win Business Angels Initiative der NRW.BANK unterstützt junge Unternehmen bei Investorensuche
Thomas Wagenfeld, Geschäftsführer von impiris (Bild: impiris GmbH & Co. KG )

Gründung

//Beteiligung: Internetplattform azubiarena löst Bewerbungsprobleme

„Rund um die Uhr registrieren sich Nutzer – selbst Heiligabend“, freut sich Thomas Wagenfeld, Geschäftsführer von impiris. Das Start-up betreibt die vollständig selbst entwickelte Online-Plattform azubiarena.de, über die Unternehmen mit minimalem Verwaltungsaufwand geeignete Auszubildende finden – und umgekehrt. Die win NRW.BANK Business Angels Initiative half erfolgreich bei der Suche nach Investoren.

Die azubiarena.de unterstützt sowohl Unternehmen als auch Schülerinnen und Schüler. „Es gibt zig Online-Berufsbörsen“, erklärt Thomas Wagenfeld. „Doch dort ist das Hauptproblem der Medienbruch.“ Sprich: Die inserierenden Ausbildungsbetriebe werden von Briefen und E-Mails mit vielen Anlagen in unterschiedlichen Formaten und Formatierungen überflutet. So lassen sich die Qualifikationen der Bewerberinnen und Bewerber nur schwerlich miteinander vergleichen. Oft fehlen wichtige Informationen. Umständlich müssen die Bewerbungen sortiert und zu guter Letzt Einladungen zu Vorstellungsgesprächen verschickt werden – oder eben Absagen. Ein Aufwand, dem Unternehmen aus zeitlichen Gründen oft erst spät oder gar nicht nachkommen. Mit fatalen Folgen: „Die Schüler denken immer noch, sie hätten ein Eisen im Feuer, während sie sich bereits dringend nach Alternativen umsehen müssten“, berichtet Thomas Wagenfeld aus seiner Erfahrung.

Technisch anspruchsvoll

Früher trainierte der gelernte Industriekaufmann ehrenamtlich Schülerinnen und Schüler aller Schulformen für Bewerbungsgespräche und unterstützte sie dabei, Bewerbungsmappen zu erstellen. Vor allem im Hauptschulbereich verschickten seine Schützlinge jeweils 50 bis 70 Bewerbungen. „Die kosten sieben bis zehn Euro pro Mappe“, rechnet Thomas Wagenfeld vor. „Das ist viel zu teuer.“ Mit dem Verein NIKAO e.V. stieß er eine Internetplattform an, die Ausbildungsplätze wesentlich einfacher vermittelte. 50 Partnerunternehmen beteiligten sich an der Testphase. 2010 gründete Thomas Wagenfeld zusammen mit Partnern die impiris GmbH & Co. KG, die die vielversprechende „NIKAO-Arena“ zur technisch anspruchsvollen „azubiarena.de“ weiterentwickelte.

Die Online-Plattform „azubiarena.de“ bringt Bewerber und Unternehmen für Ausbildungsplätze zusammen (Bild: impiris GmbH & Co. KG ) Die Online-Plattform „azubiarena.de“ bringt Bewerber und Unternehmen für Ausbildungsplätze zusammen (Bild: impiris GmbH & Co. KG )

Das Umfeld stimmt

Dabei blieb Wagenfeld dem Vorsatz treu, dass „die Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt stehen“. Für sie kostet die Vermittlung nichts. Auch das Umfeld stimmt: Auf „azubiarena.de“ wird keine Werbung eingeblendet – mit eine Voraussetzung dafür, dass die Online-Plattform von Schulen empfohlen und eingesetzt wird. „Die ersten Schulen bilden bereits die Ausbildungs- und Praktikumsangebote ihrer Partnerunternehmen direkt auf ihrer Schulhomepage ab. Hier haben wir für die Schulen eine raffinierte technische Lösung gefunden“, freut sich Thomas Wagenfeld. Die Finanzierung läuft über die Beiträge der Ausbildungsbetriebe, die durch die schlanke Abwicklung des Bewerbungsverfahrens viel Zeit und Geld sparen. 

Rechtschreibung als Kriterium

„Die azubiarena ist ein Arbeitsinstrument“, sagt Thomas Wagenfeld. Schritt für Schritt werden die Schülerinnen und Schüler über übersichtliche Eingabefelder geführt. Sie legen online ein Profil an, tragen Standards wie Lebenslauf, Sprachkenntnisse oder weitere Qualifikationen ein und hinterlegen ihre Zeugnisnoten. Zu jedem angebotenen Ausbildungsplatz muss ein persönliches Anschreiben formuliert werden. Für die Eintragungen gibt es Hilfestellungen, aber keine – wie Thomas Wagenfeld schmunzelt – Rechtschreibkorrektur. „Ob der Bewerber Grammatik und Rechtschreibung fehlerfrei beherrscht, ist ja in manchen Ausbildungsberufen ein Kriterium.“

Fünfstellige Nutzerzahlen

Apropos Kriterien: Die Online-Plattform versetzt die Personalentscheider in die Lage, die Bewerberinnen und Bewerber nach eigenen Vorgaben, etwa Schulnoten in bestimmten Fächern, anzeigen zu lassen, sie in A-, B- oder C-Kandidaten zu sortieren, Vorstellungsgespräche zu vereinbaren oder an alle C-Kandidaten auf einmal eine Absage mit dem Briefkopf des Unternehmens zu schicken. Rund 250 Unternehmen schätzen bereits den Service von azubiarena.de, Tendenz steigend. Die Anzahl der registrierten Nutzer nähert sich der Marke von 15.000.

Torsten Klink von der win NRW.BANK Business Angels Initiative (Bild: NRW.BANK) Torsten Klink von der win NRW.BANK Business Angels Initiative (Bild: NRW.BANK)

Hilfe durch Business Angels

Die Zeichen stehen auf Expansion, insbesondere regionale Wirtschaftsverbände sehen für ihre Mitgliedsunternehmen große Chancen, die Besetzung der Ausbildungsplätze mit azubiarena.de zu vereinfachen. In Arbeit sind auch Plattformen für Praktika und Studentenjobs. Um das Wachstum zu finanzieren, erhielt Thomas Wagenfeld Unterstützung von der win NRW.BANK Business Angels Initiative, einem Netzwerk gestandener Unternehmer, die nicht nur Kapital, sondern auch Know-how in Start-ups stecken. „Die Idee hat große Chancen, sich auf den Markt durchzusetzen und die Grundlage für einen wirtschaftlichen Erfolg zu legen. Die Plattform bietet nachweislich einen Mehrwert für alle Beteiligten und unterstützt darüber hinaus noch das soziale und bildungspolitische Ziel, Jugendlichen zu einem Ausbildungsplatz zu verhelfen“, sagt deren Leiter Torsten Klink. „Aus der Plattform lässt sich viel machen.“

Alles passt zusammen

„Jedes Produkt muss vermarktet werden, darin habe ich große Erfahrung“, sagt der Business Angel, der nicht namentlich genannt werden will. Im Alter von 58 Jahren hat der gelernte Bauingenieur seine Firma verkauft. Nun investiert er in zukunftsträchtige Unternehmen. „Aus dem Tagesgeschäft halte ich mich heraus. Ich genieße es, dass ich die Möglichkeit habe, mich entspannt zurückzulehnen und zu beraten.“ impiris ist sein jüngstes Investment. „Die erste von der NRW.BANK vermittelte Präsentation war sehr ansprechend“, erklärt er. „Bei weiteren Gesprächen saß mir eine frische und motivierte Mannschaft gegenüber. Da stimmte alles, und auch, was die bisher auf die Beine gestellt haben, hat mich überzeugt.“

Spaß bei der Bewerbung

Dass die impiris und der Investor über die win NRW.BANK Business Angels Initiative zueinander gefunden haben, versteht Thomas Wagenfeld als gutes Omen. Letztendlich geht es ja auch bei der azubiarena darum, die Bewerber und Anbieter, die bestens zueinander passen, so einfach wie möglich zusammen zu bringen. Der Geschäftsführer hat bei den angehenden Azubis einen nicht ganz unwesentlichen Nebeneffekt beobachtet: „Schülern macht das digitale Bewerben mit der azubiarena Spaß, weil diese auf ihrer Medienkompetenz aufbaut und Schritt für Schritt zu sichtbaren Ergebnissen führt.“

Stand: 11. Juli 2016

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