Geothermie - umweltfreundliche Energiequelle
Geothermie: Für ein Familienhaus wird eine Sonde in einen bis zu 150 Meter tiefen Schacht in die Erde gebohrt. Foto: BMU / Rupert Oberhäuser

Umwelt & Energie

//Geothermie spart Geld und schont die Umwelt

Wer über Energiequellen zum Heizen oder zur Stromerzeugung spricht, denkt vor allem an Öl, Gas und Kohle. Diese Bodenschätze haben jedoch einen großen Nachteil: Sie sind teuer und wenig umweltfreundlich. Bei der Geothermie sieht es ganz anders aus.

Geothermie ist nichts anderes als Erdwärme, die im Gegensatz zu den fossilen Energieträgern in unbegrenzter Menge vorhanden ist. 99 Prozent des Planeten sind unter seiner Oberfläche heißer als 1000 Grad und von dem verbleibenden Rest erreichen 99 Prozent Temperaturen von über 100 Grad. Von dem riesigen, ökologisch einwandfreien Energiereservoir können auch Bauherren profitieren. Erdgebundene Wärmepumpen helfen, die Erdwärme zum Heizen und zur Warmwasseraufbereitung zu nutzen. Die Anlagen arbeiten nach dem „Kühlschrankprinzip“, bei dem seinem Inneren Wärme entzogen  und nach draußen abgegeben wird. Bei der Geothermie wird die Wärme der Erde entzogen und in den Innenraum des Hauses gepumpt. 

Unterschiedliche Verfahren

Bauherren, die sich für Geothermie interessieren, können zwischen unterschiedlichen Verfahren wählen. Dazu gehört in Deutschland vor allem die Erdsonde. Für ein Familienhaus genügen normalerweise ein bis zwei Sonden, für die zwischen 50 und etwa 150 Meter tiefe Schächte in die Erde gebohrt werden. Die U-förmigen Sonden enthalten eine Wärmeträgerflüssigkeit. Ihre Aufgabe ist es, die Erdwärme aufzunehmen. Die Wärmepumpe fördert die erwärmte Flüssigkeit in einen Wärmetauscher. Dieser leitet die Wärme an das Heizsystem weiter. Die abgekühlte Trägerflüssigkeit wird wieder in die Erde geleitet.

Bei einem anderen Verfahren werden Erdwärmekollektoren etwa 1,5 Meter unter der Erdoberfläche installiert. Nachteil ist der große Platzbedarf: Die Fläche muss zirka doppelt so groß sein wie das zu beheizende Haus.

Mittelfristig deutlich preisgünstiger

Experten gehen davon aus, dass die Anschaffungskosten einer Geothermieheizung etwa 1.500 bis 3.000 Euro höher liegen als bei einer traditionellen Gasheizung. Die Mehrkosten begründen sich vor allem mit dem Kauf der Erdsonden, den erforderlichen Bohrarbeiten sowie den notwendigen Planungs- und Genehmigungskosten. Achtung: Wer eine Geothermieanlage in sein Haus einbauen möchte, kann vor dem Start des Vorhabens staatliche Fördermittel beantragen.

Die höheren Investitionen für die Nutzung der Erdwärme werden, wie die Praxis zeigt, in etwa zehn Jahren kompensiert. Dazu tragen auch die niedrigen Betriebs- und Wartungskosten einer Wärmepumpe bei. Ganz abgesehen von den ökologischen Vorteilen und der Tatsache, dass Geothermie auch in Zeiten heftigster Energiekrisen immer in nahezu unvorstellbarer Menge vorhanden ist.

Achtung: Fachleute warnen davor, sich vorschnell für den Einbau einer Erdwärmeanlage zu entscheiden: Ohne ein ausreichend wärmegedämmtes Haus bringt Geothermie keinen wirtschaftlichen Nutzen.

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