn zeichnet sich auch für die kommenden Jahre ein klarer Trend zu noch mehr Kurzreisen ab – nicht nur, aber auch in die deutschen Freizeitparks und ihre Ressorts

Rasante Fahrt im Dinokarussel des Europa-Parks (Bild: Europa-Park GmbH & Co. Mack KG) Rasante Fahrt im Dinokarussel des Europa-Parks (Bild: Europa-Park GmbH & Co. Mack KG)

Investitionen zahlen sich jetzt aus

„Dass die Parks derzeit so gut dastehen, ist natürlich insbesondere auf die hohen Investitionen zurückzuführen“, sagt Ulrich Müller-Oltay. Auch das Phantasialand investierte in den vergangenen Jahren viel Geld. Über 70 Millionen Euro flossen in neue Angebote. Das zahlt sich aus, auch wenn der Park flächenmäßig schon lange an seine Grenzen stößt und dringend erweitert werden müsste, um weiter konkurrenzfähig zu bleiben.

Neben dem traditionellen Geschäft mit Attraktionen und Shows erschließen immer mehr Freizeitparks neue Geschäftsfelder: Übernachtungsmöglichkeiten für jeden Geldbeutel, Abendangebote wie im Phantasialand die Dinnershow Fantissima und sogenannte Confertainment-Angebote (eine Mischung aus Konferenzangeboten und Entertainment). „Business to Pleasure“ heißt das Confertainment-Konzept im Phantasialand. „Bei uns kann man auf ganz außergewöhnliche Weise tagen oder feiern. Im Zweifel auch direkt unter einer Achterbahn“, lacht Ralf-Richard Kenter. Die beiden parkeigenen Hotels sind ebenfalls immer gut ausgelastet und profitieren von der Kombination Freizeitparkbesucher und Tagungsgast.

Black Mamba im Phantasialand (Bild: Phantasialand Schmidt-Löffelhardt GmbH & Co. KG) Turbulent: Black Mamba im Phantasialand. (Bild: Phantasialand Schmidt-Löffelhardt GmbH & Co. KG)

Immer wieder neue Ideen

Mit einer durchschnittlichen Auslastung von 80 Prozent liegt das Phantasialand deutlich über dem Branchentrend der Hotellerie und entwickelt sich mehr und mehr zum Kurzurlaubsziel. Auch Wellness ist im Phantasialand ein Thema. In dem zum asiatischen Hotel Ling Bao gehörenden Spa-Bereich muss man in den Wintermonaten schon mal bis zu drei Monate auf einen Termin warten. „Zum Glück laufen alle unsere Geschäftsbereiche gut. Denn damit schaffen wir die finanziellen Möglichkeiten, um stets in neue Angebote für unsere Gäste investieren zu können und immer wieder neue Ideen umzusetzen“, erklärt Ralf-Richard Kenter.

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