„Das Wachstumspotenzial ist enorm“, betonte Michael Stölting, Mitglied des Vorstands der NRW.BANK, anlässlich der hauseigenen Veranstaltung „Erneuerbare Energien als Chance im Auslandsgeschäft“. Allein im Jahr 2011 wurden laut einer Studie der UNEP weltweit 257 Milliarden US-Dollar in die Erschließung erneuerbarer Energien investiert. Er ermunterte die Unternehmer, über Deutschlands Grenzen hinauszublicken, die Chancen wahrzunehmen und sich ins Auslandsgeschäft einzuarbeiten: „Laufen lernt man nur durch Laufen.“ Unterstützung gibt die NRW.BANK.
Verena Würsig von der EU- und Außenwirtschaftsförderung der NRW.BANK sieht für deutsche Unternehmen Wettbewerbsvorteile durch Qualität.
Verena Würsig, Förderberaterin bei der EU- und Außenwirtschaftsförderung der NRW.BANK, sieht deutsche Firmen für diesen Schritt gut aufgestellt. „Deutsche Qualität und deutsches Know-how werden im Anlagenbau im Ausland geschätzt und gesucht. ,Made in Germany’ ist im Bereich erneuerbare Energien definitiv ein Marktvorteil“, skizziert sie die Ausgangslage. Wie aber kommt beispielsweise ein Mittelständler an ein Projekt im Ausland? Wie kann er sich an der Entwicklung von Erneuerbare-Energien-Anlagen beteiligen? Gibt es Fördermittel im In- und Ausland für produzierende Unternehmen oder für Projektentwickler?
Internationale Ausschreibungen
Der erste und augenscheinlichste Weg zu einem Auftrag führt über Exportaktivitäten oder die Beteiligung an internationalen Ausschreibungen, die von Großunternehmen für die Zulieferung von Komponenten oder Regierungsstellen für den Bau von Energieanlagen veröffentlicht werden. Anlaufpunkte bei der Recherche solcher Vorhaben sind unter anderem die Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing mbH (GTAI), die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und die Exportinitiative Erneuerbare Energien des BMWi. Ist der Unternehmer bei einer Ausschreibung erfolgreich, steht häufig die Frage der Finanzierung und Absicherung des anstehenden Exportgeschäfts im Raum. Die Bundesregierung unterstützt Unternehmen bei der Vorbereitung und Durchführung durch die „Exportinitiative Erneuerbare Energien“. Geschäfts- oder Förderbanken treten dann unter Umständen in die Vorfinanzierung der Produktion ein.
Forschungsbeteiligung als Einstieg
Forschungsarbeit im Dienste der Wissenschaft kann ebenfalls ein Schritt über die Grenze sein. Wer sich als engagierter Mittelständler aus Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit anderen deutschen oder auch europäischen Unternehmen und Forschungsinstituten an Entwicklungsarbeiten für Erneuerbare-Energien-Anlagen beteiligt, macht zudem auch im Ausland von sich reden. Für derartige Vorhaben kann es Bundesfördermittel wie auch Fördermittel der Europäischen Union geben.
Projektfinanzierung für kleinere Unternehmen
Bei der Projektfinanzierung solcher Auslandsvorhaben gibt es Möglichkeiten und Finanzierungsoptionen, die auch kleinere Unternehmen und Projektentwickler nutzen können. Unterstützung gibt es unter anderem durch Projektfinanzierer wie die DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH, aber auch von spezialisierten Umwelt- oder Energiefonds, an denen häufig die KfW, die Europäische Investitionsbank, die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung sowie andere europäische Geschäfts- und Förderbanken beteiligt sind. Oft wird die Finanzierung eines Projektvorhabens über eine Mischung der verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten dargestellt.
Abgesicherte Investition
Für deutsche Unternehmen ist beim Vorhaben die Absicherung der Komponentenlieferung wie auch eine Anlageninvestition im Ausland ein Thema. „Diese können über die staatlichen Exportkreditgarantien von Euler Hermes Deutschland AG und die Investitionsanlagegarantien des Bundes von PricewaterhouseCoopers AG abgedeckt werden“, erklärt Verena Würsig.
NRW.BANK im Dialog
Zahlreiche Unternehmer informierten sich über „Erneuerbare Energien als Chance im Auslandsgeschäft“ – so der Titel einer Veranstaltung der NRW.BANK. Auf dem Programm standen Vorträge und Gespräche zu Akquisition und Finanzierung von Projekten im Energiesektor.
Darüber hinaus berichteten Unternehmer unter der Moderation von Ingrid Hentzschel, Leiterin der EU- und Außenwirtschaftsförderung der NRW.BANK, von ihren Auslandserfahrungen (von links): Andreas Bünker (PlanET Biogastechnik GmbH), Dr. Namri Dagyab (Abakus solar AG) und Dr. Ahmet Lokurlu (SOLITEM Group).
