Die wichtigsten EU-Aktionsprogramme in einer Übersicht.
Förderung unter der Flagge Europas (Foto: Lulla - Fotolia.com)

 

//Die wichtigsten EU-Aktionsprogramme im Überblick

Neben den EU-Strukturfonds sind die EU-Aktionsprogramme eine weitere wichtige Säule der EU-Förderung. Mit den EU-Aktionsprogrammen werden Projekte gefördert, die die Interessen der EU unterstützen und zur Umsetzung der Innovations-, Beschäftigungs- und Wachstumsziele der Europa 2020-Strategie beitragen. Dabei fördert die EU-Kommission europäische Kooperationsprojekte in unterschiedlichen Themenbereichen wie beispielsweise Forschung und Innovation, Unternehmertum, Kultur, Bildung oder Umwelt.

Einführung

Die Mittel werden direkt bei den verschiedenen Generaldirektionen der Europäischen Kommission oder über die von ihr beauftragten Exekutivagenturen verwaltet und nicht wie bei den EU-Strukturfonds nach einem regionalen Schlüssel verteilt. Bei den EU-Aktionsprogrammen gilt das Wettbewerbsprinzip, das heißt, die Vergabe der Fördermittel verläuft auf Basis europaweiter Ausschreibungen. Bis zum 31. März eines jeden Jahres veröffentlicht die EU-Kommission auf den Internetseiten ihre Jahresarbeitsprogramme, die die jährlich wechselnden Themen, Zeitpläne, Budgets und Vergabebedingungen beinhalten. Mit den so genannten „Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen“ reichen die Bewerber innerhalb einer bestimmten Frist ihr Projekt ein.

Die Vergabe von EU-Finanzhilfen ist an einige Bedingungen geknüpft. Die EU-geförderten Projekte sollten einen europäischen Mehrwert aufweisen und damit verbunden einen zusätzlichen Nutzen für die EU haben. Ein weiteres Kriterium ist der innovative Ansatz, das Vorhaben sollte einen Neuheitswert darstellen. Ebenfalls wichtig ist der grenzüberschreitende Charakter eines Projektes. Die meisten EU-Programme geben vor, dass mindestens zwei bis drei Partner aus einem anderen EU-Mitgliedsland beziehungsweise mit einem EU assoziierten Drittland am Projekt beteiligt sind. Die EU finanziert 30 bis maximal 70 Prozent der gesamten Projektsumme, die restlichen Kosten müssen vom Antragsteller aus Eigenmitteln, Bundes-, Landes- oder kommunaler Finanzierung oder aus Drittmitteln getragen werden.

Nachfolgend eine Auswahl wichtiger EU-Aktionsprogramme:

HORIZONT 2020

Mit rund 77 Milliarden Euro ist HORIZONT 2020 das weltweit größte Förderprogramm für Forschung und Innovation. Ziel des Förderprogramms ist es, EU-weit eine wissens- und innovationsgestützte Gesellschaft und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft aufzubauen und gleichzeitig zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Das Programm besteht aus drei Schwerpunkten und verschiedenen Förderinstrumenten:

Der Schwerpunktbereich „Exzellente Wissenschaft“ setzt auf themenoffene Förderung von vorwiegend grundlagenorientierten Forschungsprojekten in verschiedenen Förderlinien, die vorrangig Hochschulen und Forschungseinrichtungen ansprechen. KMU können in kleinen Kooperationsprojekten beispielsweise den Austausch zwischen Industrie und Forschung unterstützen. Das Schwerpunktthema „Industrielle Führerschaft der Industrie“ fördert die Finanzierung vorrangig industriegetriebener Forschungs- und Innovationsprojekte. Dazu wird Risikokapital in den Schlüsseltechnologiefeldern wie Informations- oder Biotechnologie bereitgestellt. Ziel ist es, privatwirtschaftliche Investitionen in die angewandte Forschung zu stimulieren. Mit dem dritten Schwerpunktbereich „Gesellschaftliche Herausforderungen“ sollen Lösungen für künftige Herausforderungen in verschiedenen Aufgabenbereichen wie Gesundheit, demografischer Wandel, sichere und saubere Energie, Umwelt und Klimaschutz geschaffen werden.
Eine wichtige Rolle im Programm Horizont 2020 sind die KMU. 20 Prozent des Budgets sollen für KMU reserviert werden, 13 bis 15 Prozent für die KMU-Verbundforschung und insgesamt 5 bis 7 Prozent für das KMU-Instrument. Das KMU-Instrument wurde neu eingeführt, um konkrete Ideen zur Marktreife zu führen. Die Förderung von einzelnen KMU ist nun auch möglich.

Die Zenit GmbH – die Innovationsagentur für NRW – hilft bei der Antragsplanung und Projektdurchführung in HORIZONT 2020. Sie ist darüber hinaus die Nationale Kontaktstelle für EU-Förderprogramme für innovative IKT-Anwendungen.

COSME

Das Programm fördert die Wettbewerbsfähigkeit, das Wachstum und die Lebensfähigkeit europäischer Unternehmen, insbesondere KMU, unterstützt das Unternehmertum und trägt zur Erschließung neuer Märkte innerhalb und außerhalb der EU bei. Es führt Teile der Maßnahmen aus dem Programm CIP (Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation 2007-2013) weiter. Das Budget beträgt 2,3 Millarden Euro, allein 1,3 Milliarden Euro sind für Finanzierungsinstrumente für KMU vorgesehen. Dabei soll KMU der Zugang zu Finanzmitteln wie Bürgschaften und die Bereitstellung von Risikokapital erleichtert werden. Diese Fördermittel für KMU werden über sogenannte Finanzintermediäre ausgereicht. Eine unmittelbare Antragstellung durch KMU ist nicht möglich, außer bei Demonstrations- und Technolgievermarktungsprojekten.

Darüber hinaus fördert COSME das europäische Unterstützungs- und Beratungsnetzwerk Enterprise Europe Network (EEN). Das Netzwerk ist mit fast 600 Mitgliedsorganisationen in über 50 Ländern der EU und darüber hinaus vertreten. Es unterstützt Unternehmen bei der Internationalisierung, indem es Markt- und Länderinformationen herausgibt, bei der Suche nach Kooperationspartnern hilft oder über EU-Programme informiert. Die Beratungsangebote des EEN sind kostenlos. Die NRW.BANK ist gemeinsam mit der Zenit GmbH Träger von NRW.Europa, der nordrhein-westfälische Partner im Enterprise Europe Network.

ERASMUS+

Erasmus+ ist das Programm für Bildung, Sport und Jugend der Europäischen Union. Es löst das Programm „Lebenslanges Lernen (2007-2013)“ ab und integriert die Programme „Jugend in Aktion (Erasmus, Leonardo da Vinci, Comenius, Grundtvig)“ und die internationalen EU-Hochschulprogramme mit Drittländern (Erasmus Mundus, Tempus, Alfa, Edulink, Programm für Zusammenarbeit mit Industrieländern).

Das auf sieben Jahre ausgelegte Programm (2014-2020) ist mit einem Budget in Höhe von rund 14,8 Milliarden Euro ausgestattet. Ziel des neuen Programms ist es, die Kompetenzen und das Beschäftigungsniveau junger Menschen zu verbessern und die allgemeine und berufliche Bildung und die Jugendarbeit zu modernisieren. Das Programm unterstützt Studium, Ausbildung, das Sammeln von Berufserfahrung oder Freiwilligentätigkeiten im Ausland. Es fördert grenzübergreifende Partnerschaften und die Zusammenarbeit zwischen Bildungs- und Ausbildungsstätten und Jugendorganisationen. Erasmus+ unterstützt nationale Maßnahmen zur Reform von Bildungs- und Ausbildungssystemen und Jugendarbeit. Im Bereich Sport werden beispielsweise Breitensportprojekte gefördert.

KREATIVES EUROPA

„Kreatives Europa (2014-2020)“ ist Nachfolger des Programms „Kultur 2000 (2000-2007)“ und vereint die drei bisher eigenständigen Programme „KULTUR“, „MEDIA“ und „MEDIA MUNDUS“. Für die Stärkung der Kultur- und Kreativbranche Europas werden über 1,46 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Das Programm hat zum einen das Ziel, die kulturelle und sprachliche Vielfalt Europas zu wahren, zu entwickeln und zu fördern und das kulturelle Erbe Europas zu unterstützen. Zum anderen soll die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Kultur- und Kreativsektors gestärkt werden und insbesondere der audiovisuelle Sektor, um intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum zu fördern. 2016 ist die Einrichtung eines Garantiefonds geplant, der kleinen Kultur- und Kreativunternehmen den Zugang zu Krediten durch Übernahme von Bürgschaften erleichtern soll. Das Programm unterstützt beispielsweise grenzschreitende Kooperationsprojekte zwischen kulturellen und kreativen Akteuren in der EU, die Zusammenarbeit von Netzwerken , die Übersetzung und Verbreitung literarischer Werke in der EU, Plattformbildungen kultureller Akteure für Förderung kultureller und künstlerischer Projekte oder die Entwicklung von Spielfilmen, Dokumentarfilmen, Videospielen.

LIFE+

Das Programm LIFE – Programm für Umwelt und Klimapolitik – unterstützt die Integration von umwelt- und klimapolitischen Zielen in andere Politikbereiche und die relevanten Praktiken der Mitgliedsstaaten. Das Programm LIFE besteht aus zwei Teilprogrammen. Im Teilprogramm Umwelt werden Vorhaben im Bereich Umwelt und Ressourceneffizienz, Natur und Biodiversität und Umweltpolitik und Information gefördert. Im Teilprogramm Klima unterstützt die EU Projekte zur Minderung der Folgen des Klimawandels/Klimaschutz, Anpassung an den Klimawandel sowie Verwaltungspraxis und Information im Klimabereich. Die Umsetzung des Programms erfolgt auf Basis von zwei Arbeitsprogrammen. Das erste Arbeitsprogramm gilt für den Zeitraum 2014 bis 2017, das zweite Arbeitsprogramm gilt entsprechend für die Jahre 2018 bis 2020. Das Budget des Programms beträgt 3,456 Milliarden Euro für 2014 bis 2020. Die Förderung im Rahmen von LIFE erfolgt durch Projektkostenzuschüsse für Best-Practice-Vorhaben, Demonstrationsprojekte und Pilotaktionen, die einen innovativen Charakter haben.

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