Das Enterprise Europe Network (EEN) hilft, die vielen wirtschaftlichen Möglichkeiten Europas zu erschließen und in Europa die Wachstumschancen zu nutzen
Ingrid Hentzschel, Abteilungsleiterin Hausbanken- und Fördernehmerberatung bei der NRW.BANK (rechts), und Verena Würsig, Leiterin EU- und Außenwirtschaftsförderung der NRW.BANK (Bild: NRW.BANK)

Außenwirtschaft

//Enterprise Europe Network: Europa als Wachstumschance nutzen

Das Enterprise Europe Network (EEN) hilft, die vielen wirtschaftlichen Möglichkeiten Europas zu erschließen. Dabei berät und informiert das Unterstützungsnetzwerk der Europäischen Kommission insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) – und das in der Regel kostenlos. Ingrid Hentzschel, Abteilungsleiterin Hausbanken- und Fördernehmerberatung bei der NRW.BANK, und Verena Würsig, Leiterin EU- und Außenwirtschaftsförderung, erläutern, wie die NRW.BANK als Partner im Konsortium NRW.Europa nordrhein-westfälische Unternehmen durch den europäischen Förderdschungel im In- und Ausland begleitet.

Was genau ist eigentlich das Enterprise Europe Network der Europäischen Kommission?

Verena Würsig: Das Enterprise Europe Network der Europäischen Kommission besteht derzeit aus über 600 regionalen Partnern in allen Ländern der Europäischen Union und darüber hinaus. NRW.Europa ist ein solcher Partner, zuständig für die Region Nordrhein-Westfalen. NRW.Europa ist ein Konsortium der ZENIT GmbH, der zentralen Innovationsagentur des Landes, der NRW.BANK, der Förderbank des Landes Nordrhein-Westfalen sowie der Außenwirtschaftsförderungsgesellschaft NRW.International GmbH. Unternehmen profitieren von den umfassenden Kompetenzen dieser Institutionen. Die ZENIT GmbH bietet langjährige Erfahrungen in puncto Technologie- und EU-Beratung. Know-how in Sachen Fördermittel und öffentliche Finanzierungsinstrumente bringt die NRW.BANK ein und die NRW.International GmbH organisiert Delegations- und Unternehmerreisen sowie Messebeteiligungen ins Ausland.

Bei welchen Themen gibt das EEN Unterstützung?

Ingrid Hentzschel: Das EEN hat im Wesentlichen vier Aufgaben: Erstens geht es um die Unterstützung von Unternehmen bei der Internationalisierung, also der Erschließung des europäischen Binnenmarktes und von Auslandsmärkten. Zweitens werden aus dem Netzwerk heraus Innovationsprozesse unterstützt oder in Gang gesetzt werden. Drittens richtet sich der Blick auf die Technologieförderung durch grenzüberschreitende Kooperationen. Und Viertens unterstützt das EEN kleine und mittlere Unternehmen bei der Teilnahme an internationalen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben.

Ingrid Hentzschel leitet die Abteilung Hausbanken- und Fördernehmerberatung bei der NRW.BANK (Bild: NRW.BANK) Ingrid Hentzschel leitet die Abteilung Hausbanken- und Fördernehmerberatung bei der NRW.BANK (Bild: NRW.BANK)

Haben Sie nur EU-Mitglieder als Zielländer im Blick?

Ingrid Hentzschel: Nein. Natürlich sind die EU-Mittel stark auf EU-Länder fokussiert, aber nicht nur. Es gibt auch EU-Förderung für sogenannte Drittländer, die außerhalb des europäischen Binnenmarktes stehen. Unser NRW.BANK.Auslandskredit hat keine europäische Begrenzung. Das gilt auch für die Finanzierungs- und Absicherungsinstrumente des Bundes für Auslandsaktivitäten. Insofern beantworten wir tatsächlich Anfragen für alle Zielländer rund um den Globus. Allerdings ist für unsere Hauptzielgruppe, die kleinen und mittleren Unternehmen in Nordrhein-Westfalen, der europäische Markt in der Regel der Wichtigste.

Wie läuft die Beratung ab?

Ingrid Hentzschel: Meist kommen Unternehmen oder Institutionen auf uns zu und sagen: Wir haben dieses Projekt und suchen nach Unterstützung – gibt es da EU-Förderung? Wenn wir dann konkrete Informationen zu dem Projekt erhalten haben, recherchieren wir gezielt in Frage kommende öffentliche Förder- oder Finanzierungsinstrumente für das Projekt. Dabei werden sowohl europäische Fördermittel und Aktionsprogramme als auch nationale und regionale Fördermittel berücksichtigt, in NRW wie auch im Zielland. Bei der Recherche können wir auf das gesamte EEN zurückgreifen. Mit Hilfe unserer Netzwerkpartner können wir dem anfragenden Unternehmen relevante Förderangebote auch vor Ort benennen und bei Bedarf dem Unternehmen Kontakte zu den regionalen Wirtschaftsfördereinrichtungen im Zielland vermitteln.

Verena Würsig berät Unternehmen zu Fragen der EU- und Außenwirtschaftsförderung (Bild: NRW.BANK) Verena Würsig berät Unternehmen zu Fragen der EU- und Außenwirtschaftsförderung (Bild: NRW.BANK)

Was kommen konkret für Anfragen?

Ingrid Hentzschel: Das Spektrum ist breit, aber es gibt unter den jährlich rund 200 Anfragen, die wir bearbeiten, drei klassische Themen, die mit dem Grad der Internationalisierung zusammenhängen. Es fängt meist damit an, dass der Unternehmer für einen ersten Zugang zum Auslandsmarkt einen Partner sucht, mit dessen Hilfe er ein kleines Büro aufbaut. Dafür stellt das Enterprise Europe Network eine spezielle Online-Partnerdatenbank zur Verfügung. In dieser elektronischen Datenbank können Unternehmen potenzielle Kooperationspartner gezielt nach Branchen und Ländern suchen beziehungsweise auch ihr eigenes Profil und Kooperationsgesuch einstellen. Und natürlich spielt das Finanzielle eine Rolle: Der Unternehmer braucht in dieser Phase auch Unterstützung, um beispielsweise Reisekosten und Messeteilnahmen finanzieren zu können.

Mit der Gründung einer Vertriebsniederlassung fängt es also oft an ...

Verena Würsig: Ja, und oft geht es dann weiter mit Fragen zur Finanzierung eines Vertriebsnetzes und von Büro- oder Lagerräumen im Zielland. Über eine Präsenz vor Ort ist das Unternehmen aus Kundensicht in die heimischen Marktstrukturen integriert und kann somit die Kunden dort oder auch in den umliegenden Ländern besser bedienen. Die größte Herausforderung aber ist der Aufbau einer eigenen Produktion im Ausland. Gefragt wird dann: Gibt es Fördermittel im Zielland, zum Beispiel Zuschüsse?

Wie schnell können Sie Anfragen beantworten?

Ingrid Hentzschel: Das hängt ganz von der Komplexität ab. Standardfragen können wir telefonisch innerhalb von wenigen Minuten beantworten. Es sind aber auch durchaus tagelange Recherchen nötig, wenn Informationswege unter Umständen länger und im Zielland Kontaktpartner eingebunden sind. Manchmal müssen wir uns auch selbst erst in neue EU-Programme einarbeiten.

Gibt es Fragen, die häufig gestellt werden, die Sie aber nicht beantworten können?

Ingrid Hentzschel: Bei rechtlichen und steuerlichen Fragestellungen sind wir außen vor. Hier verweisen wir an die IHKs und Handwerkskammern, die mit solchen Fragen regelmäßig befasst sind. Bei den Kammern erhalten Unternehmen darüber hinaus vielfältige Markt- und Brancheninformationen
für Auslandsgeschäfte.

Welche weiteren Leistungen bieten Sie für auslandsinteressierte Unternehmen an?

Verena Würsig: Wir bieten neben der individuellen Anfragenbearbeitung auch eine Reihe von Informationsveranstaltungen, Seminare und Workshops zur Außenwirtschaftsförderung an. Dort diskutieren wir beispielsweise mit den Unternehmern verschiedene Aspekte einer Auslandsmarkterschließung und tauschen Erfahrungen aus. Darüber hinaus veröffentlichen wir regelmäßige Publikationen wie das Themenheft „EU Förderung konkret“. Das widmet sich immer nur spezifischen Themen, zum Beispiel der KMU-Förderung für Forschung und Innovation. Und zuletzt möchte ich auf unseren Quartals-Newsletter „Europa Aktuell“ hinweisen, der die Empfänger auf dem Laufenden hält in Sachen EU-Förderung und über sonstige Fördermöglichkeiten informiert.

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