Exklusivität ist immer gefragt. Und deshalb setzen Olivia Zirkel (geb. Simon) und Leonie Stockmann auch genau darauf. Als sich die beiden 2007 nach längerer Zeit mal wieder trafen, stellten sie fest, dass sie sich unabhängig voneinander schon eine Weile mit der Idee trugen, ein Geschäft zu eröffnen. Warum also nicht gemeinsam etwas Neues starten? Kurz nach dem Wiedersehen begannen sie, den Businessplan für ihren Concept Store auszuarbeiten: „Das ging schnell, da wir wussten, was in das Geschäft rein soll und welchen Rahmen es haben soll. Wir wollten eine Shopping-Wohlfühlwelt schaffen, etwas, was uns selbst gefällt“, erinnert sich Olivia Zirkel. Nach und nach fügte sich eins zum anderen: Anfang 2008 starteten sie den Einkauf, dann stand mithilfe des NRW.BANK.Gründungskredits die Finanzierung. Schließlich war der geeignete Laden in der Maastrichter Straße, der Verlängerung der Ehrenstraße, gefunden: „Das Belgische Viertel hat uns sofort gefallen. Hier passiert was“, so Leonie Stockmann. Und es hat sich als guter Standort erwiesen: Das Quartier entwickelt sich immer mehr zu einem eigenständigen Einkaufsviertel, das als Alternative zu den überlaufenen Einkaufsstraßen im Zentrum angesehen wird.
Erfolgreiche Gründerinnen haben gut lachen: Olivia Zirkel und Leonie Stockmann.
Exklusiv und beratungsresistent
Doch 2008 stieß die Idee der beiden nicht überall auf Begeisterung: „Es gibt ja so viele Schwarzmaler“, erinnert sich Olivia Zirkel. „Da kann man zuhören und dann abwägen, ob Konstruktives dabei ist. Man muss als Gründer immer so viele Fragen wie möglich stellen. Da lernt man am meisten.“ Leonie Stockmann fügt hinzu: „Man muss natürlich begeistert sein von der Sache und braucht Durchhaltevermögen. Etwas Gelassenheit ist aber auch nicht schlecht.“ Im September 2008 war es so weit: „Simon und Renoldi“ feierte Eröffnung. Das Prinzip ist die ständige Metamorphose des Geschäfts: „Hier ist alles käuflich“, erklärt Olivia Zirkel, „der Spiegel an der Wand genauso wie das Sofa, die Mode, die Bücher, die Accessoires oder die Geschenkartikel.“ Entsprechend wandelt das Geschäft kontinuierlich sein Gesicht. „Es gab viele, die uns erklären wollten, wie wir das machen müssen“, grinst Leonie Stockmann, „da waren wir aber beratungsresistent. Man darf sich nicht von seinem Konzept abbringen lassen.“
Exklusiv und anziehend
Exklusivität garantiert auch die Auswahl der Labels, die ansonsten in Köln nicht zu finden sind. Darunter das spanische Label Sita Murt, Paul Smith Black, Odeeh oder Wohnaccessoires von Seletti. „Geschäfte mit einer so exklusiven Auswahl führen in Köln ein Nischendasein. Aber sie haben Potenzial“, so Leonie Stockmann. Und was für eins: Mittlerweile hat „Simon und Renoldi“ zahlreiche Stammkunden. Diese und das besondere Store-Konzept haben dafür gesorgt, dass sich das Geschäft erfolgreich im gehobenen Einzelhandel der Domstadt etabliert hat. Seit Mitte 2011 vertreiben die erfolgreichen Gründerinnen ihre Waren auch über einen eigenen Online-Shop und die Plattform Luxodo.com.
