Das Projekt heißt „field2factory“ und ist ein hervorragender Beleg dafür, dass sich die Ergebnisse aufwändiger Forschung längst nicht immer nur in hoch komplizierten Verfahren und komplexen Produkten widerspiegeln müssen. „Unser Ziel ist es, mit ‚field2factory’ die Logistikkette von Anbau, Ernte, Transport und Verarbeitung am Beispiel der Rübenernte zu optimieren“, erläutert Olaf Ludwig, Geschäftsführer der GEOsat GmbH aus Mülheim an der Ruhr. Gemeinsam mit der Kölner Zutra Speditionsgesellschaft GmbH und der AED-SICAD AG aus Bonn ist GEOsat Partner bei diesem Projekt.
„Wir haben uns schon seit ein paar Jahren darüber Gedanken gemacht, wie wir die Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit der Ernte steigern könnten“, berichtet Zutra-Geschäftsführer Josef Hecken. Seit zwei Jahren wird konkret an einer vielversprechenden Lösung gearbeitet. Zentraler Baustein ist ein Geodatenserver, mit dem alle Nutzer wie Zuckerfabriken, Anbauer und Frachtführer verbunden sind. Jeder Teilnehmer liefert automatisch Daten in das System und erhält umgehend die Informationen, die er gerade für seine Arbeiten benötigt.
Große Anerkennung durch das Land
Das Projekt „field2factory“ und seine Ziele überzeugten die Jury des Förderwettbewerbs Logistik.NRW im Rahmen des NRW-EU Ziel 2-Programms „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung 2007 - 2013“. Die Jury sprach „field2factory“ den Sieg zu. Damit erfüllten die Projektpartner eine wichtige Voraussetzung, um eine Förderung durch das Forschung, Innovation und Technologieprogramm NRW (FIT) zu beantragen. Das gelang auch: Ein Antrag bei der NRW.BANK wurde positiv beschieden.
Mit der Zuckerrübenernte 2011 soll das zukunftsweisende System an den Start gehen. Dann werden zunächst 100 bis 150 Anbauer den satellitenunterstützten Service nutzen. Nach Abschluss der Probephase soll mit mehr als 5.000 Lieferanten über ein Portal kommuniziert werden. Dazu erhalten die Teilnehmer unter anderem genaue Lieferübersichten. Zusätzlich liefert das System Daten, die für die individuelle Anbauberatung genutzt werden können. Basis dieser Informationen sind die erfassten flächenbezogenen Daten in Bezug zu den Lieferergebnissen. Auch die Logistik profitiert. So werden sich beispielsweise Leerfahrten sowie Umwege reduzieren und Verladungen sicher dokumentieren lassen. Somit soll weniger Verkehrsbelastung entstehen, und auch die Reduzierung von CO2-Emissionen erreicht werden. Vorteile für die Zuckerindustrie: Sie kann in Zukunft ihre Produktion exakt auf Basis des aktuellen Status der Rübenflächen und der verfügbaren Rohstoffe planen und das Frostmanagement der Rohstoffe bewältigen. Insgesamt werden circa 230.000 Transportbewegungen über das System in einer Zeit von vier Monaten abgewickelt. Das Transportvolumen liegt nahe an sechs Millionen Tonnen.
Die Partner von „field2factory“ denken schon weiter. Ihr System soll auch in anderen Branchen eingesetzt werden – dort, wo Bereiche, Areale oder Felder relevante Daten zur Produktion, Weiterverarbeitung oder Herstellung liefern.


