Das 1946 gegründete Unternehmen beliefert Kunden aus dem Maschinenbau, der pharmazeutischen, der chemischen sowie der medizinischen Industrie, aus dem Messebau und der Medienbranche mit Kunststoffteilen für die verschiedensten Einsatzbereiche. Die Auftraggeber haben ihren Sitz in Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und China. Franz Kunststofftechnik fertigt zum Beispiel Maschinenabdeckungen, Teile für OP-Lampen oder auch die Dekorationselemente für das Sportschau-Studio der ARD. Auch stammen die Sichtschutzfenster für die computergesteuerten Fräsen des renommierten Bielefelder Maschinenbauers Gildemeister von Franz Kunststofftechnik. Europas führender Medizintechnikausrüster Dräger in Lübeck schätzt das Know-how des deutschen Kunststoffverarbeiters seit mehr als 30 Jahren und bezieht unter anderem Teile für Brutkästen und Wärmebetten für Neugeborene.
Dekoration für ARD-„Sportschau“
Die von Franz Kunststofftechnik gefertigten Dekorationselemente für das Studio der ARD-„Sportschau“ sind ein gutes Beispiel für die transparente Ästhetik leichter Bauteile, die so nur dieses Material ermöglicht. Geschäftsführer Hendrik Franz, der das Familienunternehmen bereits in der dritten Generation leitet, schwärmt: „Kunststoff fasziniert mich durch seine optische Brillianz und die technischen Eigenschaften – so ist es beispielsweise nicht rostend, sehr bruchfest und leicht. Die Einsatzbereiche dafür sind unglaublich vielseitig, aber es ist auch eine Herausforderung, all das Gute herauszuholen, was in dem Material steckt. Wir sind stolz, dass uns das optimal gelingt.“ So optimal, dass seine Kunden trotz höherer Kosten am heimischen Produktionsstandort eben lieber in Wassenberg als in China produzieren lassen. „Um diese hohe Qualität gewährleisten zu können, kommt bei uns noch viel Handarbeit zum Einsatz – insbesondere beim Formen, Biegen und Verkleben der Teile. Beispielsweise muss eine Folie zum Schutz vor Kratzern ja absolut blasenfrei mit einer Scheibe verklebt werden.“ Bei rund der Hälfte des Produktionsvolumens ist Handarbeit im Spiel, die andere Hälfte wird mit Maschinenarbeit bewältigt.
In Wassenberg werden Kunststoffabdeckungen in verschiedenen Formen und für unterschiedliche Zwecke produziert.
Effizient in Form gebracht
Zum Maschinenpark gehören neben Sägen und diversen kleineren Geräten fünf CNC-Fräsmaschinen und zwei Drehmaschinen. Die jüngste Neuerwerbung ist das Fünf-Achs-CNC-Fräszentrum, das mit dem NRW.BANK.Mittelstandskredit mit EIF-Haftungsfreistellung finanziert wurde. Das Besondere an diesem Förderprogramm ist die 60-prozentige Haftungsfreistellung der NRW.BANK für das durchleitende Kreditinstitut. Die Rückgarantie dafür übernimmt zur Hälfte der Europäische Investitionsfonds, kurz EIF. Diese Kreditbesicherung verschafft dem Unternehmen und den Banken mehr Spielraum für Investitionsfinanzierungen.
„Ich hatte schon lange den Wunsch, eine Fünf-Achs-CNC-Fräsmaschine anzuschaffen“, berichtet Hendrik Franz. „Bisher haben wir neue Maschinen in der Regel geleast. Meine Hausbank hat mich auf den NRW.BANK.Mittelstandskredit aufmerksam gemacht. Die guten Konditionen haben mich überzeugt.“ Dass sich die Investition in die neue Maschine gelohnt hat, war schon nach wenigen Monaten klar: Nicht nur, dass einige Teile effizienter als früher hergestellt werden können, auch konnte das Produktportfolio erweitert werden. Die Maschine ermöglicht dem Unternehmen, sehr komplexe und komplizierte 3D-Konturen zu fertigen. Dr. Gerhard Weyers, zuständig für gewerbliche und Bildungsförderung im Förderprogrammgeschäft der NRW.BANK: „Franz Kunststofftechnik hat mit dem Darlehen der NRW.BANK seinen Maschinenpark erweitert. Damit unterstützen wir das Unternehmen beim Ausbau des Leistungsangebots und somit auch bei der Festigung und dem Ausbau seiner Marktposition.“
Gut aufgestellt für die Zukunft
Für 2012 rechnet Hendrik Franz damit, dass er und seine 27 Mitarbeiter 2,6 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften. Er ist sich sicher, dass die Investition in Kombination mit vorausschauender Wirtschaftsweise dazu beiträgt, dass sein Unternehmen für die Zukunft gut aufgestellt ist. Und er verrät: „Wenn sich die Berufswünsche meiner Söhne nicht noch ändern, werde ich die Firma bestimmt an sie weitergeben. Das wäre doch toll, wenn wir Franz Kunststofftechnik in vierter Generation weiterführen.“
