Der NRW.BANK.Kreativwirtschaftsfonds
„Mit unserem neuen NRW.BANK.Kreativwirtschafts-fonds wollen wir die Chancen für Wachstum und Beschäftigung von kreativen Unternehmen in Nordrhein-Westfalen nachhaltig stärken“, betont Ernst Gerlach, Vorstand der NRW.BANK.
Jens Baganz, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, begrüßt das Engagement der NRW.BANK. „Die Kreativwirtschaft gehört zu den dynamischsten Wirtschaftssektoren in Europa und ist ein wichtiger Treiber ökonomischer Entwicklungen und Innovationen auch in anderen Wirtschaftsbereichen. Überall wird erkannt, dass Wissen und Kreativität unsere einzigen unverbrauchbaren Ressourcen sind. Ich begrüße daher, dass die NRW.BANK diesen neuen Fonds auflegt und freue mich auf die Ergebnisse,“ so der Staatssekretär.
Der NRW.BANK.Kreativwirtschaftsfonds stellt sowohl jungen als auch etablierten Unternehmen der Kreativwirtschaft gemeinsam mit Co-Investoren Eigenkapital in Form von direkten Beteiligungen (bis zu 49%) und eigenkapitalnahen Finanzierungsformen wie Stillen Beteiligungen oder Genussrechten (sogenanntes „Mezzanine-Kapital“) zur Verfügung.
„Wir stellen immer wieder fest, dass viele Unternehmen der Kreativwirtschaft zu wenig Eigenkapital haben“, sagt Gerlach. „Das liegt zum einen an den für die Branche typischen kleinteiligen Unternehmensstrukturen, die häufig keinen Zugang zum Kapitalmarkt zulassen.“ Zum anderen bestehe auf Seiten von Banken und Investoren teilweise Zurückhaltung bei Finanzierungsanfragen, die insbesondere auf Schwierigkeiten der ökonomischen Bewertung und Analyse von kreativen Inhalten und Marktchancen der Unternehmen zurückzuführen sei, so Gerlach weiter.
Mit dem Fonds sind grundsätzlich Unternehmen der Kreativwirtschaft mit Sitz in Nordrhein-Westfalen angesprochen. Die Mittel dienen der Finanzierung von Investitionen, Akquisitionen oder Kooperationen. Voraussetzung ist ein insgesamt schlüssiges Unternehmenskonzept, ein überzeugendes Team, ein belegbares Alleinstellungsmerkmal sowie ausreichende Wachstumsperspektiven.
„Die deutsche Wirtschaft kann es sich nicht erlauben, dass gute Ideen nicht zur Marktreife weiterentwickelt werden, nur weil es an Kapital mangelt. Da muss man als Bank kreativ denken“, sagt Gerlach.
Auch Prof. Dieter Gorny, Künstlerischer Direktor für Kreativwirtschaft der Ruhr.2010 GmbH, unterstützt das Projekt als Vorsitzender des Initiativkreises Kreativwirtschaft der NRW.BANK. Diesen Initiativkreis etablierte die NRW.BANK bereits im letzten Jahr. Gorny: „Ich freue mich sehr, dass sich die NRW.BANK einem der größten Probleme der Kreativwirtschaft unseres Landes annimmt und den Kapitalmarktzugang für die Branchen verbessert. Im Rahmen meiner Arbeit sehe ich täglich kreativwirtschaftliche Akteure, die mit oftmals geringen Mitteln und hoher Professionalität erfolgreiche Geschäftsmodelle umsetzen. Ich bin daher überzeugt, dass mithilfe der Fondsgelder zahlreiche spannende Innovationen angestoßen werden können, die auch Arbeitsmarkteffekte haben werden.“
Die Studie zum Thema Kreativwirtschaft
Im Auftrag der NRW.BANK erstellte Michael Söndermann, Leiter des Büros für Kulturforschung in Köln, eine Marktstudie, die die wirtschaftliche Entwicklung in den verschiedenen Segmenten der Kreativwirtschaft in Nordrhein-Westfalen untersucht. Ergänzend dokumentieren Praxisbeispiele den Facettenreichtum in der Kreativwirtschaft.
Die Studie belegt die große wirtschaftliche Bedeutung der Kultur- und Kreativwirtschaft in Nordrhein-Westfalen. So erzielten die Kreativbranchen im Jahre 2007 insgesamt ein Umsatzvolumen von mehr als 35 Milliarden Euro. Auch die Anzahl der Kultur- und Kreativunternehmen ist kontinuierlich gestiegen und erreichte im Jahr 2007 einen Höchststand von rund 50.000 Unternehmen. Etwa 212.000 Erwerbstätige sind in der Kultur- und Kreativwirtschaft beschäftigt. Die Studie bescheinigt NRW: Es besteht ein großes Potenzial für Wachstum und Beschäftigung in den kreativen Branchen.
Die vollständige Studie finden Sie im Internet unter www.nrwbank.de/de/existenzgruendungs-und-mittelstandsportal/eigenkapitalfinanzierung/veroeffentlichungen-und-downloads.
NRW.BANK
Die NRW.BANK ist die Förderbank für das Land Nordrhein-Westfalen. Ihre vier Geschäftsfelder sind die Existenzgründungs- und Mittelstandsförderung, die Kommunal- und Infrastrukturfinanzierung, die Soziale Wohnraumförderung sowie die Individualförderung.
Für Existenzgründungen und den Mittelstand in Nordrhein-Westfalen setzt die NRW.BANK Produkte der öffentlichen Förderung sowie der Eigenkapitalfinanzierung passgenau ein. Ziel ist es, die Finanzierungssituation dieser Zielgruppe weiter bedarfsgerecht zu verbessern.
RUHR.2010 ist die erste Kulturhauptstadt Europas in ihrer 25-jährigen Geschichte, die sich die Förderung der Kreativwirtschaft auf die Fahnen geschrieben hat. Bei der Entwicklung des Themenfeldes wird die Frage nach der Entstehung und gezielten Förderung von Kreativität gestellt. Hier sind insbesondere die Schnittmengen von Kunst, Kultur, Ökonomie und Bildung im Fokus, die in der Wissensgesellschaft eine stärkere Bedeutung für die Innovationsfähigkeit einer Gesellschaft haben. Es gilt zudem, die identitätsstiftende Kraft der besagten Branchen zu nutzen, um die Attraktivität der Metropole Ruhr speziell für junge und kreative Zielgruppen zu erhöhen und den Wandel der Region nach außen sowie nach innen erlebbar zu machen.
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