Als Markus Beinhauer und Thorsten Kempkens 2008 die Idee hatten, Solarexpert, eine Firma für Photovoltaikanlagen, zu gründen, war ihre Hausbank wegen des hohen Kapitalbedarfs zurückhaltend. Schließlich kostete es zunächst Geld, eine Anlage zu planen, den Ertrag zu berechnen und die entsprechenden Kollektoren bauen zu lassen. Doch als der Gründungskredit der NRW.BANK durch eine Bürgschaft der Bürgschaftsbank NRW gesichert war, konnten mit dem Startkapital die ersten Aufträge finanziert werden. Das junge Photovoltaik-Unternehmen expandierte schließlich so stark, dass der Umsatz im ersten Jahr die Millionengrenze weit überschritt. Sabine Hill von der NRW.BANK erläutert den Vorgang: „Bei Solarexpert ging es um einen Gründungskredit. Als Unternehmen mit innovativen und zukunftsfördernden Ideen brachte das junge Start-up-Unternehmen eine gute Grundlage mit.“
Über dreizehn Millionen Euro Umsatz und über 500 Kunden seit Unternehmensgründung dokumentieren den Erfolg der Geschäftsidee. Heute muss die Solarexpert GmbH sich demnächst neue Räume suchen, weil das Unternehmen weiter wächst. Von der Kalkulation des Stromertrags über die Planung und die Installation bis hin zu Wartung und Monitoring – alles bleibt bei Solarexpert in einer Hand und der Kunde hat nur einen Ansprechpartner. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Photovoltaikanlage für ein Einfamilienhaus, eine Gewerbeimmobilie oder ein öffentliches Gebäude mit großer Dachfläche geplant wird.
Die Vorteile einer Photovoltaikanlage liegen auf der Hand. Einmal installiert, amortisiert sich eine Anlage nach acht bis zwölf Jahren. Bei einer jahrzehntelangen Lebensdauer bezieht man über einen sehr langen Zeitraum einen Teil seines Strombedarfs zum Nulltarif – nämlich den von der Sonne produzierten. Dabei gewähren die etablierten Markenhersteller Leistungsgarantien von bis zu 25 Jahren auf die Photovoltaikmodule. Die regelmäßige Wartung und Reinigung unterstützt hierbei die langfristige Leistungsfähigkeit der Photovoltaikanlage.
Rendite durch umweltfreundlichen Solarstrom
Die Investition in eine Photovoltaikanlage lohnt sich vor allem in Bezug auf die Kosteneinsparung durch Stromeigenverbrauch, denn die Strompreise sind in der Vergangenheit im Jahr um durchschnittlich 5%, teilweise um bis zu 10% pro Kilowattstunde gestiegen. Angesichts gleichzeitig sinkender Anlagenpreise ist Photovoltaik nicht nur für Privatkunden, sondern auch für immer mehr gewerbetreibende Kunden wirtschaftlich interessant. Gerade produzierende Unternehmen interessieren sich daher für sauberen Solarstrom.
Darüber hinaus ist neben der Kosteneinsparung durch Stromeigenverbrauch auch die Vergütung des zu viel produzierten Stroms von Interesse. Der wird ins öffentliche Netz eingespeist und gemäß den aktuellen Sätzen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) vergütet. „Die sind zwar unlängst gekürzt worden, aber für den eigenen Verbrauch gewinnt das Thema trotzdem immer mehr an Bedeutung", stellt Markus Beinhauer fest.
Zurzeit finalisiert Solarexpert ein Konzept für eine schlüsselfertige Photovoltaikanlage, das dem privaten Anlagenbetreiber, basierend auf leistungsstarken Speichermedien, die Möglichkeit bietet, nahezu autark zu sein.
„Wenn wir ein Angebot erstellen, stützen wir uns auf eine solide, eher konservative Wirtschaftlichkeitsberechnung“, erklärt Markus Beinhauer. Die basiert zum Beispiel auf konkreten Standort- und Objektdaten. Dabei stehen folgende Fragen im Mittelpunkt: Wo steht das Gebäude, wie stark ist das Dach geneigt und nach welcher Himmelsrichtung ist es ausgerichtet, wie viel Dachfläche steht zur Verfügung? „All diese Aspekte fließen in die Berechnung mit ein. Außerdem erstellen wir eine umfangreiche Verschattungsanalyse.“ Die zeigt, inwieweit die Sonneneinstrahlung durch Baumschatten, andere Gebäude oder Dachgauben beeinträchtigt ist. Darüber hinaus sollte eine Wirtschaftlichkeitsberechnung immer die Kosten für die Wartung der Anlage und den Austausch der wichtigsten Verschleißteile beinhalten.
Sowohl die Montage der Photovoltaikmodule auf dem Dach als auch die weitere Wartung und Pflege übernimmt Solarexpert.
Bürgersolar – Wenn Sonnenstrom für alle zum Gewinn wird
Für viele Hauseigentümer ist nicht nur die Stromerzeugung durch die Sonne lohnend, sie sehen in einer Photovoltaikanlage auch ihren Beitrag zum Umweltschutz. Und auch wer kein eigenes Dach hat, kann sich durch das Projekt Bürgersolar an dem sauberen Solarstrom beteiligen. Dabei investieren beispielsweise mehrere Personen gemeinsam in eine Photovoltaikanlage auf einer gemieteten Dachfläche. Die Investoren erwirtschaften so eine Rendite mit der Photovoltaikanlage, während die Dacheigentümer eine Pacht erhalten. Dies ist nur eine Möglichkeit für eine solche win-win-Situation. „Um die Sonnenkraft optimal auszunutzen, brauchen wir allerdings noch mehr Dachflächen in Nordrhein-Westfalen“, weiß Markus Beinhauer. Solarexpert bringt interessierte Parteien zusammen. „Da steckt noch ein großes Potenzial für Solarstrom, denn im Moment haben wir mehr interessierte Investoren als Eigentümer.“ Aber daran arbeiten die Partner noch und werden auch mit dieser Geschäftsidee sicher weiter wachsen.

