NRW.BANK unterstützt Existenzgründung von Karl-Heinz Westerheide
Der Kiosk von Karl-Heinz Westerheide ist ein beliebter Anlaufpunkt in Lemgo-Brake. (Bild: NRW.BANK)

Gründung

//Gründung: Wie mit einem Kiosk ein Traum in Erfüllung ging

Kaffee, auch „to go“, Zeitschriften und die Chance auf einen Lottogewinn – all das und mehr reicht Karl-Heinz Westerheide mit einem gewinnenden Lächeln über den Tresen. „Wenn du nicht lächeln kannst, brauchst du kein Geschäft aufzumachen“, zitiert er eine chinesische Weisheit. „Kalli’s Kiosk“ hat sich in Lemgo-Brake zu einem beliebten Anlaufpunkt entwickelt. Den Laden konnte der Existenzgründer mit Unterstützung der IHK Lippe zu Detmold und der NRW.BANK übernehmen.

„Ich habe jeden Tag gute Laune“, beschreibt Karl-Heinz Westerheide sein Erfolgsrezept. Sich still hinter der Kasse zu verstecken, um die gegenüberliegende Zeitschriftenwand zu beaufsichtigen, kommt für ihn nicht in Frage. Als Erstes erweiterte er den Kiosk um drei Stehtische, wo man bei einer Tasse Kaffee ins Gespräch kommt. „Kalli“ findet für jeden Gast die passende Ansprache: Hier ein Schwätzchen, dort eine Auskunft – oder nur ein freundliches Nicken, wenn er merkt, dass der Kunde lieber seine Ruhe hat. „Er ist sehr offen und geht auf die Menschen ein“, stellte Frank Lumma von der IHK Lippe zu Detmold gleich bei der ersten Begegnung mit Karl-Heinz Westerheide fest. „Das ist die beste Voraussetzung für dauerhaften Erfolg.“

Karl-Heinz Westerheide legt Wert auf eine angenehme Atmosphäre in seinem Kiosk. (Bild: NRW.BANK) Karl-Heinz Westerheide legt Wert auf eine angenehme Atmosphäre in seinem Kiosk. (Bild: NRW.BANK)

Die Chemie stimmt

Dafür, dass in seinem Umfeld die Chemie stimmt, hat der 53-jährige Lemgoer auch lange Jahre beruflich gesorgt: als Chemiefacharbeiter in der chemischen Industrie. Dies musste er jedoch aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Danach arbeitete Karl-Heinz Westerheide als selbstständiger Unternehmer für eine Videothekenkette. Unverschuldet geriet sein Unternehmen in Schieflage. „Wir fanden es bei der Beratung gut, wie offen er mit dieser Vorgeschichte umgegangen ist und welche Erfahrungen er daraus in sein neues Vorhaben einbringt“, sagt Frank Lumma.

Chance gewittert

Für Karl-Heinz Westerheide ging mit dem Kiosk „ein Traum in Erfüllung“. Der Gründer des Tierschutzvereins Lemgo wohnt mit seiner Frau, zwei Hunden und zahlreichen Katzen in der Nachbarschaft. Den Kiosk an der „Braker Mitte 56“ kannte er schon länger. „Der Laden war dunkel und unfreundlich“, erinnert sich Karl-Heinz Westerheide. Als er im Dezember 2011 ein Paket aufgab, kam er mit der Inhaberin ins Gespräch. „Sie sagte, dass sie den Kiosk lieber gestern als heute abgeben würde.“ Der Tierfreund witterte seine Chance. Doch wie sollte er die Übernahme finanzieren? Nachdem seine Hausbank abgewunken hatte, wandte er sich an den Bürgermeister. Dieser empfahl ihm eine Beratung bei der IHK.

Im Kiosk gibt es auch den Kaffee für unterwegs. (Bild: NRW.BANK) Im Kiosk gibt es auch den Kaffee für unterwegs. (Bild: NRW.BANK)

Passendes NRW/EU.Mikrodarlehen

Auf Frank Lummas Visitenkarte steht „Starthilfe und Unternehmensförderung“. Der IHK-Berater hilft Existenzgründern, die sich typischerweise mit einem kleinen Einzelhandel oder einem Dienstleistungsangebot selbstständig machen wollen. Menschen wie Karl-Heinz Westerheide: „Er kam gut vorbereitet, mit Businessplan und Zahlen“, erklärt Frank Lumma, der mit dem Kioskinhaber in spe das Vorhaben und die Finanzierung durchging. Der IHK-Berater riet ihm zum NRW/EU.Mikrodarlehen der NRW.BANK.

Kleinstkredit für Existenzgründer

Fälle wie Karl-Heinz Westerheide sind für Hausbanken angesichts eines hohen Beratungsbedarfs, mangelnder Sicherheiten und niedriger Finanzvolumen wenig attraktiv. Das NRW/EU.Mikrodarlehen der Förderbank für Nordrhein-Westfalen schließt diese Lücke im Bankensystem. Mit dem Kleinstkredit werden Existenzgründern bis zu 25.000 Euro an die Hand gegeben, die sie sonst nur schwerlich bekommen. „Gefragt wird nur: Passt die Gründerpersönlichkeit zum Vorhaben? Ist eine Tragfähigkeit gegeben? Hat das Unternehmen Aussicht auf Erfolg?“, weiß Frank Lumma. Mit Karl-Heinz Westerheide feilte er an Formulierungen im schließlich erfolgreichen Kreditantrag und wies insbesondere in seinem Begleitschreiben auf die ausgereifte Persönlichkeit und umfassende Lebenserfahrung des Existenzgründers hin. Frank Lumma: „Mein Eindruck war von Anfang an, dass er keine Luftschlösser baut, sondern weiß, worauf er sich mit dem Kiosk einlässt.“

Ehrenamtlicher Begleitcoach

Eine nachzuweisende Begleitberatung über zwei Jahre durch einen Coach sorgt beim NRW/EU.Mikrodarlehen für Bodenhaftung. Friedrich Worner stand Karl-Heinz Westerheide von Anfang an zur Seite. Der pensionierte Bankkaufmann engagiert sich ehrenamtlich für den Lippischen Senior-Experten-Service der IHK, um Gründern bei der Startphase mit seiner Erfahrung zu helfen. „Ich wollte nach 40-jähriger Tätigkeit im Kreditgeschäft meine Fähigkeiten und Kenntnisse nicht einfach in die Tonne treten“, erklärt der Senior-Coach seine Intention und ergänzt: „Oft ist es so, dass die Existenzgründer gute Praktiker sind. Die Coachs sind hingegen im Kaufmännischen gut. Wenn wir beide Kompetenzen zusammenzubringen, ist das der Schlüssel zum Erfolg.“

Gute Basis

Karl-Heinz Westerheide hat Friedrich Worner schnell überzeugt. „Er steht voll hinter der Idee, die er verwirklichen will, und seine Frau unterstützt ihn, was auch sehr wichtig ist.“ Gemeinsam überprüften sie das Sortiment des Ladens und die Bevölkerungsstruktur „um den Pudding“. Friedrich Worner begleitete den Existenzgründer sogar zu Bankgesprächen. „Der Laden hat eine gute Basis“, stellte er dort klar.

Sechs Richtige

Ein halbes Jahr, nachdem Karl-Heinz Westerheide im Kiosk ein Paket aufgab und dabei mit der Inhaberin ins Gespräch gekommen war, übernahm er den Kiosk im Paket – inklusive Einrichtung, Warenbestand, Paketdienst-Konzession und Technik für die Lotto-Totto-Annahmestelle. Für den Existenzgründer ist der eigene Laden gleichbedeutend mit sechs Richtigen. „Die Rückmeldungen der Kunden sind sehr positiv“, freut sich der erfolgreiche Kioskbesitzer.

"Kalli's Kiosk" wurde gefördert mit:

Fördermöglichkeiten für Ihr Vorhaben finden

Ich suche Fördermöglichkeiten für
im Förderthema

Eine vollständige Übersicht der Auswahlkriterien bietet Ihnen die  Produktsuche

Gründung

Margrit Rieger aus dem Bereich Förderprogrammgeschäft der NRW.BANK. (Bild: NRW.BANK)

Kleines Geld für große Leidenschaften – Mikrodarlehen fördert Kleinstunternehmen

Ob Kaffee-Fahrrad, kenianischer Wickelrock oder Schneideratelier – die Ideen, mit denen sich Existenzgründer mit dem NRW/EU.Mikrodarlehen selbstständig machen, sind vielfältig.

Weiterlesen

Gründung

Dominik Schweer, Gründer des ersten Fahrrad-Cafés in Münster (Bild: NRW.BANK)

Mikrodarlehen: Münsters erstes Fahrrad-Café

Schnee und minus acht Grad begleiteten seinen Start als Selbstständiger: Am 5. Januar 2010 postierte Dominik Schweer das erste Mal sein Kaffeefahrrad vor der St.-Joseph-Kirche im Münsteraner Südviertel.

Weiterlesen

Ihre Anfrage

* Pflichtfelder Ihre E-Mail-Adresse und die E-Mail-Adresse des Empfängers/der Empfänger werden ausschließlich zu Übertragungszwecken verwendet und anschließend gelöscht.

Feedback

Ihre Bewertung der Seite

Haben Sie ein Anliegen und möchten lieber persönlich in Kontakt mit der NRW.BANK treten? Dann nutzen Sie bitte unsere Kontaktmöglichkeiten.