Existenzgründung: Wege in die Selbstständigkeit
Sandra Koch, Förderberaterin aus dem Bereich Spezialförderung und Beratung der NRW.BANK (Bild: NRW.BANK)

Gründung

//Schritt für Schritt zum eigenen Unternehmen

Viele Gründe sprechen für eine Selbstständigkeit: Manchmal ist es der Wunsch, endlich auf eigenen Beinen zu stehen. Manchmal versuchen Existenzgründer, einer drohenden Arbeitslosigkeit aus dem Weg zu gehen.

Doch nur wenn eine Selbstständigkeit nicht als Notlösung, sondern tatsächlich als eine realistische Lebensperspektive begriffen wird, sind Gründer in der Lage, die Anstrengungen in der Startphase zu meistern. Je stärker die eigene Geschäftsidee, das Besetzen einer Marktlücke oder der Wunsch, sein eigener Chef zu sein, im Vordergrund stehen, desto ausgeprägter ist der Erfolg des neuen Unternehmens.

Selbstständige sind risikofreudiger als Angestellte

Doch über welche Eigenschaften und Kenntnisse muss ein Existenzgründer überhaupt verfügen? Sandra Koch, Förderberaterin aus dem Bereich Spezialförderung und Beratung der NRW.BANK, erklärt: „Studien haben gezeigt, dass Selbstständige offener für neue Erfahrungen, extrovertierter und risikofreudiger als Angestellte sind und viel stärker daran glauben, dass ihre beruflichen Erfolge vor allem von ihnen selbst abhängen.”

Ein gewisses Maß an Risikobereitschaft sollten Gründer also haben, aber sie müssen Risiken realistisch einschätzen können. Das sollte aus dem Geschäftskonzept hervorgehen: „Hier soll beschrieben werden, wie sich positive und negative Ereignisse auf die Firmenentwicklung auswirken können, am besten mit dem Entwurf zweier mit Zahlen belegter Szenarien: best und worst case”, erklärt Sandra Koch. Schließlich sollten Existenzgründer bei der Beantragung von Förderdarlehen eine fachliche und eine kaufmännische Qualifizierung belegen können.

Stationen auf dem Weg in die Selbstständigkeit

Verschiedene Stationen durchläuft ein Existenzgründer anschließend auf dem Weg zu seiner Selbstständigkeit: Er besinnt sich auf seine individuellen Stärken und konzentriert sich auf eine Tätigkeit, die Erfolg verspricht. Er sollte nach den Menschen suchen, die diese Stärke als Lösung eines brennenden Problems empfinden. Wichtig ist im Geschäftskonzept das Alleinstellungsmerkmal ausführlich zu beschreiben – also wie sich das Produkt von bestehenden Marktangeboten abhebt. „Hat der Gründer die Antworten in ein Geschäftskonzept einfließen lassen und hat er zusätzlich – bei Fremdkapitalbedarf – mit seiner Hausbank gesprochen, sollte dem erfolgreichen Start in die Selbstständigkeit nichts mehr im Wege stehen. Bei allen Gründungsvorhaben gilt: Die Gesamtfinanzierung sollte vor dem Start gesichert sein”, so Sandra Koch.

Erste Adresse am Ort: die STARTERCENTER NRW

Für eine erste Ansprache empfiehlt Sandra Koch die STARTERCENTER NRW. „Sie sind die ersten Adressen, wenn es um Gründungsberatung geht. Sie bieten Intensivberatungen anhand von Geschäftskonzepten und informieren über Gründungsformalitäten.” Auch die Mitarbeiter vom Service-Center der NRW.BANK stehen täglich von 8 bis 18 Uhr kostenlos telefonisch für Fragen zur Finanzierung von Gründungsvorhaben zur Verfügung. Sandra Koch empfiehlt zudem den regelmäßigen Blick auf die Internetseite der NRW.BANK. Dort sind überwiegend kostenlose Veranstaltungen und Sprechtage für Gründer und junge Unternehmen aufgelistet.

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