Mittelstand: Rainer Cremerius gründete sein Unternehmen CTS 1992

Mittelstand

//Logistik: Im Krisenjahr 2008 investiert CTS in den Aufschwung – und gewinnt

Rainer Cremerius hatte Nerven aus Stahl: Während der Stahlkrise 2008 und 2009 – die größte seit den 1970-Jahren – investierte er Millionen. Sein Ziel: Für den nächsten Aufschwung bestens gerüstet sein. Vorausschauendes Handeln, das sich auszahlt.

Unübersehbar, mit leuchtend gelber Sicherheitsjacke, steht der Chef vor der Tür und erwartet den Besucher. „Wollen wir uns erst einmal die Firma ansehen?“, fragt Rainer Cremerius. Was man nicht ahnt: Die Firmenbesichtigung dauert. Gut 26.000 Quadratmeter ist das Gelände groß, das die CTS Cremerius Transport Service GmbH bis 2056 vom Hafenbetreiber Duisport gepachtet hat. Immerhin: Während draußen nasskaltes Wetter die wenigen Fußgänger zur Eile antreibt, ist es in den riesigen Hallen trocken und windstill, in den Hallen IV + V sogar angenehm temperiert. „Wir haben die einzigen beheizbaren Lagerhallen mit direktem Wasseranschluss in Duisburg und Umgebung“, sagt der Geschäftsführer. Hier lagern unabhängig von Temperaturschwankungen unzählige Rollen aus warm- und kaltgewalztem Stahlblech, im Fachjargon Coils genannt. Die Lagerung der Coils in beheizten Hallen verhindert Korrosion, durch die das Material an Wert verlieren würde. 

Von der Pförtnerloge zum Gleisanschluss

Der Duisburger Logistiker hat sich auf den Transport, den Umschlag und die Lagerung von Stahlerzeugnissen spezialisiert. Rainer Cremerius gründete seine Firma 1992  in einer kleinen, zugigen Pförtnerloge auf dem ehemaligen Werksgelände der Mannesmannwerke im Duisburger Süden. Seitdem expandiert er kräftig: Im dritten Geschäftsjahr eröffnet er eine Niederlassung in Frankfurt/Oder, zehn Jahre später eine in Chemnitz. Und seit 2007 gibt es nun das neue Logistikzentrum im Duisburger Hafen. Mit eigenem Gleis- und Wasseranschluss. Mit einer Überdachung für witterungsunabhängige Schiffs- und Waggonentladung. Mit einem modernen Verwaltungsgebäude. „Bis zu 70 Lkw – eigene und die der Subunternehmer – fahren für uns“, so Rainer Cremerius. Doch damit war CTS noch längst nicht am Ende seiner Expansion angelangt. 2010 wurde eine zweite beheizbare Halle errichtet. Im Sommer 2010 kam noch eine Freilagerfläche hinzu. „Mehr als 15 Millionen Euro haben wir seit 2007 in diesen Standort investiert“, sagt der 51-Jährige.

Handeln statt abwarten

Die letzten Baumaßnahmen während des Krisenjahrs 2009 waren vor allem „Investitionen in den Aufschwung“ und verschlangen rund sechs Millionen Euro. Dabei ging der Abschwung auch an CTS nicht spurlos vorüber. Statt rund 180.000 Tonnen, wie im Spitzenjahr 2008, bewegte die Firma 2009 gerade einmal 120.000 Tonnen an Stahl. „Unser Umsatz sank um 40 Prozent, ich musste Kurzarbeit beantragen, mehrere Monate arbeiteten wir nur ein- anstatt zweischichtig“, bedauert der Geschäftsführer.  

Doch während viele andere Firmenchefs lethargisch auf das Ende der Eiszeit warteten, wurde der Duisburger mit einem trotzigen „jetzt erst recht“ aktiv: „Mit unserem technischen Vorsprung werden wir dann bestens gerüstet sein und können zusätzliche Marktanteile erobern.“ Inzwischen ist auch die neu errichtete Halle V mit Coils gut gefüllt und auf der Freilagerfläche lagern Brammen, Bleche, Träger und witterungsunempfindliche Coils in großer Anzahl.

Sicher ist: Ohne die Unterstützung der NRW.BANK und die seinerzeit günstigen Finanzierungskonditionen hätte der Unternehmer unter solch widrigen Umständen nicht investiert. „Unterm Strich kostete uns die neue Halle rund 300.000 Euro weniger als die in 2007 errichtete.“ Die intensive Prüfung des Geschäftskonzepts im Vorfeld der Förderung sorgte für zusätzliche Sicherheit. „In so schwierigen Zeiten schaut die Bank noch genauer auf den Businessplan – und wenn der dann abgesegnet wird, beruhigt das ungemein“, sagt Rainer Cremerius.

Zur Internetseite der CTS GmbH

Zur Internetseite des Duisburger Hafens

CTS CREMERIUS TRANSPORT SERVICE GMBH

Sitz: Duisburg, Frankfurt (Oder) und Chemnitz

Gegründet: 1992

Mitarbeiter: 65

Tätigkeit: Nationaler und internationaler Straßengüterverkehr, Umschlag und Lagerung von Walzstahlprodukten

Zielgruppe: Stahlhändler und Stahlproduzenten

Vom reinen Transporteur hat sich das Unternehmen inzwischen zum Spezialisten für Lagerung und Umschlag von Stahlprodukten entwickelt. Vor allem der Anschluss an Straße, Schiene und Schifffahrt sorgt für einen großen Vorsprung vor den Wettbewerbern.

 

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