Existenzgründung Kreativökonomie - Wachstumsbranche Kreativwirtschaft
Tanja Rosendahl, Teamleiterin Kreativwirtschaft und Technologie im Bereich Beteiligungen der NRW.BANK. (Bild: NRW.BANK)

Gründung

//Die Kreativwirtschaft in Nordrhein-Westfalen boomt

Die „Kreative Ökonomie“ gehört inzwischen zu den wesentlichen Wachstumsbranchen. Attraktive Förderprogramme helfen bei Einstieg und Wachstum. Ein Gespräch mit Tanja Rosendahl, Teamleiterin Kreativwirtschaft und Technologie im Bereich Unternehmensfinanzierung der NRW.BANK.

Frau Rosendahl, was heißt eigentlich „Kreative Ökonomie“ beziehungsweise Kreativwirtschaft?

Rosendahl: Der Bereich ist viel breiter als die meisten denken. Er beschränkt sich längst nicht nur auf Künstler wie zum Beispiel Maler oder Bildhauer. Es gehören Musik- und Verlagswirtschaft, Film-, Fernseh- und Rundfunkwirtschaft, Software und Games genauso dazu wie Messen, Ausstellungen und Events. Und dann natürlich die bildende Kunst und der Kunstmarkt sowie die gesamte Architektur- und Designwirtschaft.

 

Gibt es konkrete Zahlen über die wirtschaftliche Stärke der Branche?

Rosendahl: Die kann ich gerne nennen. Wir haben allein in Nordrhein-Westfalen rund 50.000 Unternehmen und Selbstständige in der Kreativwirtschaft. Sie erzielen im Jahr einen Gesamtumsatz von mehr als 36 Milliarden Euro. Das zeigt schon, was für ein Gewicht die Branche in unserem Bundesland hat.

 

Die Kreativwirtschaft hat sich also von einer Nischenbranche zu einem der expansivsten Zweige unserer Wirtschaft gewandelt.

Rosendahl: Das darf man so sehen. Wir können davon ausgehen, dass diese Entwicklung noch längst nicht am Ende ist, denn kreative Ideen gibt es hierzulande reichlich. Viele dieser Ideen führen zu Veränderungen in anderen Branchen, wie man am allgemeinen Trend der Digitalisierung der Wirtschaft erkennen kann.

 

Von welchen öffentlichen Förderprogrammen können Existenzgründer und bereits etablierte Jungunternehmer profitieren?

Rosendahl: Wer anfängt und ein vergleichsweise kleines Projekt starten will, kann ein NRW/EU.Mikrodarlehen oder einen NRW.Kreativkredit beantragen und ein Darlehen zwischen 5.000 Euro und 25.000 Euro erhalten.


Für den Bereich Kreativwirtschaft hat die NRW.BANK darüber hinaus in 2009 den NRW.BANK.Kreativwirtschaftsfonds aufgelegt. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um ein Förderprogramm, sondern um ein klassisches Eigenkapitalprodukt. Unser Kreativwirtschaftsfonds investiert in alle Segmente der Kreativwirtschaft sowie innovative Geschäftskonzepte. Natürlich sind nicht alle Geschäftskonzepte auch tatsächlich durch Eigenkapital finanzierbar.

 

Wie sieht eine Förderung durch den Kreativwirtschaftsfonds aus?

Rosendahl: Wir können uns mit dem NRW.BANK.Kreativwirtschaftsfonds sowohl an jungen als auch an etablierten Unternehmen beteiligen; Zielunternehmen sind solche mit einer führenden Technologie- oder Wettbewerbsposition am Markt. Der voraussichtliche Investitionszeitraum muss hierbei zwischen fünf und sieben Jahren liegen. Nach diesem Zeitraum muss ein Exit realistisch sein. Aus dem Fonds heraus können wir Unternehmen zwischen 250.000 Euro und drei Millionen Euro Eigenkapital zur Verfügung stellen. Voraussetzung für eine Finanzierung aus dem NRW.BANK.Kreativwirtschaftsfonds ist jedoch auch die Beteiligung eines privaten Co-Investors; die NRW.BANK selbst kann aufgrund der Anlagekriterien des Kreativwirtschaftsfonds maximal 50 Prozent einer Finanzierungsrunde darstellen.

 

Welche Voraussetzungen müssen Antragsteller erbringen?

Rosendahl: Im ersten Schritt benötigen wir einen gut aufbereiteten, überzeugenden Businessplan. Fällt die Prüfung der Unterlagen positiv aus, folgt ein Managementgespräch, in dem der Unternehmer auch seine fachliche und persönliche Qualifikation unter Beweis stellen kann. Längst nicht alle Konzepte sind jedoch durch Eigenkapital finanzierbar. Wichtig sind ein in erster Linie solides und vor allem monetarisierbares Geschäftsmodell, ein gutes Management und eine realistische Exitperspektive.

 

Wie sieht es denn mit der Qualität der vorgelegten Geschäftskonzepte aus?

Rosendahl: Wie schon gesagt, es gibt eine Menge kreativer Ideen. Leider fehlt es jedoch häufig am betriebswirtschaftlichen Know-how der Unternehmer. Gleichzeitig sehen wir auch viele kreative Ideen, die jedoch aufgrund fehlender Monetarisierung oder Exitperspektive nicht durch Eigenkapital finanzierbar sind.

 

Was raten Sie allen, die sich in der Kreativwirtschaft selbstständig machen wollen?

Rosendahl: Lassen Sie sich bei Gründungsvorhaben unbedingt ausführlich beraten. Nutzen Sie die Beratertage zum Beispiel der IHKs, nehmen Sie an Business Plan-Wettbewerben teil oder sprechen Sie die STARTERCENTER NRW an. Das tollste Geschäftskonzept bringt Ihnen nichts, wenn es nicht auf einem breiten wirtschaftlichen Fundament steht.

Für junge oder etablierte Unternehmen ist ein gut aufbereiteter Business Plan das Wichtigste bei einer Investorenansprache. Hier zeigt sich bereits die Kompetenz und das Know-how des Managements.

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