Insgesamt hatten sich Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8 bis 13 und aus Berufskollegs mit 26 Projekten beteiligt. Sie hatten innovative Unterrichtsideen und -projekte aus den Themenbereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Umweltschutz entwickelt. 13 Schulen des Landes schafften es ins Finale des von der NRW.BANK und der Stiftung Partner für Schule NRW ins Leben gerufenen Schülerwettbewerbs.
Das Siegerteam „Full Power for green Future“ aus Dormagen nutzte die drei Minuten bei der Bühnenpräsentation für die Simulation einer Unterrichtsstunde.
Das Siegerteam des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums aus Münster zeigte ein selbstgebautes Windrad samt Windmaschine.
NRW-Bildungsministerin Sylvia Löhrmann, Roland Berger, Vorstand der Stiftung Partner für Schule NRW (2. von links), und Dietmar P. Binkowska, Vorsitzender des Vorstands der NRW.BANK (links), waren von der Vielseitigkeit der Präsentationen begeistert.
Die Städtische Gesamtschule Bockmühle aus Essen hat erforscht, wie mit Windenergie Druckluft zur Wasserförderung erzeugt werden kann. Diese „Ökopumpe“ soll Frauen im Südsudan bei der Versorgung mit Trinkwasser unterstützen.
Lichtkunst am Windrad hatten die Schüler des St.-Antonius Gymnasiums aus Lüdinghausen im Foyer der NRW.BANK aufgestellt.
Da hielten die Zuschauer den Atmen an: artistische Einlagen, vorgeführt von Schülerinnen und Schülern des Zirkus Butterfly vom Konrad-Duden-Gymnasium aus Wesel.
Im Foyer der NRW.BANK präsentierten die Finalisten ihre Ideen – sowohl in einer Drei-Minuten-Präsentation auf der Bühne als auch an einem selbstgestalteten Messe-Stand. Neben dem Leibniz-Gymnasium Dormagen gewann die Klasse 8 des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums aus Münster mit ihrem „Projekt Klima“. Die dritte Schule auf dem Siegertreppchen war das Nelly-Sachs-Gymnasium aus Neuss. Sie hatten sich mit dem klassenübergreifenden Projekt „Neue Umweltjobs – Unsere Zukunft – Handeln statt Reden – der Umwelt zuliebe“ gegen eine harte Konkurrenz durchgesetzt.
Viele Zugänge zum Thema sind möglich
Unabhängig von der Platzierung lobte Sylvia Löhrmann, die als Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen den Wettbewerb gefördert hat, das Engagement aller anwesenden Schülerinnen und Schüler. „Ich finde ihr habt alle gewonnen“, sagte sie im Rahmen der Preisverleihung. Ihrer Meinung nach machte der Wettbewerb sehr deutlich, dass „es sehr viele Wege gibt, sich dem Thema Energiewende zu nähern“.
Gute Dämmung spart Energie
Die Funktionsweise von Brennstoffzellen beispielsweise hatten die Schüler des Leibniz-Gymnasiums theoretisch gelernt und an kleinen Modell-Fahrzeugen praktisch erprobt: Mit Solarzellen erzeugten sie den für den Motor notwendigen Wasserstoff und ließen an ihrem Messestand die Autos fahren. Den Jurymitgliedern erläuterten sie bei einem interaktiven Vortrag am Computerbildschirm die Chancen der Technologie. Auch über den Umweltschutzaspekt des sauberen Antriebs gaben die Schüler lebensnah Auskunft. Charlotte Herbold, Klassenkameradin von Till, sagte: „Heute sollte man kurze Wege zu Fuß oder mit dem Rad machen, um die Umwelt nicht zu verschmutzen. Es wäre doch klasse, wenn ich eines Tages den Weg zum Briefkasten mit dem Auto machen kann, weil nur Wasser aus dem Auspuff kommt.“
Schule wirkt bis ins Elternhaus
Ganz auf aktuelle Technologien bezogen war der Wettbewerbsbeitrag des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums aus Münster. Schüler der Klasse 8 hatten unter anderem den Stromverbrauch verschiedener Haushaltsgeräte zuhause gemessen. So konnten sie berechnen, ob der Austausch gegen Geräte mit geringerem Verbrauch Sinn macht. Dabei zeigte sich, wie vielseitig das Thema Energie begeistern kann. Der 14 Jahre alte Ansgar fand es „toll zu sehen, wie viel man sparen kann, wenn man andere Geräte verwendet“, während Klassenkameradin Anna, 13, „das Ausrechnen des Stromverbrauchs der verschiedenen Geräte“ besonderen Spaß gemacht hatte. Benedikt, 14, hingegen hatte viel über unterschiedliche Materialien beim Bau eines Windrads gelernt. Versiert erklärte er im Foyer der NRW.BANK die Vor- und Nachteile von Holz und Kunststoffen, schaltete die mitgebrachte Windmaschine ein und las den Windmesser ab. Und selbst Sven Friedrich, der Lehrer der Klasse, hatte sein Erfolgserlebnis im Rahmen des Projekts: „Beim Elternsprechtag berichteten Eltern, sie hätten nach der Unterrichtseinheit einen neuen energiesparenden Kühlschrank gekauft.“
„Grüne Berufe“ haben Zukunft
Der dritte Siegerbeitrag kam aus dem Städtischen Nelly-Sachs-Gymnasium in Neuss. Dort hatte sich eine Schülerfirma auf unterschiedlichsten Wegen über verschiedene „grüne Berufe“ informiert und Umweltjobs wie Energieberater, Anlagenbauer für Solar- oder Windenergie, Baubiologen und viele mehr kennengelernt. Was sie dabei alles erfahren hatten, konnten die jungen Leute kaum erschöpfend weitergeben: Bei der knappen Zeit für die Präsentation auf der Bühne reichte auch sehr schnelles Sprechen nicht – aber zum Glück konnte sich die Jury am Stand noch ein genaueres Bild machen.
„Es ist schön, das sonst ja eher etwas schlichte Foyer der NRW.BANK so bunt und mit Leben gefüllt zu sehen“, sagte Sylvia Löhrmann. Sie lobte die jungen Leute dafür, dass sie Verantwortung für die Energiewende übernähmen und machte ihnen Mut: „Wenn ihr euch auf diesem Themengebiet weiter engagiert, habt ihr alle gute Chancen, weil die Wirtschaft händeringend nach Fachkräften in diesen Bereichen sucht.“
Wettbewerb soll weiter laufen
Und Dietmar P. Binkowska, Vorsitzender des Vorstands der NRW.BANK, gefielen die Wettbewerbsbeiträge so gut, dass er noch während der Preisverleihung eine Fortsetzung des Engagements ankündigte: „Im Kleinen und mit einfachen Mitteln habt ihr gute Ideen entwickelt. Deshalb wollen wir uns als Bank auch künftig für diesen Wettbewerb engagieren. Wir sehen, wie intensiv ihr euch mit eurer Umwelt und eurer Zukunft beschäftigt.“
Begeisterte Jury
Das große Engagement und den Ideenreichtum der Schüler hoben die Jurymitglieder in ihren Bewertungen hervor. Unternehmensberaterin Dr. Margret Helfen beispielsweise zeigte sich beeindruckt davon, „wie die Schüler über sehr theoretische Themen ganz motiviert ins Gespräch mit uns kamen und qualifiziert darüber sprachen“. Und Prof. Dr. Mario Adam von der Fachhochschule Düsseldorf war erstaunt, „wie pragmatisch die jungen Leute an das Thema rangegangen sind. Sie machten immer wieder deutlich, dass es ihnen ganz konkret ums Energiesparen geht.“ Er hatte auch gleich einen Zusatzpreis mitgebracht: Alle Siegerteams können sich zu einem Schnuppertag am Lehrstuhl für Erneuerbare Energie und Energieeffizienz an der Fachhochschule Düsseldorf einfinden. Das war neben den 200 Euro Preisgeld pro Schule ebenfalls eine nachhaltige Belohnung.
Die kreative Energie der Kinder wird über den Wettbewerb „Wir haben Energie“ hinaus vielfältig gefördert. So können sich Schülerinnen und Schüler der Barbaraschule in Pulheim „Energiesparmeister“ nennen.

