Welche Ziele verfolgt die „win NRW.BANK Business Angels Initiative“?
Torsten Klink: Wir möchten, dass diese Art der Finanzierung weiter nach vorne kommt. Denn das Potenzial der privaten Investoren, die bereit sein könnten, in Unternehmen zu investieren, ist ein Vielfaches höher als das Potenzial aller Beteiligungsgesellschaften zusammen. Dieses Riesenpotenzial versuchen wir natürlich immer weiter zu heben. Durch die Frühphasenfinanzierung können sich Technologie- und stark wachstumsorientierte Unternehmen gründen, die in einer späteren Phase durch unsere Fonds oder anderen Finanzierungsinstrumenten begleitet werden.
Auf was müssen sich die Business Angels einstellen?
Torsten Klink: Ein Business Angel bringt sich aktiv in das Unternehmen ein und unterstützt das Team. Entsprechend sollte er unternehmerisches Know-how und Marktkenntnisse mitbringen. Und natürlich muss er über die finanziellen Mittel verfügen. Dabei darf es ihn nicht allzu sehr schmerzen, wenn das eingesetzte Kapital nicht die gewünschte Rendite erzielt. Jemand, der seine Altersvorsorge anlegen will, ist bei uns an der falschen Adresse. Es handelt sich eben um Risikokapital.
Um welche Beträge geht es?
Torsten Klink: Das fängt an bei 50.000 Euro und kann theoretisch bis 500.000 Euro gehen. Meist geht es um Beteiligungen in Höhe von 100.000 bis 250.000 Euro. Wir haben auch Unternehmen finanziert, die knapp eine Millionen Euro suchten, das aber dann in Kombination mit anderen Partnern, etwa mit unseren Seed Fonds oder der KfW.
Mit welchen Renditen rechnen Business Angels?
Torsten Klink: Ich sage immer zwischen 8 und 200 Prozent. Die Höhe ist abhängig vom Risiko, dass der Investor eingeht. Das Wagnis ist bei einem Unternehmen, dessen Erfolgsaussichten ziemlich sicher erscheinen, nicht so hoch wie bei einem Start-up, das noch viel Forschungsarbeit betreiben muss.
Wie kommen Sie an die privaten Investoren heran?
Torsten Klink: Auf jeden Fall nicht, indem ich eine Zeitungsanzeige schalte, in der steht: „Suche Geld!“ Ein Netzwerk von privaten Investoren ist eine schwierige, aufwändige und langfristig angelegte Geschichte. Da steckt viel Arbeit drin. Die Business Angels fallen nicht vom Himmel. Sie kommen auf Empfehlung oder aus dem Netzwerk selbst heraus über andere Investoren und Multiplikatoren.




