Die Siegener Studierenden leben in 161 Zimmern der 1992 erbauten Wohnanlage, verteilt auf 41 Wohngemeinschaften. „Unser Ziel war, unseren Studierenden auch zukünftig dauerhaft kostengünstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen“, sagt Detlef Rujanski, Geschäftsführer des Studentenwerks Siegen über die Sanierung des Wohnheims. „Außerdem wollten wir den Anteil der erneuerbaren Energien vergrößern.“
2010 wurden mit Mitteln des Konjunkturpakets II der Bundesregierung auf den Dächern der vier Häuser der Wohnanlage jeweils eine Photovoltaikanlage installiert, überalterte Umwälzpumpen erneuert und die Fassaden neu gestrichen. Ergänzt wurden die Maßnahmen zur Dachsanierung durch eine Wärmedämmung, die über Mittel des Programms NRW.Studentenwohnraum gefördert wurden.
„Wir haben dem Studentenwerk eine Förderung von knapp 80.000 Euro bewilligt“, berichtet Anne Schulze, im Förderprogrammgeschäft der NRW.BANK zuständig für dieses Projekt. „Diese Förderung war als abrundende Maßnahme zum Konjunkturpaket II zu betrachten.“
4,2 Millionen Euro für energetische Sanierungen
Das Studentenwerk Siegen unterhält mehr als 800 Wohnheimplätze. 2009 erhielt es als erstes Studentenwerk in Nordrhein-Westfalen eine Mittelzusage aus Düsseldorf durch das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung. Mehr als 4,2 Millionen Euro wurden dem Studentenwerk Siegen aus dem Konjunkturpaket II anschließend für die energetischen Sanierungen seiner einzelnen Wohnanlagen genehmigt. Die Vorgabe war, dass alle Maßnahmen bis Ende 2011 fertig gestellt sein mussten. Das erste Projekt, das in Angriff genommen wurde, war das ehemalige Schwesternwohnheim des Kreisaltenheims, das nach der Sanierung 16 studentische Appartements bietet.
Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Wohnanlagen.
Das Studentenwerk schreibt Energieeinsparung groß
Dass beim Studentenwerk das Thema Energieeinsparung großgeschrieben und aktiv daran gearbeitet wird, zeigt die Beteiligung an verschiedenen Aktionen. So unterstützte das Studentenwerk Studierende der Wohnanlage „Glückaufstraße“: Sie hatten 2009 am Studenten-Energiewettbewerb der Deutschen Energie-Agentur „Wer motiviert, gewinnt!“ teilgenommen. Das von ihnen erarbeitete Bewerbungskonzept unter dem Titel „mission e – Energie sparen heißt Nebenkosten senken!“ belegte Platz eins in der Kategorie „Aktiv – Aktionsidee“. Das Preisgeld setzten sie für Energiesparmaßnahmen ein. Zudem ist das Studentenwerk Mitglied im studentischen Arbeitskreis „Uni-Solar“, der sich mit der Umsetzung von Energiesparmaßnahmen im Bereich der Universität befasst.
Mit Energiecontrolling Schwachstellen beheben
Durch ein neu aufzubauendes Energiecontrolling sollen zukünftig alle studentischen Wohnanlagen weiter energetisch optimiert werden. Dieses Energiemanagementsystem für die Strom-, Wärme-, Heizungs- und Wasserverbrauchsanlagen wird Daten bündeln und überwachen, damit Schwachstellen schnell behoben werden können.
Zudem ist das Studentenwerk weiterhin bemüht, beim Abschluss neuer Rahmenverträge mit Strom- und Gasanbietern günstige Konditionen zu erhalten. Zum Beispiel ist das Studentenwerk über die Universität an einen Stromliefervertrag angeschlossen, an dem verschiedene Hochschulen und Studentenwerke in Nordrhein-Westfalen beteiligt sind.
Hohe Nebenkosten sind für Studierende oft ein existenzielles Problem. Zumal in Siegen fast jeder vierte Studierende BAföG-Leistungen erhält und damit monatlich nur ein knappes Budget zur Verfügung hat. „Durch all diese durchgeführten und zukünftigen energetischen Maßnahmen haben wir unseren Beitrag dazu geleistet, dass nun, durch Senkung der Nebenkosten, im Studierenden-Geldbeutel mehr Geld übrig bleibt. Wir werden alles, was machbar ist, unternehmen, um den steigenden Energiekosten entgegenzuwirken“, so Detlef Rujanski abschließend.

