Wohnungsmarktbericht 2016 der NRW.BANK erschienen: Neubautätigkeit reicht in vielen Städten nicht aus

//Neubautätigkeit reicht in vielen Städten nicht aus

Wohnungsmarktbericht 2016 der NRW.BANK erschienen

Düsseldorf/Münster, 02. Januar 2017

Angesichts steigender Einwohnerzahlen wird in Nordrhein-Westfalen nach wie vor zu wenig gebaut. Auch wenn die Bautätigkeit sich auf hohem Niveau befindet, reicht der Bau von neuen Wohnungen vor allem in stark wachsenden Städten wie Düsseldorf, Münster oder Dortmund nicht aus, um die hohe Nachfrage zu decken. Bezahlbarer Wohnraum bleibt für Menschen mit geringen Einkommen rar, die Lage am Wohnungsmarkt verschärft sich. Dies zeigt der Wohnungsmarktbericht 2016 der NRW.BANK, der jetzt erschienen ist.

Nordrhein-Westfalen zieht weiterhin Einwohner an. 2015 wuchs die Bevölkerung um rund 227.000 Personen auf 17,9 Millionen Menschen an. Dies entspricht einem Plus von 1,3 Prozent. Hauptgrund für den starken Zuwachs war der Zuzug aus dem Ausland.  2015 war der Wanderungsgewinn so hoch wie in den gesamten zehn Jahren zuvor. Einen großen Anteil daran haben Flüchtlinge und Asylbewerber, aber auch die Zuwanderung aus der EU blieb auf dem hohen Niveau der vergangenen Jahre. Die Folge: Es wird mehr Wohnraum benötigt.

Neubau deckt nicht die Nachfrage
Im Jahr 2015 wurden in NRW 40.700 Wohnungen fertiggestellt. Das sind 12 Prozent weniger als im Vorjahr, allerdings noch vier Prozent mehr als 2013. Steigende Baugenehmigungen lassen jedoch erwarten, dass der Bau von Wohnungen in den Jahren 2016 und 2017 wieder zunimmt. Das gilt vor allem für den Geschossbau. „Die guten Finanzierungsbedingungen stellen nach wie vor einen großen Anreiz für Wohnungsbauinvestitionen dar“, sagt Dietrich Suhlrie, Mitglied des Vorstands bei der NRW.BANK.

Die meisten Wohnungen werden in Städten mit besonders angespanntem Wohnungsmarkt gebaut. Schwerpunkte liegen hier an der Rheinschiene, dem Ruhrgebiet sowie den Städten Münster, Bielefeld, Gütersloh und Paderborn. Dennoch zeigt sich, dass das derzeitige Neubauniveau in vielen Kreisen nicht ausreicht, um die künftige Nachfrage zu decken. In Köln und Düsseldorf zum Beispiel werden trotz hoher Bautätigkeiten mittelfristig jedes Jahr mehr als 2.000 Wohnungen weniger gebaut als notwendig wären. Ursache ist in erster Linie der Engpass an verfügbarem und bezahlbarem Bauland. Die wachsenden Stadtregionen müssen daher verstärkt darüber nachdenken, wie sich der Neubaubedarf in Abstimmung zwischen Kernstadt und Umland auf regionaler Ebene decken lässt. Anders ist das in Regionen mit rückläufiger Nachfrage wie dem Märkischen Kreis, dem Kreis Minden-Lübbeke oder Städte wie Hagen, in denen das Neubauniveau über der Nachfrage liegt und es damit zu Überhängen kommt.  

Miete steigt so stark wie nie in den vergangenen zehn Jahren
Trotz wachsender Neubauzahlen sind die Mieten mit verstärkter Dynamik gestiegen. Betroffen sind nahezu alle Regionen. Die Wiedervermietungsmiete für Bestandswohnungen stieg mit durchschnittlich 3,1 Prozent so stark wie noch nie in den vergangenen zehn Jahren. Dasselbe gilt auch für das untere Mietpreissegment, wo sich die Lage nicht nur in Wachstumsstädten wie Düsseldorf und Münster weiter verschärft.

„Neuer Wohnraum muss vermehrt im günstigen und preisgebundenen Segment entstehen, damit auch Menschen mit niedrigem Einkommen eine Wohnung finden“, sagt Suhlrie. „Als Förderbank für Nordrhein-Westfalen bieten wir ein breites Spektrum an Förderangeboten für Investoren, um preisgünstige Wohnungen zu schaffen und Quartiere aufzuwerten.“

Weiterhin überdurchschnittlich steigen die Mieten für kleine Wohnungen und für altersgerechten Wohnraum.  Die Nachfrage ist hier besonders hoch, das Angebot aber gering. Hier nimmt der Druck auf den Markt für kleine, preisgünstige und preisgebundene Wohnungen mit der wachsenden Zahl älterer Menschen, die oft nur geringe Renten haben, weiter zu.

Der Wohnungsmarktbericht NRW 2016 kann auf der Website der NRW.BANK entweder kostenfrei bestellt oder als PDF-Datei heruntergeladen werden.
www.nrwbank.de/wohnungsmarktbeobachtung | www.nrwbank.de/wohnen

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Birgit Kranzusch, stv. Pressesprecherin, Tel.: 0211 91741-1997

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