Im Aachener Kurviertel wurde ein ehemaliges Aufenthaltshaus für Parkarbeiter zum modernen Cafe mit abwechslungsreichem Angebot umgebaut
Kosta Athanasiou ist stolz auf sein neues Cafe im Ferberpark (Bild: NRW.BANK)

Gründung

//Von der Ruine zum modernen Café-Restaurant

Der idyllische Ferberpark liegt in direkter Nachbarschaft zu den zahlreichen Thermalquellen im Aachener Kurviertel Burtscheid. Dort hat Kosta Athanasiou ein verfallenes, ehemaliges Unterkunftsgebäude des Grünflächenamts zu einem schicken Café-Restaurant umgebaut. „Eine echte Herausforderung“, wie der erfahrene Gastronom nicht ohne Stolz auf das Ergebnis anmerkt.

Es war kein Schmuckstück, das marode Gemäuer am Eingang des Parks, das die Anwohner abfällig „Toilettenhäuschen“ nannten. Das Wirtschaftsgebäude aus den 1950er-Jahren diente den Parkarbeitern als Aufenthaltsraum, wurde aber schon lange nicht mehr genutzt und verfiel zusehends. „Ein Bekannter hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass diese Ruine abgerissen werden sollte. Als ich mir das Objekt und vor allem die Lage anschaute, dachte ich, da mache ich ein richtig schickes Lokal draus“, sagt Kosta Athanasiou. Im Jahr 2008 legte er los.

Nichts erinnert mehr daran, dass hier vorher eine schäbige Ruine stand: das neugebaute Café-Restaurant „Ferbers“ im Aachener Kurviertel (Bild: NRW.BANK) Nichts erinnert mehr daran, dass hier vorher eine schäbige Ruine stand: das neugebaute Café-Restaurant „Ferbers“ im Aachener Kurviertel (Bild: NRW.BANK)
Auch innen lädt das moderne Ambiente zum Verweilen ein (Bild: NRW.BANK) Auch innen lädt das moderne Ambiente zum Verweilen ein (Bild: NRW.BANK)
Claudia Brendt, Förderberaterin der NRW.BANK: „Das ,Ferbers’ ist wegen der vielseitigen Förderkomponenten eine ,mustergültige Gründungsfinanzierung’.“ (Bild: NRW.BANK) Claudia Brendt, Förderberaterin der NRW.BANK: „Das ,Ferbers’ ist wegen der vielseitigen Förderkomponenten eine ,mustergültige Gründungsfinanzierung’.“ (Bild: NRW.BANK)

Einigung mit Behörden und Stadtwerken

„Es gab schon ein paar Hürden zu nehmen“, sagt er rückblickend. Zunächst war es nicht so einfach, ein ehemals städtisches Gebäude an diesem Ort zu übernehmen. „Ich musste mehrere Behörden überzeugen. Denn auf einem Parkgelände gibt es strikte Vorgaben für Immobilien. Aber letztlich glaubten meine Gesprächspartner, dass ich dort kein Wohnhaus hinstelle“, berichtet Kosta Athanasiou mit einem Augenzwinkern. Ein weiteres Problem: Im Keller des Bauwerks standen noch Transformatoren der Stadtwerke, mit denen die Straßenbeleuchtung der Umgebung betrieben wird. Er konnte sich aber mit dem Versorgungsunternehmen verständigen und die Anlagen blieben an Ort und Stelle. 

„Ich war zuvor an zwei erfolgreichen Gastronomiebetrieben beteiligt und hatte eigentlich vor, mich künftig nur noch dem Baugeschäft zu widmen“, erklärt Kosta Athanasiou. Seinen Plan, ein schmuckes Park-Restaurant zu bauen und anschließend zu vermieten, warf er dann doch über Bord: Er entschied sich, später selbst hinter der Theke zu stehen.

Komplexes Finanzierungspaket geschnürt

Es gab noch eine Menge zu erledigen. „Ich brauchte dafür eine umfangreiche, gut strukturierte Finanzierung. Deshalb suchte ich mir einen Unternehmensberater, mit dem ich gemeinsam einen Businessplan aufstellte, denn diesen wollte ich nicht dreimal nachbessern müssen. So ein Projekt verzeiht keine Fehler.“

Die Unterstützung seiner Hausbank war ihm schnell sicher. Dort war er als erfolgreicher Unternehmer bekannt. Auf einem Beratertag der IHK Aachen überzeugte er auch Claudia Brendt, Förderberaterin der NRW.BANK. Gemeinsam mit den Bank-Experten und seinem Unternehmensberater entwickelte Kosta Athanasiou ein maßgeschneidertes Finanzierungspaket. Der Existenzgründer griff zunächst auf den NRW.BANK.Gründungskredit zurück. Zur besseren Absicherung beantragte seine Hausbank eine 80-prozentige Ausfallbürgschaft der Bürgschaftsbank NRW. Dazu Claudia Brendt: „Mit der Ausfallbürgschaft verbesserte Herr Athanasiou seine Sicherheiten gegenüber der Hausbank. Hiedurch konnte er einen zusätzlichen Zinsvorteil im NRW.BANK.Gründungskredit erreichen, der die Provision für die Bürgschaft mehr als aufwiegt.“

Als weiteren Finanzbaustein nutzte Kosta Athanasiou das ERP-Kapital für Gründung von der KfW-Bankengruppe. Mit diesem Nachrangdarlehen, das beim Zahlungsausfall erst nach allen anderen Fremdmitteln bedient und als zusätzliches Haftkapital gewertet wird, konnte er die Eigenmittelquote quasi auf 45 Prozent erhöhen. Außerdem muss der Existenzgründer diesen Kredit die ersten sieben Jahre nicht tilgen und verfügt so über eine höhere Liquidität.

Erfolgreicher Start

Kosta Athanasiou hat im Sommer 2012 sein „Café Ferbers“ eröffnet. Die Gäste erwartet ein modernes Gebäude im Grünen mit viel Holz, großen Fenstern und einer edlen Inneneinrichtung. Bei schönem Wetter können sich die Besucher auf die Terrasse setzen. „Zu uns kommen Kurgäste, Berufspendler auf dem Weg nach Belgien, Studenten der nahe gelegenen Fachhochschule, aber auch Bewohner aus der gehobenen Wohnumgebung“, freut sich Kosta Athanasiou. Je nach Tageszeit bietet der Gastronom seinen Gästen etwas anderes: Morgens gibt es Frühstück, ab 12 Uhr Mittagsgerichte, zwischen 14 und 16 Uhr eine Kuchenauswahl und abends wird das „Ferbers“ zum Bistro. „Wir machen kulinarisches Crossover aus mehreren Stilrichtungen“, ergänzt er.

Für Familien mit Kindern hat Kosta Athanasiou auch einen Spielplatz gebaut. „Dafür habe ich einen Verein gegründet, um die Stadt von der Bewirtschaftung zu entlasten.“ Das „Ferbers“ wird sehr gut angenommen. „Wir sind eine richtige ,Viertelswirtschaft’“, sagt Kosta Athanasiou. Außerdem freut er sich, dass die wirtschaftlichen Ergebnisse bislang deutlich über den Planzahlen liegen.

Das Café „Ferbers“ wurde gefördert mit:

Bürgschaften der Bürgschaftsbank Nordrhein-Westfalen Bürgschaftsbank Nordrhein-Westfalen GmbH

ERP-Kapital für Gründung KfW Bankengruppe

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