Wenn Christian Kühnhold von Euro-Paletten, Gitterboxen und anderen standardisierten Ladungsträgern spricht, kommt er ins Schwärmen. Mit großen, ausladenden Gesten beschreibt er ihren Weg quer durch Europa. Er erzählt von den Anforderungen der Kunden, die PAKi individuell erfüllt, und wie sich die Firma mit europaweiten Lösungen vom Wettbewerb unterscheidet. Und er berichtet mit Stolz in der Stimme über seine 120 Mitarbeiter, die per Telefon, Fax oder Mail Transportbehälter in ausreichender Menge und in der geforderten Qualität europaweit zur rechten Zeit am richtigen Ort platzieren. „Wir sind eine sehr engagierte Truppe, die mit viel Herzblut ihr Geschäft betreibt“, sagt der Geschäftsführer der PAKi Logistics GmbH.
Bevor Christian Kühnhold im Rahmen einer Nachfolgeregelung die Verantwortung für das Dienstleistungsunternehmen aus Ennepetal übernahm, war er für einen großen Automobilkonzern weltweit unterwegs. Doch das genügte ihm irgendwann nicht mehr. „Ich wollte selbst Verantwortung übernehmen, meine eigenen Ziele verwirklichen“, sagt Christian Kühnhold.
Förderprogramm stärkte Eigenkapitalbasis
Möglich wurde dies 2005 dank starker Finanzierungspartner, etwa der Private-Equity-Gesellschaft „ Paragon Partners“ und der NRW.BANK. „Wir unterstützten PAKi Logistics mit Hilfe des NRW.BANK.Mittelstandsfonds und hatten im Rahmen der Nachfolgelösung einen wesentlichen Anteil erworben“, sagt NRW.BANK-Projektleiter Marko Milos. „Mit dem von uns bereitgestellten Eigenkapital wollen wir die Wirtschaftskraft von Nordrhein-Westfalen zusätzlich stabilisieren und ausbauen“, so Marko Milos.
Gemeinsam mit seinem Team und den starken Finanzpartnern im Hintergrund hat Christian Kühnhold in den letzten Jahren viele neue Ideen in die Tat umsetzen können. So strukturierte er den Vertrieb um und entwickelte eine Außendienstorganisation im In- und Ausland. Ein effizientes Controlling-System wurde eingeführt. Außerdem expandierte das Unternehmen ins Ausland, beispielsweise nach Frankreich, Spanien, Portugal, Italien und Polen. 2011 wurde begonnen, das Produktportfolio zu diversifizieren. Erweitert wurde das Angebot etwa um E-Kisten und H1-Kunststoffpaletten für die Fleischindustrie. „Wir haben viel geschafft in den letzten Jahren“, sagt der PAKi-Geschäftsführer rückblickend.
Zurück zur Familie
Vor dem Hintergrund dieser erfolgreichen Entwicklung sahen die Beteiligungsgesellschaften Anfang des Jahres 2012 den richtigen Zeitpunkt für den Exit gekommen. Im Januar wurde PAKi Logistics an die niederländische Faber Halbertsma Groep (FHG) verkauft. Das Unternehmen ist mit etwa 18 Millionen Einheiten Europas größter Palettenproduzent sowie einer der führenden Serviceanbieter für Paletten-Pooling. PAKi bekommt damit einen neuen Namen: FHG PAKi. „Für uns bedeutet dies zum einen den Abschluss einer gelungenen Zusammenarbeit, an deren Ende auf jeder Seite zufriedene Partner stehen. Wir haben eine gute Lösung für unser Unternehmen gefunden. Von der Integration in die FHG versprechen wir uns zahlreiche Synergieeffekte“, berichtet Christian Kühnhold, der nach wie vor im Amt bleibt, und freut sich, dass beispielsweise mit Philips nun einer der weltgrößten Elektronikkonzerne als Kunde hinzugekommen ist. Innerhalb der neuen Gruppe verfügt FHG PAKi über eine solide Eigenkapitaldecke und ist für Wachstum bestens gerüstet. Das geht nämlich weiter: „Wir haben in der Vergangenheit eigene Entwicklungsarbeit geleistet und eine Display-Palette, deren Patent abgelaufen war, in einiger Hinsicht verbessert. Im Juli 2012 wird sie auf den Markt kommen“, berichtet Christian Kühnhold.
Zufrieden über den Ausstieg aus der Beteiligung äußert sich auch Marko Milos von der NRW.BANK und fügt hinzu: „Das Schöne ist, dass die FHG wie die ursprüngliche PAKi Logistics ein traditionsreiches, mittelständisches Unternehmen ist. So erhalten wir sogar nach unserem Exit weiter die mittelständischen Strukturen – und das ist ja unser Förderzweck.“
Der Sitz von FHG PAKi ist in Ennepetal.
FHG PAKi
Sitz Ennepetal
Gegründet 1974
Mitarbeiter mehr als 100
Tätigkeit Logistikdienstleistungen
Zielgruppe Speditionen sowie Industrie-und Handelsunternehmen
Mehr als 500 Millionen Europaletten, mehr als 20 Millionen Gitterboxen und mehr als 300 Millionen E-Kisten sind in Europa unterwegs. Paletten und Gitterboxen sind UIC-genormte Ladungsträger, deren Qualität europaweit durch die European Pallet Association, kurz EPAL, sichergestellt wird. Der Ennepetaler Dienstleister FHG PAKi sorgt mit dafür, dass diese immer in der richtigen Qualität zur rechten Zeit am richtigen Ort sind. Das Unternehmen hat hierfür ein europaweites „Pooling Partners“-Netzwerk von rund 10.000 Verladestationen aufgebaut.
