Management von Finanz- und Zinsrisiken
Die Aufnahme eines Festzinsdarlehns oder Kredits zur
Liquiditätssicherung beendet nicht die Beobachtung der
Zinsmärkte.
Zinsvereinbarungen, die Sie in Ihrem Darlehnsportfolio
vereinbart haben, müssen fortlaufend mit der aktuellen
Zinssituation abgeglichen werden. Diese Bewertungen führen
regelmäßig zur aktiven Steuerung Ihrer Zinsposition.
Derivate Instrumente ermöglichen Ihnen das Zinsmanagement von
der Liquiditätsvereinbarung zu trennen. In unserem Produktangebot
finden Sie hierfür auch derivate Basisprodukte.
Da derivate Zinsinstrumente neben Chancen auch Risiken mit sich
bringen, müssen Controllingsysteme aufgebaut und immer wieder den
sich ändernden Marktbedingungen angepasst werden.
Auch bei diesen Aufgaben unterstützen wir Sie gerne.
Darüber hinaus reicht unser Beratungsangebot bis hin zu einem
partnerschaftlichen Finanzmanagement mit kommunaler Sichtweise.
Die Finanzsituation der Kommunen in NRW hat sich in den letzten
Jahren immer weiter verschärft. Aufgrund struktureller Defizite in
den kommunalen Haushalten sind die Kommunen immer weniger in der
Lage Investitionskredite aufzunehmen. Den laufenden
Finanzierungsbedarf müssen die Städte und Gemeinden zunehmend durch
Liquiditätskredite finanzieren, die ursprünglich zur kurzfristigen
Überbrückung von Liquiditätsengpässen gedacht waren. Dadurch kommt
diesen Krediten zunehmend eine langfristige Finanzierungsfunktion
zu. Sie, die Kommunen, sind aufgefordert und gezwungen, Ausgaben zu
senken und somit auch noch mehr als in der Vergangenheit das
verstärkte Augenmerk auf günstige Finanzierungen zu legen. Hierzu
bedarf es einer intensiven Kenntnis der zur Verfügung stehenden
Finanzierungs- und Zinssicherungsprodukte.
Aus Sicht von Kommunen kann der externe Einkauf von Know-how
effizienter und kostengünstiger (Personal, Systeme etc.) sein, als
eigene Kapazitäten im Bereich des Finanzmanagements aufzubauen und
vorzuhalten.
In dieser Situation stellt die NRW.BANK Ihnen, den
nordrhein-westfälischen Kommunen, das erforderliche Know-how zur
Verfügung und unterstützt die handelnden Personen bei dem Auf- bzw.
Ausbau eines aktiven Finanzmanagements auf einer fundierten Basis
von Zielen.
Seit einigen Jahren bietet die NRW.BANK ein Beratungskonzept auf
entgeltlicher Basis an, welches kontinuierlich an die Bedarfe der
Städte und Gemeinden angepasst wurde. Darüber hinaus ist das
Konzept durch Rückkopplung mit dem Innenministerium NRW als oberste
kommunale Aufsichtsbehörde verprobt worden. Das Innenministerium
empfiehlt den Städten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen, sich
externer Beratung für den Aufbau eines qualifizierten Managements
zu bedienen, sofern die Kommune mit eigenen Mitteln nicht in der
Lage ist („Maßnahmen und Verfahren zur Haushaltssicherung“; IM NRW,
06.03.2009).
Abschlüsse von Geschäften im Zusammenhang mit der Beratung stehen
daher nicht primär im Vordergrund. Eine solche Sichtweise stellt
die Förderleistung der NRW.BANK für die Kommunen in den Fokus und
nicht die bei anderen Kreditinstituten vielfach verbreitete
ertragsorientierte Ausrichtung.
Hierdurch stellt die NRW.BANK bei ihrer Beratung die Sichtweisen
und Erfordernisse der Kommunen in den Vordergrund. Dies
unterstreicht den Fördergedanken und die Zusammenarbeit im Sinne
der Kommunen.
In der Regel gliedert sich die Tätigkeit der NRW.BANK im Rahmen des
Beratungsmandats in zwei Abschnitte. In der ersten, zeitlich
begrenzten Phase der Zusammenarbeit, nimmt die NRW.BANK vor Ort in
der Kommune den Status quo auf. Neben Stellenbeschreibungen und
Handlungsvollmachten werden alle bestehenden schriftlichen
Anweisungen zusammengetragen. Mit den kommunalen Vertretern
erarbeitet die NRW.BANK dabei gemeinsame Ziele für ein aktives
Finanzmanagement. Zur Risikoidentifizierung und regelmäßigen
Analyse des Darlehensbestandes wird das Portfolio der Kommune in
die bankeigenen Auswertungssysteme übernommen. In verschiedenen
Workshops erhält die Kommune einen intensiven Überblick über
Einsatzmöglichkeit, Chancen und Risiken der unter kommunaler
Sichtweise geeigneten Finanzierungsprodukte. Dabei stehen auch die
Erstellung eines Kennzahlensystems mit Limitüberwachung, zur
Begutachtung des Darlehensbestandes, als auch das regelmäßige
Berichtswesen in Verwaltung und Politik im Fokus. Sämtliche
Ergebnisse fließen in eine Richtlinie der Kommune ein, die
zukünftig Grundlage des kommunalen Handelns darstellt.
In einer zweiten, unbefristeten Phase werden regelmäßig Analysen
und Plansimulationen des Portfolios durchgeführt, aktuelle
Marktentwicklungen diskutiert und als Szenarien im Portfolio
berechnet. Neben der Zulieferung von Zinsprognosen wird fachliches
Know-how bei der Bewertung von Finanzierungsalternativen und
Unterstützung bei Marktausschreibungen zur Verfügung
gestellt.
Verschiedene Städte in NRW haben bis heute das Angebot der Bank
angenommen und werden im Rahmen von laufenden Mandaten beraten. Die
von der NRW.BANK bereitgestellten Dienstleitungen im Rahmen des
Kommunalen Finanz- und Zinsmanagement unterstützen diese Städte im
Management ihrer Portfolien mit geeigneten
Finanzierungsinstrumenten unter Einbezug des aktuellen
Marktgeschehens und zugeschnittener Controllinginstrumente.
Für weitere Informationen und Erläuterung unseres Angebotes
stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.