Das Hochschul-Sozialwerk Wuppertal errichtete mit Unterstützung der NRW.BANK ein Studentenwohnheim, das für seine Bauweise mehrere Auszeichnungen erhielt.
Fritz Berger, der Geschäftsführer des Hochschul-Sozialwerks Wuppertal (Bild: NRW.BANK / Lord Otto)

Bildung

//In Wuppertal wohnen Studierende ausgezeichnet

Wer Wuppertal hört, denkt an die Schwebebahn und das Tanztheater Pina Bausch. Die mit mehr als 340.000 Einwohnern größte Stadt des Bergischen Landes ist aber auch Heimat von etwas mehr als 20.000 Studierenden. Günstiger Wohnraum ist deshalb sehr gefragt. Eine preisgekrönte Immobilie für Studierende hat das Hochschul-Sozialwerk Wuppertal (HSW) mit Fördermitteln der NRW.BANK errichtet.

1987 wurde Fritz Berger Geschäftsführer des Hochschul-Sozialwerks Wuppertal (HSW). Damals hatte er drei prägende Erlebnisse: In die neuen Duschvorhänge hatten die Hausmeister damals absichtlich Löcher geschnitten, damit die Studierenden sie nicht klauten. Die Fassade eines relativ neuen Studentenwohnheims war nach kurzer Zeit von Wind und Wetter ungewöhnlich stark verschmutzt. Im Frankreichurlaub sah Fritz Berger, dass auch günstige Wohnungen Parkett und bodentiefe Fenster hatten – was den Räumen Atmosphäre gab.

Moderne, energetisch-effiziente Bauweise zeichnet das Studentenwohnheim Ostersiepen in Wuppertal aus (Bild: NRW.BANK / Lord Otto) Moderne, energetisch-effiziente Bauweise zeichnet das Studentenwohnheim Ostersiepen in Wuppertal aus (Bild: NRW.BANK / Lord Otto)

Ausgezeichnet Wohnen

Aus diesen Erlebnissen und aus fast drei Jahrzehnten praktischer Erfahrung im Bereich Sanieren, Renovieren und Bauen hat Fritz Berger für sich Prinzipien für studentischen Wohnraum abgeleitet: „Als öffentliche Einrichtung sollte man Vorbild sein. Die Infrastruktur für Studierende verbessern heißt, ökologisch, wirtschaftlich und konsequent bedarfsgerecht zu bauen.“

Mit dieser Devise konnte das HSW bereits acht Preise für seine Wohnheime gewinnen – den neunten, die „Auszeichnung vorbildliche Bauten NRW“, konnte Fritz Berger am 23. November 2015 für das Studentenwohnheim Ostersiepen entgegennehmen. Drei der damit insgesamt fünf Ehrungen für das Projekt Ostersiepen waren bundesweite Auszeichnungen, darunter der Deutsche Bauherrenpreis in der Kategorie Neubau der Aktion „Hohe Qualität – Tragbare Kosten“.

„Ostersiepen wurde 2012 gebaut und besteht aus drei modernen, architektonisch anspruchsvollen Passivhaus-Wohnheimen in Holzbauweise. Neben dem sparsamen Energieverbrauch und klimaverträglichen Baumaterialien, achtete das HSW auf eine bedarfsgerechte Infrastruktur der Wohnräume. Die Gebäude mit 6er-WGs, Einzel- und Doppelapartments bieten 84 Studierenden Platz. Sie sind mit Parkettböden, bodentiefen Fenstern, Küchenzeilen und barrierefreien Bädern ausgestattet. Außerdem wurde auf schnelle Internetanschlüsse großen Wert gelegt“, sagt Fritz Berger. Darüber hinaus gibt es Außenflächen, wo sich die Studierenden treffen können. Mit der Holzbauweise vertraut das HSW auf einen seit Jahrtausenden genutzten Baustoff, der aktuell aufgrund seiner klimaschonenenden und nachhaltigen Eigenschaften eine Renaissance erlebt. Bei Holzbauprojekten berät und unterstützt übrigens der Landesbetrieb Wald und Holz NRW.

Zukunftsfähig gebaut

„Zudem haben wir die neuen Wohnheime so geplant, dass sie später mit geringem Aufwand in behindertengerechte Alten- und Seniorenwohnungen umgebaut werden könnten“, erklärt Fritz Berger. Die NRW.BANK unterstützte das 6,5 Millionen Euro teure Bauprojekt 2012 noch im Rahmen der sozialen Wohnraumförderung des Landes Nordrhein-Westfalen mit einem Darlehen in Höhe von 3,1 Millionen Euro. Seit 2013 gibt es wieder eine gesonderte Förderung von Studentenwohnheimen. „Diese Förderung richtet sich an Studentenwerke, Privatleute und wohnungswirtschaftliche Investoren, die für Studierende Wohnraum schaffen wollen“, sagt Martina Lüdeke, Förderberaterin der NRW.BANK. Investoren profitieren dabei von hohen Darlehen, günstigen Zinsen, flexiblen Laufzeiten und Tilgungsnachlässen von bis zu 15 Prozent. So lässt sich neben Neubauten auch der Umbau von Bestandsimmobilien finanzieren. Seit 2013 wurden in diesem Programm bereits über 611.000 Wohnheimplätze mit rund 27,3 Millionen Euro gefördert.

Stand: 24. November 2015

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