Auch im Jahr 2016 werden wieder zahlreiche innovative Existenzgründer zum Gründergipfel nominiert
Bild: Floristik Steinbrecher

Gründung

//Erfolgreiche Unternehmensnachfolge: „Träume können wachsen, wenn die Basis stimmt“

Nach 22 Jahren als Auszubildende und Angestellte im Unternehmen Floristik Steinbrecher übernahm Birgit Honvehlmann 2014 den Geschäftsbetrieb. Mit 27 Mitarbeitern bietet Birgit Honvehlmann ihren Kunden ein großes Sortiment frischer Schnittblumen.

Frau Honvehlmann, warum haben Sie sich selbstständig gemacht?

Bei mir war es eine klassische Unternehmensnachfolge: Ich habe in dem Unternehmen bereits 22 Jahre gearbeitet, dort meine Ausbildung gemacht – mein ganzes Herzblut steckt in diesem Unternehmen. Als die Inhaberin dann aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten musste, habe ich mich dazu entschlossen, das Unternehmen zu übernehmen. Frei nach dem Motto: „Träume können wachsen, wenn die Basis stimmt“.

 

Was macht Ihr Unternehmen? Was ist das Besondere, die Idee?

Als Blumeneinzelhandel zeichnet uns unter anderem unser großes Angebot von über 100 Sorten frischer Schnittblumen, darunter neuerdings auch Fairtrade-Rosen, aus. Besonders ist bei uns, dass wir selber zwei Mal die Woche zu der Blumenversteigerung fahren und dort direkt und ohne Zwischenhändler die Blumen erwerben. Neben dem Verkauf bieten wir klassische Dienstleistungen wie Dekorationen zu Trauer- und Hochzeitsgelegenheiten an. Wir sind inzwischen auch Partner von vielen Unternehmen, die gerne ihre Events von uns ausrichten lassen. Wir verkaufen nicht nur Blumen und Deko, sondern sorgen für ein positives Lebensgefühl. Sowohl für unsere Kundschaft als auch für unser bunt gemischtes Mitarbeiterteam.

(Foto: NRW.BANK)

Was waren und sind Ihre größten Herausforderungen zu einem erfolgreichen Unternehmertum?

Zu Beginn galt es, bestehende Arbeitsabläufe effizienter und betriebswirtschaftlicher zu gestalten. Auch die Frage, wie wir uns als Unternehmen vergrößern und weiterentwickeln können, muss man sich immer wieder aufs Neue beantworten. Besonders herausfordernd war es für mich, zu einem Integrationsunternehmen, also einem Unternehmen zur Förderung der beruflichen Teilhabe von Menschen mit Schwerbehinderung zu werden. Das bedeutet für mich zum Beispiel, Menschen mit und ohne Behinderung im Team zu haben. Das haben wir geschafft und darauf bin ich auch stolz.

 

Welche Unterstützungsangebote haben Sie genutzt? Welche waren besonders hilfreich?

Während der Unternehmensübernahme habe ich die Unterstützungsangebote zur Existenzgründung der Stadt Waltrop sowie die des Startercenters Recklinghausen in Anspruch genommen. Auch bin ich mit dem Unternehmerinnenbrief NRW ausgezeichnet worden und nutze jetzt noch das Netzwerk, um mit anderen selbstständigen Frauen im Austausch zu sein. Zur Finanzierung des Unternehmens habe ich KfW-Mittel in Anspruch genommen. Besonders unterstützt hat mich zudem die B3-Beyrow Business Beratung in Gelsenkirchen, von der wir heute noch beraten werden.

 

Was ist für Sie der größte Unterschied in Ihrem Arbeitsalltag im Vergleich zu vorher?

Bevor ich das Unternehmen übernommen habe, war ich bereits zu hundert Prozent darin verankert. Verändert hat sich für mich seitdem, dass ich für die Organisation und die Regelung der Arbeitsabläufe verantwortlich bin. Zusätzlich trage ich auch die Verantwortung für meine Mitarbeiter und deren Familien. Als Ausbildungsbetrieb muss ich für die Qualifikation der Auszubildenden sorgen und diese gewährleisten. Für mich persönlich ist es nicht immer leicht, Verantwortung und Arbeit auch abzugeben.

 

Was hat sich sonst noch verändert? Wie bewerten Sie Ihre Lebensqualität?

Meine Lebensqualität hat sich seit der Unternehmensübernahme durch die flexible Zeiteinteilung positiv verändert. Ich kann sagen, dass ich jetzt noch zufriedener bin, da ich die Arbeit so umsetzen kann und Entscheidungen treffen kann, wie ich möchte. Weiterhin hat sich mein berufliches Netzwerk enorm vergrößert. Das führt dazu, dass manche Wege kürzer geworden sind und ich viele neue, interessante Menschen kennengelernt habe. Außerdem verbringe ich die Zeit im Urlaub und zu Hause nun intensiver.

 

Welche Vision haben Sie für Ihr Unternehmen? Wo stehen Sie in 15 Jahren?

Gerne möchte ich mein Unternehmen in Zukunft vergrößern. Das beinhaltet eine Ausweitung des Angebots und Sortiments sowie eine Steigerung des Umsatzes. Außerdem kann ich mir Zweigstellen vorstellen, wenn das Unternehmen gut durchorganisiert und strukturiert ist. Für die Zukunft wünsche ich mir außerdem, weiterhin Ausbildungs- und Integrationsbetrieb zu bleiben.

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