70 Jahre Nordrhein-Westfalen Förderung als Motor der Landesentwicklung

//70 Jahre Nordrhein-Westfalen

Förderung als Motor der Landesentwicklung

Düsseldorf, 23. August 2016

 

1945 lag unser Land in Schutt und Asche. Mit Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen 1946 begannen ein rasanter Aufstieg und ein ständiger Strukturwandel. Ein Motor dieser Entwicklung war von Anbeginn die öffentliche Förderung. Wichtige Akteure waren neben den Landesbehörden die rheinischen und westfälischen Landesbanken (bzw. ab 1969 die WestLB), die Wohnungsbauförderungsanstalt NRW (Wfa) und seit 2002 die NRW.BANK, die Förderbank für Nordrhein-Westfalen.

Mit seiner Wohnraumförderung setzte das neue „Bindestrich-Land“ von Anbeginn einen sozialen Akzent: Mehr als 50 Prozent der um 1950 in Westdeutschland errichteten Sozialwohnungen wurden hier gebaut, obwohl NRW nur ein Viertel der westdeutschen Einwohner hatte. Von 1948 bis 1957 wurden in Rheinland, Westfalen und Lippe fast 1,3 Millionen Wohnungen mit staatlichen Mitteln gefördert, bis Ende 2015 waren es rund 3,5 Millionen Wohnungen, davon 2,4 Millionen Mietwohnungen. Bestandsmaßnahmen eingerechnet, stecken rein rechnerisch in jeder zweiten Wohnung hierzulande öffentliche Fördermittel. Auch heute noch hat Nordrhein-Westfalen das im Bundesvergleich volumenstärkste Wohnraumförderprogramm, denn ein vorrangiges politisches Ziel an Rhein und Ruhr ist seit 70 Jahren die Schaffung bezahlbaren Wohnraums.

Historisches Gebäude der Landesbank für Westfalen (Girozentrale) in Münster in den 1950er-Jahren (Foto: NRW.BANK) Historisches Gebäude der Landesbank für Westfalen (Girozentrale) in Münster in den 1950er-Jahren (Foto: NRW.BANK)

Zunächst oblag diese Aufgabe den Gemeinden und Regierungspräsidien im Verein mit den beiden Landesbanken in NRW: der „Rheinischen Girozentrale und Provinzialbank“ in Düsseldorf und der „Landesbank für Westfalen (Girozentrale)“ in Münster. Sie leisteten ab 1949 die Auszahlung und Verwaltung der Landesmittel für den sozialen Wohnungsbau (ebenso wie für Krankenhäuser und sonstige kommunale Einrichtungen) und für den Bergarbeiterwohnungsbau. Um das Geflecht der Akteure zu vereinfachen, wurde die soziale Wohnraumförderung ab 1958 in der Wohnungsbauförderungsanstalt (Wfa) konzentriert. Eine der historischen Säulen der heutigen NRW.BANK war gelegt.

Nicht nur für den Wohnungsbau, sondern auch für die Kommunen war und ist Förderung ein wichtiger Motor. So hatten Kommunaldarlehen schon in den 1950er-Jahren den größten Anteil am langfristigen Kreditgeschäft der rheinischen Landesbank; bei der Verwendung stand anfangs der Wiederaufbau der Städte und Gemeinden im Vordergrund, später der Ausbau der Infrastruktur. Und auch in Westfalen standen Kommunalkredit und sozialer Wohnungsbau im Mittelpunkt des langfristigen Darlehensgeschäfts. Mit 80 Prozent ihrer Kommunalkredite förderte die westfälische Landesbank zum Beispiel von 1949 bis 1954 vor allem Straßenbau, Kanalisationen, Erschließungsmaßnahmen, sozialen Wohnungsbau, kommunale Eigenbetriebe sowie Schulen und Krankenhäuser.

Über damals sogenannte Metakredite an die Sparkassen förderten die Landesbanken kleine und mittelständische Betriebe. 1962 startete ein Landeskreditprogramm (LKP) für Mittelstand und Freiberufler, das die Fördermaßnahmen des Landes zusammenfasste und erweiterte. Immer mehr wurde die Mittelstandsförderung mithilfe der Landesbanken zu einem unentbehrlichen Bestandteil der Strukturpolitik des Landes. Infolge der beginnenden Strukturkrise im Steinkohlebergbau wurde ab Ende der 1960er-Jahre auch die regionale Wirtschaftsförderung stark ausgeweitet.

Auch damals schon prägten übrigens, genau wie heute, drängende gesellschaftliche Fragen das Fördergeschäft, zum Beispiel die Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen; die rheinische Landesbank vergab deshalb Kredite für den Existenzaufbau. Oder (seit Ende der 1960er-Jahre) das Thema Umwelt: Investitionshilfen erhielten Unternehmen ab 1966 zum Beispiel für die Finanzierung von Emissionsfilteranlagen.

Das Gebäude der NRW.BANK in Münster in heutiger Zeit (Foto: NRW.BANK) Das Gebäude der NRW.BANK in Münster in heutiger Zeit (Foto: NRW.BANK)

Der Fördergedanke zieht sich so wie ein roter Faden durch die Geschichte Nordrhein-Westfalens. Auch als 1969 per Fusion der beiden Landesbanken die WestLB errichtet wurde, war der Geschäftszweck weiterhin vor allem der einer Staats-, Kommunal- und Sparkassenzentralbank. Förderaufgaben hatten dabei vor allem der WestLB-Zentralbereich INVESTITIONS-BANK NRW und die (ab 1992 in die WestLB eingegliederte) Wohnungsbauförderungsanstalt.

Aus wettbewerbsrechtlichen Gründen trennte man schließlich Förder- und Wettbewerbsgeschäft strikt voneinander und errichtete 2002 die NRW.BANK. Als haushaltsunabhängige Förderbank erwirtschaftet sie eigene Mittel, bündelt sie mit Fördermitteln von Land, Bund und EU und kombiniert sie mit eigenen Programmen. Das Spektrum ihrer Förderangebote reicht von zinsgünstigen Förderkrediten, zum Teil kombinierbar mit Risikoentlastungen, um mangelnde Sicherheiten ausgleichen, über strukturierte Finanzierungen bis hin zur Bereitstellung von Eigenkapital zum Beispiel über Beteiligungsfinanzierungen. Mit all diesen Programmen fördert und unterstützt sie Projekte im Gesamtwert von rund 9,7 Milliarden Euro pro Jahr (Stand 31.12.2015). Die Förderthemen reichen von Gründung und Mittelstand über Energiewende und Umweltschutz bis hin zu Infrastruktur und Kommunen sowie Neubau und Modernisierung von Wohnraum.

Ihre Sitze hat die NRW.BANK auch heute noch dort, wo einst ihre Vorgängerinstitute saßen: in Düsseldorf und Münster. Im Zusammenwirken mit der Landesregierung wird sie auch in der Zukunft ihre Strategie stetig weiterentwickeln und ihr Produktspektrum weiter ausbauen: mit Blick auf die Bedarfe der Wirtschaft und der Kommunen und auf die drängenden Fragen der heutigen Zeit.

Kontakt

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Gesatzki

Pressesprecherin

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