Existenzgründung: regenerative Energien - Thermoelektrik
Holger Ulland, Business Development Director des Duisburger Unternehmens O-Flexx Technologies

Mittelstand

//Mittelstand: Thermoelektrik sorgt für Klimaschutz

„Wenn ich diese Welt verlasse, soll sie eine bessere sein.“ Dieses Ansinnen treibt ihn an. Ralph Teunissen, Gesellschafter des Duisburger Unternehmens O-Flexx Technologies.

Sein Traum: „Ich möchte versuchen, die Gesellschaft mitzugestalten, meinen Beitrag gegen den Klimawandel zu leisten und den CO2-Ausstoß zu minimieren.“ Wie das gelingen soll? Mit einem millimetergroßen Dünnschicht-Halbleiterbauteil, einem sogenannten Thermogenerator.

Schon lange treibt Ralph Teunissen und die heutigen Geschäftsführer Dr. Holger Ulland und Dr. Gerhard Span die Frage um: Wie kann zum Beispiel die Abwärme eines Autos genutzt werden? Etwa 30 Prozent der Wärme gehen über den Motorblock und bis zu 35 Prozent über die Abgase verloren. Dabei kann die ungenutzte Abwärme des Motorblocks in elektrische Energie umgewandelt und zum Beispiel zur Ladung der Batterie genutzt werden. Die Bordelektrik könnte damit betrieben und die Klimaanlage durch ein thermoelektrisches Kühlsystem ersetzt werden. „Wir könnten allein mit der Wärme aus Abgasen, deren Energie einfach verpufft, den Treibstoffverbrauch um bis zu sieben Prozent senken“, erklärt Ralph Teunissen.

Mittelstand: Mitarbeiter sieht sich im Spiegel des TEG-Wafers Im Spiegel des TEG-Wafers.

Erntezeit: Abwärme für den Umweltschutz

2006 gründete Ralph Teunissen O-Flexx Technologies. Seither dreht sich für ihn alles um den thermoelektrischen Generator – kurz: TEG. Das winzige Bauteil soll zukünftig die Wärmeenergie aus Industrieprozessen, Heizkraftwerken, Abwasseranlagen und Müllverbrennungsanlagen in elektrische Energie umwandeln, indem es ein Temperaturgefälle nutzt: Je größer die Temperaturunterschiede, desto mehr Strom kann der Generator produzieren. Die thermoelektrische Stromerzeugung wird unter das sogenannte „Energy Harvesting“, das „Ernten von Energie“, subsumiert. Der Branche wird auch von Experten des Fraunhofer Instituts, mit dem O-Flexx kooperiert, großes Wachstumspotenzial bescheinigt. „Die Thermoelektrik wird in Zukunft eine ähnlich revolutionäre Rolle spielen wie die Solartechnik ihrerzeit“, meint Ralph Teunissen, „und entscheidend zum Klimaschutz beitragen.“

Voraussetzung für das RWP – Arbeitsplätze schaffen

Bisher beschäftigte sich O-Flexx ausschließlich mit der Forschung und Entwicklung des Halbleiterbauteils. Um in die Produktion gehen zu können, waren ein Umzug in größere Räumlichkeiten in Duisburg sowie die Anschaffung diverser Spezialmaschinen erforderlich. Diese Investitionen im Zusammenhang mit der Markteinführung des neuen Produkts wurden von der NRW.BANK mit einem Zuschuss aus dem „Regionalen Wirtschaftsförderungsprogramm des Landes (RWP)“ in Höhe von rund zwei Millionen Euro gefördert. Voraussetzung für die Förderung: Arbeitsplätze schaffen in strukturschwachen Regionen des Landes. Daneben erhielt O-Flexx im Jahr 2010 für die Entwicklung und Herstellung einen Zuschuss nach dem „Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)“. Damit werden Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) unterstützt.

Die Förderung hat sich gelohnt: Im vergangenen Jahr wurde O-Flexx unter die Global Top 100-Unternehmen im Cleantech-Bereich gewählt.

Ein millimetergroßes Bauteil verändert die Welt

 „Was mich bewegt, ist die Vorstellung, dass unser Bauteil in dem Auto eingebaut ist, das gerade an mir vorbeifährt. Von dieser Idee träume ich“, sagt der Niederländer Ralph Teunissen. „Es ist nur ein winziges, einige Millimeter großes Bauteil, aber es kann die Welt verändern.“

O-Flexx wird gefördert über:

Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) AiF Projekt GmbH; EuroNorm GmbH; VDI/VDE Innovation + Technik GmbH

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