Wohnungsmarktbericht 2015 der NRW.BANK erschienen, Starke regionale Unterschiede in Westfalen

//Westfalen: Wohnungsmarktbericht 2015 der NRW.BANK erschienen

Starke regionale Unterschiede in Westfalen

Düsseldorf/Münster, 27. Januar 2016

In einigen ländlichen Regionen Nordrhein-Westfalens sinkt die Zahl der Einwohner. Dies wirkt sich auch auf den Wohnungsmarkt aus, der sich regional unterschiedlich entwickelt. Bezahlbarer Wohnraum bleibt für Menschen in Teilen Westfalens rar. Dies zeigt der Wohnungsmarktbericht 2015 der NRW.BANK, der jetzt erschienen ist.


Nordrhein-Westfalen zieht weiterhin Einwohner an. Besonders stark wachsen die wirtschaftlich starken Städte, für Münster wird beispielsweise  ein Einwohnerplus von mehr als zehn Prozent bis 2040 prognostiziert. Weite Teile des Sauer- und Siegerlandes sowie des östlichen Ostwestfalens hingegen müssen mit teils deutlichen Bevölkerungsverlusten umgehen, weil junge und gut ausgebildete Menschen trotz ausreichend Arbeitsplätzen in diesen Regionen die urbanen Räume als Wohnstandort bevorzugen. Die Lage auf dem Wohnungsmarkt verschärft sich daher in und um Städte wie Münster.

Druck auf preisgünstigen Wohnraum nimmt zu
Mit weniger als 4,50 Euro pro Quadratmeter zählen die Mieten am östlichen Rand Nordrhein-Westfalens zu den günstigsten im Land. In Münster, Köln und Düsseldorf müssen Mieter im Schnitt mit mehr als sieben Euro rechnen.

Obwohl einige Regionen nach wie vor Einwohner verlieren, steigen die Mieten insgesamt kräftig. In zentralen, gut angebundenen Kommunen der Kreise Warendorf und Paderborn legten sie innerhalb eines Jahres um mehr als fünf Prozent zu. Im nördlichen Kreis Coesfeld sowie in einigen östlichen Gemeinden des Hochsauerlandkreises sinken die Mieten hingegen.

Mit der wachsenden Zahl älterer Menschen, die oft nur geringe Renten haben, nimmt der Druck auf das preisgünstige und preisgebundene Segment zu. So steigt auch in den ländlich geprägten Regionen des Münsterlands und Westfalens ihr Anteil an der Bevölkerung. Die Verfügbarkeit von generationsgerechtem Wohnraum wird daher immer wichtiger. Insbesondere der Bedarf an barrierearmen Mietwohnungen, Mehrgenerationenprojekten und betreutem Wohnen ist hoch. Neben dem Neubau sind auch Investitionen in den Bestand, unter anderem in die Energieeffizienz erforderlich.

„Der Bau geförderter Mietwohnungen und der Erhalt von Bestandswohnungen werden immer wichtiger, um die Versorgung mit preisgünstigem Wohnraum sicherzustellen“, sagt Dietrich Suhlrie, Vorstand der NRW.BANK. „Als Förderbank für Nordrhein-Westfalen bieten wir ein breites Spektrum an Förderangeboten für Investoren, um preisgünstige Wohnungen zu schaffen und Quartiere aufzuwerten.“

Infolge der Zuwanderung durch Flüchtlinge wird die Wohnungsnachfrage in Nordrhein-Westfalen mittelfristig weiter steigen. Noch ist unklar, wie viele Flüchtlinge tatsächlich kommen und bleiben sowie in welche Städte sie ziehen. Eine erste Modellrechnung durch die NRW.BANK und das Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr kommt zu dem Ergebnis, dass für die Flüchtlinge, die 2015 und 2016 nach NRW kommen, und deren nachziehende Familien, mittelfristig auch bei Nutzung des mobilisierbaren Leerstands rund 120.000 Wohnungen zusätzlich benötigt werden. Diese müssen neu gebaut werden.

Der Wohnungsmarktbericht NRW 2015 kann auf der Website der NRW.BANK entweder kostenfrei bestellt oder als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Über die NRW.BANK
Die NRW.BANK ist die Förderbank für Nordrhein-Westfalen. Sie unterstützt ihren Eigentümer – das Land NRW – bei dessen struktur- und wirtschaftspolitischen Aufgaben. Dazu bündelt sie Förderprogramme des Landes, des Bundes und der Europäischen Union und kombiniert sie mit eigenen Fremd- und Eigenkapitalprodukten sowie Beratungsangeboten. Sie arbeitet wettbewerbsneutral und im Hausbankenverfahren mit allen Banken und Sparkassen in NRW zusammen.

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