Tipps für Form, Aufbau und Inhalt eines Businessplan
Mit einem plausiblen Businessplan können Unternehmensgründer punkten (Bild: Fotolia / bluebat)

Gründung

//Gründung: Mit dem Businessplan überzeugen

Für den Erfolg auf dem Weg in die Selbstständigkeit ist ein schlüssiges Geschäftskonzept das A und O. Mit einem plausiblen Businessplan überzeugen Jungunternehmer potenzielle Teilhaber, Berater oder Kreditinstitute – zugleich dient er Existenzgründern als Leitfaden für die Geschäftsentwicklung und als Kontrollinstrument.

Existenzgründungen müssen gut vorbereitet sein. Auch wenn es zunächst als lästige Pflichtaufgabe erscheint, steht am Anfang die akribische Dokumentation des Projekts. Banken und Investoren müssen den Jungunternehmern schließlich vertrauen und von ihrem Erfolg überzeugt sein. Dreh- und Angelpunkt während der Planungsphase ist das Geschäftskonzept, heutzutage meist als Businessplan bezeichnet.
 

Grundlagen

Der Businessplan sollte mit 20 bis 30 Seiten auskommen, sich auf das Wesentliche konzentrieren und die Highlights des Start-up-Unternehmens darstellen. Allgemeingültige Vorschriften für Businesspläne gibt es nicht, aber in der Praxis haben sich einige Mindestanforderungen herauskristallisiert. Am wichtigsten ist: Das Vorhaben muss klar und nachvollziehbar beschrieben werden.

Eine Existenzgründung ist kein alltäglicher Vorgang, deshalb empfiehlt es sich, gegebenenfalls auf erfahrene, professionelle Unterstützung zurückzugreifen. Für die Erstellung des Businessplans vermitteln zum Beispiel das STARTERCENTER NRW, die zuständigen Kammern oder Berufsverbände kompetente Berater. Ebenso unterstützen ehrenamtliche Coaches zukünftig Selbstständige bei der Planung.
 

Bestandteile des Businessplans

Was gehört in den Businessplan? Was die Form angeht, gelten ähnliche Anforderungen wie bei Job-Bewerbungen. Wichtig sind also eine schlüssige Gliederung und ansprechendes Äußeres.

Hier einige Tipps und Hinweise zum Aufbau und den Inhalten:

1. Zusammenfassung
Zu Beginn empfiehlt es sich, die wichtigsten Fakten kurz zusammenzufassen. Dabei sollten Eckpunkte wie Geschäftsidee, beteiligte Personen, Marktübersicht, Marketing und Vertrieb, Unternehmensorganisation sowie Finanzdaten genannt werden. Diese Highlights sollten am besten in tabellarischer Form oder als Aufzählung dargestellt werden.

2. Gründer
Hierbei kommt es darauf an, die persönlichen Profile, fachlichen Voraussetzungen und beruflichen Entwicklungen der Gründer zu skizzieren. Die Schwerpunkte liegen dabei auf spezifischen Qualifikationen und Praxiserfahrungen, die die Fähigkeiten und Kenntnisse der Existenzgründer für das konkrete Vorhaben zweifelsfrei belegen.

3. Geschäftsidee
Grundlegend für das Projekt ist die dahinterstehende Idee. Welches Angebot wird entwickelt und wie soll es vermarktet werden? Welche Voraussetzungen und Rahmenbedingungen gibt es? Jungunternehmer müssen darlegen, dass sie etwas anbieten, was tatsächlich nachgefragt wird und das es so noch nicht gibt – innovative Ideen haben die besten Chancen. Besonders überzeugend wirkt, wenn Beteiligte ein Projekt aus ihrer bisherigen Berufstätigkeit heraus entwickelt haben und über entsprechende Branchenkenntnisse verfügen.

4. Angebot, Markt und Wettbewerb
Wesentlich für den Erfolg einer Geschäftsidee sind die Marktreife des Angebots sowie die Analyse der Branchen- und Marktbedingungen. Wie werden die Produkte oder Leistungen ausgestaltet? Wie groß ist der relevante Markt, welche Absatzerwartungen sind realistisch? Welche Zielgruppen werden erreicht? Abhängig von der Nachfrage und den Absatzkanälen ist die Standortwahl von Bedeutung. Das Hauptaugenmerk gilt dabei der Wettbewerbssituation. Mit welchen Anbietern konkurriert das neue Unternehmen? Können Reaktionen auf den Markteintritt abgeschätzt werden? Von Vorteil ist, wenn Existenzgründer über Alleinstellungsmerkmale verfügen, um eine solide Marktstellung zu erreichen und zu sichern.

5. Marketing und Vertrieb
Genauso wichtig wie die Analyse von Markt und Wettbewerb ist es, die richtige Marketingstrategie zu entwerfen. Existenzgründer haben beim Markteintritt häufig hohe Barrieren zu überwinden. Deshalb müssen sie konkrete Vorstellungen entwickeln, mit welchen Maßnahmen sie das neue Unternehmen und seine Produkte oder Dienstleistungen bekannt machen. Weiterhin sind ein schlüssiges Vertriebskonzept und die passende Preisstruktur festzulegen. Im Businessplan müssen unbedingt Verkaufsförderungsmaßnahmen, Höhe des Werbebudgets und die Öffentlichkeitsarbeit beschrieben werden.

6. Unternehmensorganisation und Personal
Bevor der Schritt in die Selbstständigkeit gemacht werden kann, sind noch einige organisatorische Fragen zu klären. Aufbauend auf einem schlüssigen Zeitplan muss über die Rechtsform der Unternehmung entschieden werden. Bei dieser Wahl spielen steuerliche Aspekte ebenso eine Rolle wie die Entwicklungsperspektiven. Schließlich sollte ein organisches Wachstum nicht durch juristische Hindernisse gebremst werden. Für Aufbau und Entwicklung des neuen Unternehmens ist weiterhin zu planen, welche Mitarbeiter benötigt werden. Neben der künftigen Organisations- und Führungsstruktur sollten auch Qualitätssicherung und Controlling erläutert werden.

7. Finanzplanung
Gerade bei neuen Unternehmen blicken Investoren und Kreditgeber besonders kritisch auf die Finanzplanung. Daher kommt der Investitionsplanung und dem daraus abgeleiteten Kapitalbedarf die Schlüsselrolle im Verhältnis zu externen Partnern zu. Banken und potenzielle Teilhaber prüfen genau die Finanzierungspläne und ob die Kapitalstrukturen betriebswirtschaftliche Kriterien erfüllen. Genauso wichtig ist eine plausible und realistische Rentabilitätsrechnung. Investoren entscheiden letztlich über ihr Engagement anhand der Ertragsaussichten. Und für die Bonitätseinschätzung benötigen Kreditgeber eine nachvollziehbare Liquiditätsvorschau, um einzuschätzen, ob Existenzgründer ihren Zahlungsverpflichtungen stets nachkommen können.

8. Risikoanalyse
Nicht nur für Investoren, sondern vor allem für die Existenzgründer selbst ist eine realistische Einschätzung der Chancen und Risiken des Vorhabens von immenser Bedeutung. Marktanalysen und Prognosen dürfen nicht auf Schönfärberei basieren. Deshalb gilt der Grundsatz: Eine ehrliche Bestandsaufnahme und kritische Überprüfung des Projekts sind unabdingbar.

9. Anlagen
Außenstehende werden durch eine nachvollziehbare Dokumentation überzeugt. Daher gehören in den Businessplan unbedingt die Zeugnisse und Qualifikationsnachweise der Gründer. Entwürfe der Gesellschafts-, Miet- und Pachtverträge sind weitere wesentliche Anlagen, ergänzt durch Kalkulationen für notwendige Versicherungen. Erforderliche Genehmigungen und Zulassungen sind zu erläutern. Um für Rückfragen gerüstet zu sein, empfiehlt es sich, Markt- und Branchenanalysen sowie Gutachten und Stellungnahmen von externen Beratern, Kammern oder Sachverständigen aufzunehmen.

Stand: 21. März 2016

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